Band 700 – Aphilie Erschreckend aktuell - gestern wie heute

Wenn ich mal meine Gedanken zu einem Einzelband festhalte, muss er mich schon arg bewegt haben – so wie die „Aphilie“ von Kurt Mahr. (Ja, genau der Kurt Mahr, mit dessen Romanen ich im letzten Zyklus wieder mehr anfangen konnte.)

Worum geht es?

Die Erde kreist seit 120 Jahren um eine neue Sonne im Mahlstrom der Sterne. Dummerweise scheint den meisten Menschen die Fähigkeit zur Nächstenliebe abhanden gekommen zu sein, weswegen sich ein Terrorregime etablieren konnte. Zum Glück gibt es einige liebevolle Immune (schönen Gruß von der großen Verblödung damals), die allerdings gnadenlos verfolgt werden. Auf der Erde existiert zum Glück eine Widerstandsbewegung, die ein „Buch der Liebe“ hütet.

Perry Rhodan ist vierzig Jahre vor der Romanhandlung mit dem Fernraumschiff SOL und einigen Vertrauten abgehauen. Kumpel Bully gehört nicht dazu, da sein Zellaktivator klemmt. Er ist jetzt Chef der Gefühllosen und nennt sich Bruder 1.

Was hat mich bewegt?

Na zuerst einmal sind da ein paar Fragen, die sich hoffentlich noch beantworten werden:

  • Warum überlässt man einem Verurteilten das fetteste Raumschiff, dass je auf Erden gebaut wurde?
  • Woher kommen die unglaublichen Rohstoffmengen für das fetteste terranische Raumschif aller Zeiten, wenn man nicht zu Hause ist?
  • Warum ist Bulls Zellaktivator kaputt?
  • Wie alt werden Tatcher a Hainu und Dalaimoc Rorvic?

Und dann sind da Dinge die mich beim Lesen fasziniert haben:

Ich habe in den letzen Monaten auf Cons und in sozialen Medien mit anderen Fans immer wieder mal über Brüche in der Perry Rhodan Serie geredet. Die beiden am häufigsten genannten Brüche – nach dem Tausendjahrsprung und vor dem Schwarm – kann ich nicht oder kaum nachvollziehen. Ziemlich viele Handlungsschemata und Prämissen sind über all die Hefte sehr ähnlich geblieben, Pfedrekopfmutanten hin oder her. Mit der Lektüre von Band 700 hatte auch ich das erste mal das Gefühl, dass sich die Serie verändert hat. Perry ist nicht mehr der strahlende Held und imperiale Oberresident der Jahrtausende lang immer wieder in demokratischen Wahlen in seinem Amt bestätigt wird (ist klar ….). Perry ist auf einmal am Arsch. Perry ist auf der Flucht. Perry hat nichts mehr, außer einem Raumschiff. (Ja, das zu Legende wird, soviel weiß selbst ich, obwohl mir bis Band 1000 selbst gröbstes Wissen über die weitere Handlung fehlt ;)) Mit diesem Band scheint sich etwas fundamental geändert zu haben. Vielleicht liege ich falsch, wer weiß. Ich bin gespannt

Außerdem gefällt mir die Serie immer dann am besten, wenn sich direkte Bezüge in unsere Welt auftun. Und davon hat Band 700 ja einiges, sowohl was die aktuelle Lesezeit (2018) angeht, als auch die Entstehungszeit (1975)

Erschreckend sind die PIKs, die Personal-Identifizierungs-Kodegeber, die jeder terranische Bewohner unter dem aphilischen Regime im Körper tragen muss. Durch diese Chips ist es dem Regime jederzeit möglich, den genauen Aufenthaltsort jedes Menschen zu jeder Zeit zu bestimmen. 1975 mag das Science Fiction gewesen sein, 2018 sieht die Sache dann schon etwas anders aus. Da pflanzen Firmen ihren Mitarbeitern Mikrochips ein.

Einen relativ direkten Einfluss auf die Romanentstehung dürfte die politische Lage zur Entstehungszeit gespielt haben. Schauprozesse gegen Regimegegner durch einen Menschen, der sich Bruder 1 nennt – da sind Pol Pot, die Roten Khmer und Kambodscha nicht weit weg. Ob mir das damals gefallen hätte kann ich natürlich nicht beurteilen. Bei der Veröffentlichung des Romans war ich ein halbes Jährchen alt. Heute gefällt mir dieses Zeitzeugnis ausgesprochen gut.

Kein Wunder, dass dieser Roman es in die Gold-Edition geschafft hat.

