von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Schlagwort: Die Dritte Macht

Herr Rhodan aus Kindersicht

Eine etwas andere Rezension zu Unternehmen STARDUST

Kürzlich habe ich die zwölfteilige Europa-Hörspielserie rund um die Frühzeit des Unsterblichen gehört. Als Fazit konstatierte ich, dass der zweite Anlauf des Hörspielstudios rund um Heikedine Körting deutlich weniger schräg ist, als der erste Anlauf aus den 1970ern.

Aber taugen die Hörspiele auch dazu, Menschen von Rhodan zu begeistern, die bisher nichts oder wenig mit ihm zu tun hatten? Zusammen mit meiner hörspielaffinen zehnjährigen Tochter bin ich dieser Frage nachgegangen. Herausgekommen ist die erste Heftehaufenrezension aus Kinderhand. Ich übergebe an Kind Heftehaufen:

Im Auto habe ich mit meinem Papa Perry Rhodan gehört. Es war spannend. Im Hörspiel fliegt Perry Rhodan mit einer Rakete zum Mond und trifft die außerirdischen Arkoniden. Die außerirdische Frau ist am Anfang sehr gemein. Ich fand cool, dass es Außerirdische gab. Ich fand auch toll, dass die Außerirdischen selber Raumschiffe haben. Bestimmt ist es spannend, Außerirdischen wirklich im Weltraum zu begegnen.

Ich finde es toll, dass die Arkoniden unglaubliche Macht besitzen. Es war ein bisschen gruselig, dass es auf der Erde einen Atomkrieg geben sollte. Aber der Rest war nicht zu unheimlich.

Wenn wir mal wieder Auto fahren, würde ich das nächste Hörspiel gern hören.

Meine Herren!

Eben hörte ich die Silberedition 2 – Das Mutantenkorps ein Stück weiter. Herr Rhodan kämpft da gerade gegen die Bedrohung durch die Individualverformer. Und was macht der gute Mann? Kurzerhand vergattert er die Führer der drei Machtblöcke dazu, doch nun endlich bitte sehr eine einheitliche Linie zu finden und als geeinte Menschheit zu agieren. Eingeleitet wird das natürlich, wie immer mit den Worten „Meine Herren!“

Beim ersten Lesen klang da bei mir natürlich K.H. Scheer mit. Und jetzt? Tja, da labert der ehemalige Führer der freien Welt nationalistischen Unsinn, die EU scheint nur noch auf dem Papier zu existieren und jedes Land versucht zu schauen, wie es selbst am besten aus der aktuellen Krise entkommt.

Versteht mich bitte nicht falsch – starke Männer, die mal eben was verfügen, sind absolut nicht meins. Wer die Anfänge meiner Lesereise kennt, weiß um meine Schwierigkeiten mit einigen Szenarien aus der rhodanistischen Frühzeit. Aber ein bisschen mehr Terraner und weniger „Make only my country great again!“ wäre schon nicht schlecht. Zum Glück erlebe ich in meinem direkten Umfeld viel Solidarität und die Menschen hier in der Osteifel scheinen auch zu wissen, wie man aufeinander achtet. Immerhin.

Wie schauts denn bei euch? Lest ihr jetzt mehr? Oder eher weniger, weil so viel zu organisieren ist? Bei mir ist es im Moment etwas zerfahren, weil ich viel Zeit mit Hörbüchern verbringe, bei der aktuellen EA etwas hinterherhänge, SOL 1 noch beenden muss und die kosmische Hanse sich doch etwas zieht. Wird Zeit, mal wieder etwas zu fokussieren.

Ad Astra und bleibt gesund, Terraner.

BrühlCon für die Ohren Der Perry Rhodan Fanpodcast berichtet aus dem Wirtshaus

Den Perry Rhodan Podcast „Die dritte Macht“ habe ich ja schon mal empfohlen. Raphael, einer der Podcaster, war letztens mit seinem Tonaufzeichnungsgerät in Brühl und hat eine akustische Conversion veröffentlicht. Klingt richtig gut. Einfach mal reinhören.

Kai Hirdt, Robert Corvus und Uwe Anton kommen in der Folge natürlich auch zu Wort. (Zeichnung: Raphael Schottel)

BrühlCon Nummero Zwo

Während ich diese Zeilen schreibe, kuriere ich gerade meine NachCon-Erkältung aus und wundere mich immer mal wieder, was aus einem netten Kommentar und einem Blogartikel so alles werden kann.

Am letzten Samstag war es soweit, der BrühlCon, dieses faszinierende Zwischending aus Stammtisch und Con ging in die zweite Runde und hat damit nach rheinischem Recht den Traditionsstatus erreicht. Nachdem ich mich im Vorfeld dieses mal nach außen hin eher zurückgehalten und hinter den Kulissen gewirbelt habe, hat Volker allerkräftigst die Werbetrommel gerührt, was dazu führte, dass wir ein halbes Dutzend Autoren begrüßen durften und dem Wirtshaus mehrmals um eine Raumänderung bitten mussten, weil Volker von immer mehr Anmeldungen berichtete. Doch der Reihe nach!

Der Tag begann für mich mit einer entspannt-anstrengenden Runde Sport, nachdem ich am Tag zuvor unsere Contüten gepackt hatte. (Jawohl, selbst der kleinste Con der Welt braucht Contüten. Herzlichen Dank deshalb an die Perry Rhodan Redaktion und die Sammlerecke, die uns mit Tüten und allerlei Füllstoff und Gewinnmaterial versorgt und unsere kleine Veranstaltung im Vorfeld beworben haben.)

Unser Wohnzimmer versprühte zwischenzeitlich einen ganz eigenen Charme.