 

 

Werden sie Kung Fu Meister Eine Einweisung in total geheime Geheimkünste

Mein Heftehaufen besteht zu weiten Teilen aus Heften der Erstauflage, das Konzil und die Aphilie liegen hier jedoch in der zweiten Auflage vor. Das ist zwar aus Sammlersicht etwas bedauerlich, und auch die Erstausgaben-LKS fehlt mir aus dieser Zeit, aber trotzdem finden sich immer wieder schöne Nettigkeiten.

Ich bin ja bekennender Fan der alten Werbeanzeigen. Da fallen mir natürlich auch diese seltsam anmutenden Textwüsten in ruckelig übersetztem Deutsch in pseudoasiatischer Schrift auf, die die Rückseiten einiger Zweitauflagen-Hefte im Konzilszyklus zieren:

„Werden Sie ein Meister des KUNG FU“

„Besiegen Sie Ihren Gegner mit YUBIWAZA“

Natürlich kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass niemand durch eins der angepriesenen Bücher mit Fotos in Zeitlupe (was auch immer das sein mag) jemals irgendeine asiatische Kampfkunst gelernt hat. Aber hocherfreut war ich, dass Dan Kelly eine Menge Informationen zu den englischsprachigen Originalanzeigen auf seinem Blog zusammengetragen hat.

Und wenn ich auch immer noch bedaure, nicht im Besitz der Erstauflagen zu sein, so weiß ich immerhin, dass Mitch Fleming und seine Frau Yoshi Imanami versucht haben ihr Geld mit YUBIWAZA-Anleitungen zu verdienen.

Zyklusrückblick: Das Konzil Kroiterfahrn for Resident!

Wow, das ging schnell. Das Konzil ist Geschichte, oder es fängt gerade erst an? Egal, mit Band 700 muss ein Zyklusrückblick her.

Das steht drin

Seit einem netten kleinen Schachspiel wissen die Terraner, dass es da draußen mehr gibt, als sie sich vorstellen können und treffen die nötigen Vorbereitungen (mal wieder). Wohl getan, denn schon bald taucht ein übler Schurke mit dem schönen Namen Hotrenor Taak auf, erklärt sich zum Obermotz, macht Perry zum Hilfsobermotz und will Atlan beseitigen, weil der was gegen Motzigkeit hat.

Perry rettet seinen Kumpel und, wie sollte es anders sein, mal wieder die Erde. Nach dem erprobten Umweg durch eine kleine Zeitblase, stürzt die Erde durch einen frisch gefundenen Sonnentransmitter, und ich erreiche den Zeitpunkt, an dem ich beim Lesen denke: „Wow, das kann nur Perry. Der Todesstern ist kalter Kaffee.“

Natürlich taucht die Erde, samt lunarer Telefonzentrale, nicht am gewünschten Ort auf, so dass Perry und seine Kumpels ziemlich planlos durch einen Mahlstrom der Sterne eiern. In der Milchstraße zeigt Hetroner Taak ganz kurz, was Phase ist und zaubert allerlei Hilfsschurken aus dem Hut, von denen einer gar nicht so schurkig sind, weswegen er nur zwei Hefte mitspielen darf.

Währenddessen mischt sich Perry  fast schon traditionsgemäß in einen innenpolitischen Konflikt ein, kann die Situation im Mahlstrom aber nicht so auflösen, wie schon mehrfach zuvor gezeigt. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich den Umständen zu fügen und Terra um eine frisch gefundene Sonne kreisen zu lassen. Der Gott aus der Maschine bleibt aus. Halleluja!

Das hat mir nicht gefallen

Ich zieh die Meckerei mal vor, weil es wenig gab, was mir in diesem Handlungsabschnitt nicht zugesagt hat. Einzig direkt nach dem Eintreffen der Erde im Mahlstrom las sich die Handlung ein wenig wie eine Nummernrevue mit dem Planeten der Woche. Klar müssen sich Perry und seine Gesellen erst einmal umschauen, und außerdem tauchen ja recht bald die Ploohns auf, sodass die Handlung wieder Fahrt aufnimmt.

Das hat mir gefallen

Das Ende! – Perry ist zum ersten Mal am Boden zerstört und hängt so richtig am Fliegenfänger. Kein Gott aus der Maschine, kein Ovaron, kein mächtiger Verbündeter, der gaaaanz zufällig vorbeischaut. Ein erfrischender Dank an die damalige Expokratur!

Der Bruch mit alten Mustern! – Perry wird durch Zeus in den innenpolitischen Konflikt der Ploohns hineingezogen und kann diesmal nicht den großen Zampano machen. Vielmehr bleibt ihm am Ende keine Wahl, will er seine Heimatwelt nicht vernichten. Das war erfrischend und dramaturgisch stark. Den Schluss habe ich gern gelesen.

Kurt Mahr! – Mit seinen frühen Sachen konnte, und kann ich immer noch nicht viel anfangen. Zuviel Technikblabla, oft sehr autoritär, zu sehr Scheer-Kopie. Aber dieser ganze Handlungsblock um das „Raumschiff Terra“, seinen Flug durch den Sonnentransmitter und sein Einschwenken in die neue Umlaufbahn – das war großartig. Ich glaube nicht, dass ich einem anderen Autor das so abgenommen hätte.

Die Konzeption! – Der Zyklus ist von der Anlage her eine runde Sache und fühlt sich doch „nur“ als eine Art Auftakt an. Ein Auftakt, der zugleich Elemente vorangegangener Zyklen wieder aufgreift und Zusammenhänge aufzeigt. Das macht „Das Konzil“ bis jetzt (ja, da stehen noch ein paar Regalmeter rum) zu meinem Lieblingszyklus.

Kroiterfahrn! – Ich mag solche Figuren. Mengen nur kurz mit, sind aber richtig gut gezeichnet und bringen ihre eigene Geschichte mit. Und wenn sie dann von Johnny Bruck noch so schön porträtiert werden … hach …

Fazit

Um das abschließende Urteil können sich die Unsterblichen persönlich kümmern:

„,Wir stecken ziemlich in der Klemme, Alter!“ sagte Bull.

„Mhm!“ machte Rhodan.

„Manchmal“, sinnierte Bull, „überlege ich, wie es wäre, wenn wir wieder losschlagen würden. Nur du und ich, so wie es früher war.“

„Es wird nie wieder sein wie früher. Die Vergangenheit ist eine Sentimentalität, und die Zukunft ist eine Ungewißheit.“

(Quelle: Der letzte Magier, Perry Rhodan 655, Verlag Pabel Moewig, 1974)

Staffelrückblick – Vision Terrania Ich las Perry Rhodan NEO Staffel 1, mal wieder

So, jetzt habe ich es doch getan: Ich habe nach einigen Jahren noch einmal den Anfang des Perry Rhodan Neustarts aus dem Jahr 2011 gelesen. Nachdem ich ja beim WeltCon die illustrierte Sonderausgabe von Band 1 bekommen habe, sammelte und las ich fleißig weiter. Aus verschiedenen Gründen, riss der Faden irgendwann ab und ich verfolgte die Serie nur noch sporadisch. Mein letzter längerer Ausflug führte mich nach Andromeda. Ich hatte das einmalige Glück gleichzeitig die klassische wie auch die neu aufgelegte Reise in die Nachbargalaxie zu verfolgen. Das war ein Spaß.

Auslöser für die erneute Reise an den Anfang waren einige Bände der Platin-Edition, die in den letzten Wochen den Weg zu mir fanden.

Was steht drin

Frank Borsch und das damalige Autorenteam (das sich noch komplett aus den Reihen bewährter Erstausgabenautoren zusammensetzte) erzählen die Geschichte von Peregrins Mondfahrt neu. Die „klassische“ Rhodanhandlung ist dabei schnell abgefrühstückt. Der Sofortumschalter fliegt zum Mond, entdeckt dort ne arrogante Olle und ihren kranken Vater, fliegt zurück zur Erde und beginnt einen Weltstaat aufzubauen, der von ein paar Mutanten unterstützt wird. Die Machthaber auf der Erde finden das doof.

Wie hat es mir gefallen

Mein erster Gedanke, nach dem zuklappen des zweiten Buches: „Wow. Einem SF-Roman beim Altern zusehen. Gibt es auch nicht alle Tage.“

Frank Borschs Version der Mondreise findet im Jahr 2036 statt. Das war im Veröffentlichungsjahr 2011 noch etwas hin und ist es heute auch noch. Natürlich muss man einiges ändern bei so einem Reboot. Denn so großartig Scheers Ur-Roman auch ist, so etwas kann man heute nicht mehr schreiben.  Lochkartenrechner und irgendwelche Folien, die vom Navigationspult herübergereicht werden, sind heute genau so überholt, wie die kreisende Whiskyflasche in der Zentrale. (Was nicht heißt, dass ich die Klassiker nicht genau deshalb gerne lese. Aber ich kann ja auch Kirk toll finden die Abenteuer der Discovery mit Spannung erwarten.)