Gegen 15:00 ging es mit vollgepacktem Auto gen Brühl, wo ich Volker traf, der mir beim Ausladen half. Das mit dem leeren Auto zerschlug sich dann aber innerhalb von Sekunden, da kurz darauf Ulrich auftauchte, und mir den Kofferraum voller Planetenromane stellte. Sehr großartig! (Lieber Ulrich, sobald ich wieder mengen kann, bekommen die Bücher ein würdiges neues Zuhause in meinem Regal. Ich freue mich jetzt schon auf die Lektüre.)

Wir hatten kaum alles ins Brühler Wirtshaus getragen, als schon die ersten Gäste eintrudelten – weit vor der Zeit. Darunter waren auch diese drei freundlichen Menschen:

Madeleine Puljic, Kai Hirdt und Dietmar Schmidt (v.l.n.r.)

Pünktlich gegen 18:00 konnte es dann losgehen. Nachdem wir Ralf Entz noch per Videoschalte aus Kanada kurz winkten, hatte Volker mich dazu ausersehen, die Gäste zu begrüßen und gleich ein wenig zu verwirren.

Wie das so eine Veranstaltung so an sich hat, bilden sich ja relativ schnell Grüppchen. Wer sich kennt, hockt zusammen, Autoren hier, Fans da. So geht das mal gar nicht!

Um die Gäste jeck zu machen und die Menge ein wenig zu durchmischen, hatten wir uns ein kleines Quiz ausgedacht. Als Gruppenköpfe bestimmte wir je zwei der anwesenden Autoren, zu denen dann jeweils 11 bis 12 Gäste zugelost wurden. Im Team „Woolver“ spielten die „Namenszwillinge“ Dietmar Schmidt und Dieter Bohn. Männer, die mit Bart einfach noch besser aussehen, bildeten das Team „Mehandor“ – Kai Hirdt und Uwe Anton. Und aus offensichtlichen Gründen traten im Team „Matten-Willy“ Madeleine Puljic und Robert Corvus (der natürlich auch ohne Bart ganz fabulös ausschaut) an.

Nach einigen Aufwärmfragen ging es tief in die Rhodanhistorie. Beispiele für Fragen gefällig? Gern:

Welche Formulierung stammt nicht aus einem Perry Rhodan Romanheft?

a) „Welches kosmische Spiel wurde da gespielt?“
b) „… ein vollkommener Wurf in einem kosmischen Kegelspiel.“
c) „Ihr Problem war ein anderes. Das Spiel. Ein kosmisches Schachspiel …“

oder auch speziell für Robert Corvus:

Wie lautet der Titel von Band 5000, wenn es nach den Worten Andreas Eschbachs vom Weltcon 2011 geht?

Ein nettes kleines Späßchen, nach dem wir uns lecker Essen aus der Brühler Wirtshausküche widmeten und die Gespräche ihren Lauf nahmen. Jeder quatschte mit jedem, die Autoren geben fleißig Autogramme, erzählten von ihrer Arbeit und standen für Fotos zur Verfügung. Genau so hatten Volker und ich uns das gedacht.

Udo Moersch und Robert Corvus (v.l.n.r. – Foto: Udo Moersch)

Die anwesenden Autoren beim Spontangruppenfoto – Kai Hirdt, Madeleine Puljic, Robert Corvus, Uwe Anton, Dieter Bohn, Dietmar Schmidt (v.l.n.r. – Foto: Udo Moersch)

Uwe Anton signiert einen seiner beiden Planetenromane (Foto: Udo Moersch)

Ein weiterer geplanter Programmpunkt – Premierenlesungen von Kai und Uwe – mussten leider entfallen, da wir in unserem Raum nicht alleine waren und somit keine Mikroanlage aufbauen konnten. (Ziel für den nächsten BrühlCon: 50 Gäste. Dann sind wir da oben in dem Raum alleine.) Der guten Stimmung tat das keinerlei Abbruch. Bis nach Mitternacht blieben die letzten Gäste, um über den Unsterblichen und viele, viele andere Themen zu quatschen. Ich selbst war dann irgendwann sehr früh morgens daheim, nachdem wir mit zwei fleißigen Helfern alles wieder in mein Auto geräumt hatten und ich endlich ein wenig runtergekommen war.

Besonders hat mich gefreut, dass Raphael vom Perry-Rhodan-Podcast „Die dritte Macht“ da war. Ein Mann der für O-Töne kam und mit Interviews nach Hause ging. Ich bin gespannt auf die Folge über den BrühlCon.

„Möchtegerninterviewer bedrängt Autor mit seinem imposanten Gerät.“ (Foto: Udo Moersch, Bildunterschrift: Raphael Schottel)

Natürlich kann es unsere kleine Veranstaltung nicht mit den großen Cons in Köln und München aufnehmen. Das wollen wir auch gar nicht. Mir hat es große Freude gemacht, mit Menschen einmal länger zu quatschen, als das auf den prominenten Veranstaltungen mit vollem Programm in der Regel möglich ist, ohne in die Routine eines festen Stammtischs zu verfallen. Noch größere Freude hat mir bereitet, dass die anwesenden Raketenheftverrückten das offenbar ähnlich gesehen haben.

Die Rückmeldungen am Ende des Tages und am nächsten Morgen lassen leider nichts anderes zu, als einen dritten BrühlCon in ganz ähnlichem Rahmen für 2019 anzupeilen.

Spät am Abend konnten dann auch Volker und ich das beliebteste Fotomotiv des Abends kapern.

P.S.: Antowrt b stammt aus dem Roman Terror von Dan Simmons und Band 5000 heißt „Das Imperium der Mausbiber“

 

Update 30.09.2018

Wer den BrühlCon nachhören will, kann das gerne bei der dritten Macht tun. Sehr hörenswert.

(Zeichnung: Raphael Schottel)

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