Neben einigen zeitgemäßen Änderungen erzählt die erste Staffel NEO genau das, was mir in der klassischen Serie fehlt: Wie reagiert eigentlich die Menschheit, wenn irgendjemand ein Alien mitbringt? Was passiert mit den ganz gewöhnlichen Menschen? Wie reagiert die Presse und wie gerät das Machtgefüge auseinander? All das wurde von Scheer und Darlton ja nur knapp bis gar nicht geschildert. Da machte es „Plopp“ und die Dritte Macht war etabliert, wenn man von des Eskapaden des Overhead mal absieht.

Was mich aber wirklich faszinierte, und da komme ich zu meinem ersten Gedanken zurück, sind die ungewollten Parallelen zwischen Scheers Roman und der Neufassung durch Frank Borsch. Wenn zum Beispiel einer der Protagonisten im Jahr 2036 noch einen myspace-Account hat, oder gefühlt alle drei Sätze betont wird, dass man mit einem Tablet-Computer immer und überall ins Netz kann (weswegen die Dinger natürlich Netz-Tablet heißen), dann ist das im Grunde nichts anderes, als die Lochkartenrechner im fiktiven Jahr 2000 der klassischen Serie. Myspace lag im September 2017, sechs Jahre nach Erscheinen des ersten NEO Romans nur noch auf Rang 3202 des Alexa Rankings. Das im Jahr 2010 erschienene iPad 1  war in der 3G-Ausführung erst einige Monate nach der WiFi-Version erhältlich und damals der neueste shice. Natürlich musste man das betonen.

Und was ist eigentlich mit Elon Musk, Richard Branson und Burt Rutan?  Der erste gründete SpaceX im Jahr 2002, ein Unternehmen das mittlerweile Marktführer beim Transport von Satelliten in den Orbit ist. Branson und Rutan gewannen im Jahr 2004 den Ansari X Price, indem sie 3 Menschen auf eigene Faust in den Weltraum beförderten (zumindest über die Kármán-Linie, die ja auch für Herrn Gagarin maßgeblich war). In Perry Rhodan NEO findet private Raumfahrt nur in wenigen Zeilen ganz am Ende der Staffel Platz, sie scheint nicht zu existieren. Peregrin fliegt brav für die NASA, und auch alle vorhandenen Mondstationen scheinen staatlich finanziert.

Ich glaube, es war Andreas Eschbach, der mal über die Undankbarkeit von Zukunftsvisionen geschrieben hat. Ich jedenfalls mag das, wenn SF altert. Besonders, wenn sie so gut altert, wie die erste NEO-Staffel.

Was allerdings erschreckend ist, sind die klimatischen Bedingungen, die Frank Borsch und seine Kollegen schildern. Florida ist wegen des angestiegenen Meeresspiegels abgesoffen, die Erde im NEOversum ist spürbar heißer. In der Zusammenschau mit den aktuellen realen Klimaberichten wird mir da mulmig. Sehr sogar.

Ein paar Gedanken zur Platin-Edition

Während ich die erste Staffel in Form der beiden wunderbar aufgemachten Hardcoverbände der Platin-Edition las, vermeldete Sabine Kropp auf der Verlagshomepage leider, dass die Hardcoverreihe mit Band 18 eingestellt wird. Das heißt, dass nach der Staffel „Epetran“ Schluss mit bibliophilem NEO-Genuss ist. Danach bleiben Taschenhefte und eBooks.

Das Erscheinen der silber-glänzenden Bücher ließ mich zunächst relativ kalt. Ich habe alle Taschenhefte hier stehen, und die in jedem Band enthaltenen Kurzgeschichten gibt es ja für schmales Geld auch elektrisch. Außerdem bin ich kein Freund der klassischen Silberbände. Ich mag das Design nicht und finde es komisch, dass die Hefte gekürzt sind. Ich habe versucht, den Serienanfang in der Form zu lesen, aber es hat mich merkwürdig kalt gelassen.

Als ich die ersten Bände der Platin-Edition, dann im modernen Antiquariat meines Vertrauens fand, war ich wider Erwarten nicht ganz unfasziniert. Die Bände haben eine wertige Austrahlung (auch wenn der glänzende Einband verdammt leicht verkratzt), sind etwas größer als die klassischen Silberbände und enthalten vier komplette Romane, sowie eine Kurzgeschichte und in späteren Bänden auch ein kurzes Nachwort.

Für knapp 20 Euro erhält man über 600 wunderschön verpackte Seiten – definitiv kein Buch für die Badewanne. Eher was für lange Leseabende und ein schönes Bild im Regal.

Respekt dafür, dass ein Verlag das Wagnis eingeht, eine Serie, die sonst im Zeitschriftenständer zu finden ist,  so aufwändig zu präsentieren. Es ist schade, dass nach 18 Bänden Schluss ist, aber es ist toll, dass es die ersten 72 Taschenhefte in so einer bibliophilen Ausgabe gibt.

3. Perry Rhodan-BrühlCon am 14.09.2019 Ein Beitrag, frisch kopiert vom Zeitreisenden

Volker hat heute auf seinem Blog zum 3. BrühlCon eingeladen und er hat mir erlaubt, den Beitrag hier zu paraphrasieren:

Volker, ich und der Unsterbliche

Volker Hoff (der Zeitreisende), Ralf Entz und ich laden auch im Jahr 2019 zum 3. Perry Rhodan-BrühlCon nach Brühl (bei Köln) ein.

Nachdem der letzte BrühlCon am 15.09.2018 eine sehr gelungene Veranstaltung war, wollen wir uns am Samstag, den 14.09.2019 wieder um 18.00 Uhr im Brühler Wirtshaus (am Bahnhof) treffen und über die Welt von Perry Rhodan & Co. diskutieren, Neuigkeiten austauschen und möglichst viele neue PR-Fans kennenlernen.

Diesmal haben wir das gesamte Obergeschoss im Brühler Wirtshaus bereits fest reserviert und hoffen, dass wir die Teilnehmerzahl weiter erhöhen können!
Es wäre doch klasse, wenn in 2019 beim nächsten Treffen um die 50 Teilnehmer kommen würden 🙂
Wir würden uns riesig freuen, wenn wieder viele Autoren beim Treffen dabei wären!
Fest zugesagt haben jetzt schon die Autoren Dietmar Schmidt, Robert Corvus und der bekannte Science Fiction-Autor Phillip P. Peterson.

Ziel des Treffens ist es auch, jüngere Leserinnen und Leser für die größte Science Fiction-Serie der Welt zu begeistern.
Einen ausführlichen Bericht über den 2. BrühlCon kann man z.B. hier nachlesen.

Fahrtkosten und Verzehr wie immer auf eigene Kosten.
Die Anreise kann mit Zug (Treffpunkt direkt am Bahnhof) oder mit PKW erfolgen (es sind genügend kostenpflichtige Parkplätze direkt am Bahnhof vorhanden).

Wir freuen uns wieder auf ein intergalaktisches Treffen und können es kaum erwarten, euch alle im nächsten Jahr wiederzusehen! Wir werden natürlich wieder die ein oder andere Überraschung einplanen!

Wir werden zusätzlich noch in diesem Jahr eine eigene BrühlCon-Website freischalten.

Falls Ihr also bei diesem durch und durch galaktischen Treffen dabei sein möchtet (und euch noch nicht über Facebook angemeldet habt), schreibt kurz unten einen Kommentar rein. So können Volker und ich die Anmeldungen besser überblicken.

Wie immer bis dahin: galaktische Grüße von Volker, Ralf und Martin!

Monatsrückblick – Oktober 2018 Irgendwie Routine

Ich stelle mal eine These auf: Wenn ich am Ende meiner Lesereise durch das Perryversum auf den Oktober 2018 zurückschaue, werde ich mich vermutlich an nicht all zu viel erinnern können. Hoffentlich wird der Grund dafür nicht fortgeschrittene Vergesslichkeit sein, sondern viel mehr der routinierte Leseverlauf des vergangenen Monats.

Bilanz: Ich habe durchschnittlich 1 Heft der Erstauflage pro Tag gelesen, wobei die Betonung auf „durchschnittlich“ liegt, da sich komplett unrhodanistische Tage mit Anfällen gepflegten binge readings abwechselten. Aktuell stecke ich im letzten Drittel des Konzilszyklus. Schon nicht schlecht, was sich der Herr Voltz da damals ausgedacht hat …

Außerdem bin ich zufällig an die ersten vier Bände der Platin-Ausgabe gekommen. (Nicht dass ich nicht alle NEOs hier hätte, aber so in gebundener Form machen die sich ganz gut im Regal und das Angebot fiel so unter die Kategorie „Beifang“. Das konnte ich unmöglich aussschlagen.)

Ich habe den ersten Platinband gelesen und bin fasziniert von den Anfangen des Rhodan reboots. Durchaus eine interessante Erfahrung, einer noch relativ jungen Serie beim Altern zuzuschauen. Vielleicht schreibe ich darüber was, wenn ich die erste Staffel komplett durch habe. Mal schauen.

Ach ja! Die Karten für die Jubiläumsveranstaltung zu Band 3000 lagen gestern in der Post. Auf der einen Seite finde ich es Schade, dass es keinen WeltCon geben wird, auf der anderen freue ich mich auf das, was jetzt schon an Programmpunkten und Veröffentlichungen bekannt ist.

Im Bannkreis der Pyramide Man reiche mir einen Nullzeit-Deformator

Bei meiner Lesereise bin ich heute an Band 679 – Im Bannkreis der Pyramide vorbeigekommen.

Die Menschheit findet sich samt Erde im Mahlstrom der Sterne wieder, muss sich erst einmal orientieren und bekommt es mit einer Riesenameise namens Zeus zu tun. Das klingt abstrus, ist aber nicht ganz unspannend zu lesen, wobei es mir das Heft selbst jetzt nicht unbedingt angetan hat. (Das könnte eventuell daran liegen, dass ich mit Vlcek-Romanen bisher noch nicht sonderlich warm geworden bin.)

Im Bannkreis der Pyramide – © Pabel Moewig Verlag, 1974

An und für sich, so könnte man meinen, ist der Bannkreis der Pyramide kein wirklich besonderes Heft, wenn da nicht das Erscheinungsdatum wäre: 27.08.1974.

Das ist doch tatsächlich genau zwei Tage vor meinem Geburtstag. (Mit einem kleinen Nullzeit-Deformator wäre das schnell angepasst, aber die Dinger werden ja von mir boykottiert.)

Leider liegt von meiner Geburtstagsnummer nur die 2. Auflage auf meinem Heftehaufen, die aber, und das fand ich dann wieder schön, auf der LKS den Leserbrief eines gewissen Denis Scheck bringt, der sich ja um den Unsterblichen auch nicht ganz unverdient gemacht hat.

Gelesen: Das schwarze Schiff SciFi-Horror vom Raketeningenieur

Eine der häufigsten Fragen in der letzten Zeit lautet: „Wie schaffst du es, täglich ein Perry-Rhodan-Heft zu lesen, ohne bekloppt zu werden?“

Phillip P. Peterson (Foto: Peterson)

Die Antwort liegt auf der Hand: Spaß an der Sache und regelmäßige Lektüre komplett anderer Bücher. Der letzte Beklopptheitsverhinderer dieser Art war „Das schwarze Schiff“ von Phillip P. Peterson. Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Autor freundlicherweise kostenlos als eBook zur Verfügung gestellt.

Phillip P. Peterson ist das Pseudonym eines Autors, der in der Nähe von Bonn lebt.

Bevor er sich ab 2014 als freiberuflicher Schriftsteller ganz seinen Romanen widmete, war er beim DLR im Management für Erdbeobachtungssysteme tätig.

Worum geht es?

Die Menschheit hat sich in einer fernen Zukunft über mehrere Planetensysteme ausgebreitet und leider immer noch nichts besseres zu tun, als sich gegenseitig zu bekriegen. Die Besatzung eines interstellaren Bombers strandet nach einer so gerade eben überlebten Mission im leeren Raum, als ein mächtiges Raumschiff als scheinbarer Rettungsanker auftaucht. Die Gestrandeten bekommen luxuriöse Kabinen und beste Verpflegung gestellt.

Doch was paradiesisch beginnt, wandelt sich schnell zu einem Alptraum, in dem hinter jedem Schott tödliche Gefahren lauern.

Was hat mir gut gefallen?

Schon die Lektüre von Paradox hat gezeigt, dass niemand bei einem Peterson-Roman sicher ist; am allerwenigsten der Leser. Was beginnt wie knallharte military science fiction, wandelt sich schnell in eine Art Robinsonade im Weltraum, die schön langsam in ein fürchterliches Horrorszenario übergeht. Und gerade, wenn man es sich im Horror so schön bequem gemacht hat, überschlägt sich der Plot mehrfach und rasantestens. Nichts ist so, wie es scheint, und drei Seiten weiter ist wieder alles anders. Sehr fein!

Peterson weiß, die Beklemmung und Finsternis auf dem geheimnisvollen Raumschiff spannend zu inszenieren, und die Schrullen des Bordcomputers nicht ins Komische gleiten zu lassen. Jede Antwort, die das mächtige Schiff gibt, wirft nur neue Fragen auf – sowohl beim Expeditionskommando, als auch beim Leser. Spannend!

Sehr gut gefallen hat mir die technische Komponente, die gerade zu Beginn des Romans, vor dem Auftauchen des schwarzen Schiffes eine große Rolle spielt. Hier spürt man als Leser, das Peterson in seinem ersten Leben Raketenwissenschaftler war.  Seit Babylon 5 habe ich nicht mehr so schöne Flugmanöver im Weltraum gesehen. Klasse!

Was hat meinen Lesefluss gebremst?

Sprache lebt. Sie wandelt sich. Und das ist, um Klaus Wowereit zu paraphrasieren, auch gut so. Bei zwei Sachen bin ich allerdings pienzig:

1) Es heißt Pampelmuse und nicht Grapefruit.

2) Sinn ergibt sich.

Das Erste ist mein privat-persönlicher Spleen, aber gemachter Sinn ist grottenverkehrt. Pampelmusen rollen leider nicht durch das schwarze Schiff, aber die doch recht häufig auftauchende Sinnmanufaktur hätte im Lektorat auffallen müssen.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Unbedingt! Alien, Pandorum, Arthur C. Clarke, Heinlein, Dan Simmons, Hieronymus Bosch … die Liste der Beteiligten in meinem Kopfkino ist lang. Phillip P. Petersons „Das Schwarze Schiff“ ist düstere Science Fiction, die einfach Spaß macht zu lesen. Technisch fundiert und fantastisch zugleich erzählt, reißt das schwarze Schiff seine Leser mit und bietet schauderhaft gute Unterhaltung.

Wo bekomme ich das Buch?

„Das Schwarze Schiff“ – © 99designs

Das Schwarze Schiff (Taschenbuch, 472 S.) ist ab sofort beim Buchhändler Ihres Vertrauens unter der ISBN 978-3-7481-2889-2 erhältlich.

Das Hörbuch wird vermutlich Anfang 2019 bei Audible erscheinen.

Gelesen: Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos Ein Gastbeitrag von Markus Regler

Ben Calvin Hary hat mit “ Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos“ seinen ersten „großen“ Roman vorgelegt. Nachdem ich seine Lesung auf dem GarchingCon 2018 besucht hatte, war ich sehr erwartungsvoll. Dort hatte er das erste Kapitel gelesen und die Grundidee der Geschichte sowie die Hauptfigur machten Lust auf mehr. Dank des Besuchs einer weiteren Lesung im Rahmen des ColoniaCon hatte ich beim Selberlesen endgültig ständig den russischen Akzent des Boris Koshkin im Ohr.

Ben Calvin Hary präsentiert kosmische Kommunisten

Inhalt:

Die Geschichte beginnt im Jahr 1957. Der Sputnik-Schock erschüttert die USA und Boris Koshkin, ein russischer Überläufer, fürchtet um seine Daseinsberechtigung in Amerika, weil er seine Nützlichkeit verloren hat, wie er selbst denkt. Daher lässt er sich in aller Öffentlichkeit von seinem ausgeprägten Ego hinreißen und prahlt damit, einen Sternenantrieb erfunden zu haben, der nur noch gebaut werden müsse.
Unter Mithilfe seines Schwiegersohns in spe, Geoffrey Miller, der trotz Ingenieursdiplom nicht der allerhellste Stern am Himmel zu sein scheint, macht er sich daran eine Rakete zu bauen, die in wenigen Tagen einmal zum Jupiter und zurück rasen soll. Das Problem ist nur: ein solches Triebwerk existiert nicht.

Inzwischen haben Aliens, die sich auf Horchposten im Sonnensystem befinden, von Koshkins neuem Sternenantrieb erfahren. Dieser ist scheinbar besser als der technische Standard in der Milchstraße, so dass die Außerirdischen sich ihn unter den Nagel reißen wollen. Sie erhoffen sich davon einen technischen Vorsprung in einem in der Galaxis schwelenden Konflikt. Also entführen sie Koshkin samt seiner Tochter Natasha, Geoffrey und der Rakete. Auch Koshkins Nachbar Saizew kommt als Beifang mit.

An Bord des fremden Raumschiffes entpuppen sich die Außerirdischen, die sich Mokkosshin nennen, als bananoide Lebensform, die zudem in einer kommunistischen Gesellschaft leben. Nun droht Koshkins Schwindel aufzufliegen und die Mokkosshin wollen den neuen Antrieb um jeden Preis haben.

Was als leicht skurrile Geschichte startet, entpuppt daher sich im Handlungsverlauf immer mehr als Kampf um Leben und Tod für die Protagonisten.

Mein Eindruck:

Ich möchte die Besprechung mit einem persönlichen Glanzpunkt beginnen: Das Titelbild.
Es stammt von Arndt Drechsler und ich bin begeistert davon!
Es zeigt in Blautönen gehalten ein Raumschiff der Mokkosshin über der Erde. Zwar wurde auf dem ColoniaCon von einem Bekannten bemängelt, dass es schon zu viele Cover mit einem Raumschiff vor einem Planeten gäbe. Das mag sein, ist mir aber in diesem Fall total egal. Ich finde das Bild hervorragend und hoffe auf eine Posterausgabe zum Aufhängen im Wohnzimmer!

Besonders seine Hauptfigur Koshkin hat Hary mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattet. Getrieben von seinem Ego und Narzissmus wandelt Koshkin zumeist zwischen Genie und Wahnsinn. Mehr als einmal vermutete ich, dass er eigentlich einfach nur verrückt ist. Dabei ist er eigentlich eine tragische Figur, die um Anerkennung ringt.
Geoffrey ist ein liebenswertes Dummerchen, dessen Charakterisierung ich nicht in Gänze nachvollziehen kann. Einerseits ist er studierter Ingenieur, was auf einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten schließen lässt, andererseits wirkt er an der einen oder anderen Stelle einfach nur dümmlich, was nicht zu seiner Ausbildung passt. Er hat im Laufe der Geschichte viel zu erleiden, so dass man ihn als Leser am liebsten in den Arm nehmen möchte.
Das tut aber bereits Natasha Koshkin. Eine intelligente und toughe junge Frau, die als Physikstudentin in die Fußstapfen ihres Vaters tritt. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und steht ihre Frau im Kampf gegen ihre Entführer. Eine Frauenfigur, wie man sie in der Handlungszeit nicht unbedingt erwarten würde, aber auch und gerade deswegen bildet sie einen schönen Kontrast zu Koshkin und Geoffrey.

Die Bananen-Aliens werden mit viel Tiefe geschildert. Obwohl wenig Platz für die Beschreibung der Lebenswirklichkeit der Mokkosshin vorhanden ist, schafft es Hary, die wesentlichen Charakterzüge ihrer Kultur hervorzuheben. Die Gesellschaftsstruktur wird dabei ebenso angerissen, wie Anatomie und Fortpflanzung der Außerirdischen. Auf dieser Basis wird auch die Motivation einzelner Alien-Figuren sehr gut nachvollziehbar gemacht. Man merkt, dass in dieses Volk von Bananenwesen eine Menge von Harys Herzblut und Hirnschmalz geflossen ist.
Für mich ein Highlight des Romans!

Wie schon angesprochen fand ich die Grundidee des Romans bereits im Teaser sehr ansprechend und wurde auch vom Rest des Buches nicht enttäuscht. Die Handlung entwickelt sich stringent und ich habe beim Lesen keine Längen empfunden. Mit einigen Wendungen bewegt sich die Geschichte auf ein spitzes Ende zu und ist dabei nicht frei von Überraschungen.
Auch sprachlich bewegt sich der Roman auf hohem Niveau und immer wieder offenbart Hary dabei einen mir sehr sympathischen Humor.
Anfangs ist die Geschichte von dieser humorigen Darstellung geprägt. Zum Ende hin bekommt sie aber einen Schuss Ernsthaftigkeit, die in hartem Kontrast zu den anfänglichen oftmals skurrilen Szenen steht. Hier hatte ich den Eindruck, dass Hary ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist. Ein klein bisschen weniger, wäre wohl mehr gewesen.

Wenn ich weitere Meckerpunkte nennen müsste, dann wären das der bereits angesprochene dümmliche Geoffrey und die eine oder andere physikalisch-technische Ungenauigkeit. Aber das alles ist Jammern auf hohem Niveau und tut dem Lesevergnügen keinesfalls einen Abbruch.

Mir hat der Roman unglaublich viel Spaß gemacht. Er war erfrischend, er war spannend und er hat mich gepackt. Ich wollte ihn nicht mehr aus der Hand legen.
Was will man mehr?

Lieber Ben, ich freue mich auf die Fortsetzung, die sich – wenn man Hinweisen in sozialen Netzwerken glauben darf – bereits in der Entstehung befindet. Ich drücke – nicht ohne Eigennutz – die Daumen, dass es bis zum fertigen Roman nicht wieder sechs Jahre dauert!