von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Schlagwort: Michael Tinnefeld

Monatsfazit – März 2021

Der Winterschlaf ist beendet

Wohlan! Es ist zwar schon wieder ein Drittel des Monats April rum, aber das sollte mich nicht hindern, kurz zurückzublicken, schließlich passiert hier seit März 2021 wieder etwas, und das erfüllt zumindest mich mal mit Freude.

So lief die Leserei

In der aktuelle Handlung bin ich gerade mal raus, dafür fasziniert mich der Cantaro-Zyklus wieder um so mehr. Nach einer abermals längeren Pause bin ich wieder regelmäßig dabei. Auch wenn ich noch nicht beim vorletzten Band „Rhodans Tod“ angekommen bin, sollte einem Zyklusrückblick in den nächsten Tagen nicht viel entgegen stehen.

Bei Wega stecke ich noch mitten in Band 1, habe aber vor, die Serie parallel zum Erscheinen zu lesen. Im Moment ist mein Zug zur Ausgleichsliteratur recht groß, sonderbarerweise liegen da gerade vor allem Sachbücher rum. Auch interessant und weit weg vom Perryversum.

Nebenher gibt es im Auto immer mal wieder eine Folge der wunderbaren Hörspiele rund um den „Sternenozean“. Obwohl mir die letzten beiden Folgen da gar nicht zugesagt haben, freue ich mich immer wieder, wenn ich ein Stück dieses Hörspielmonuments auf die Ohren bekomme.

Zum Thema Sammlungsaufbau

Ich hatte ja kürzlich ein wenig über die Planetenromane gesprochen. Es ist mir immer noch eine große Freude, dass ich nun die komplette Printauflage der Planetenromane aus dem Zaubermondverlag mein Eigen nennen darf. Das sind wirklich hochwertige Taschenbücher, eine Zierde fürs Regal und Garantie für ein tolles Leseerlebnis.

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Ich erzähle was über die unterschiedlichen Auflagen der Planetenromane

Und sonst so?

Mir fehlt das Fandom, die Cons, das direkte Gespräch. Leider ist da immer noch kein Land in Sicht. Ein kleiner Trost ist mir da die neue Kooperation mit Torsten, der die aktuellen Wega-Hefte bespricht:

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Außerdem, da darf ich ganz uneigennützig mal dezent einen Hinweis streuen: Bei p-machinery gibt es ein tolles Buch von Michael Tinnefeld und Uli Bendick. Unter dem Titel Diagnose F haben die beiden ein paar wunderbare Kurzgeschichten versammelt, in denen das Thema „seelische Erkrankungen“ auf Science Fiction trifft. Mit „Die Leben des Gian Lee Schmitt“ durfte ich selber einen kleinen Beitrag leisten.

Michael Tinnefeld & Uli Bendick (Hrsg.)
DIAGNOSE F
Science-Fiction trifft Psyche
AndroSF 138
p.machinery, Winnert, Februar 2021, 352 Seiten
Paperback: ISBN 978 3 95765 230 0 – EUR 27,90 (DE)
Hardcover: ISBN 978 3 95765 231 7 – EUR 44,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 864 7 – EUR 9,99 (DE)

Im Verlagstext heißt es zu diesme Buch:

Psychische Störungen eröffnen uns einen meist unbekannten, fremden und manchmal bizarren Kosmos.
»Diagnose F« entführt mithilfe von 35 Erzählungen und ebenso vielen Illustrationen in die Welt der seelischen Erkrankungen, deren Symptomen und möglicher Therapien. Die Grafiken stammen von zwei Künstlern, die die Geschichten auf ihre Art grafisch interpretieren. Ein Psychotherapeut diagnostiziert, analysiert und kommentiert jede Erzählung fachlich, sodass eine Verbindung zwischen Science und Fiction hergestellt wird.
Die Kurzgeschichten spielen in naher wie in ferner Zukunft und handeln von einem depressiven Alien, einer paranoiden KI, einem spielsüchtigen Menschen mit Gehirnchip, einem narzisstischen Psychiatrieprofessor, überaus konsequenten Robotern, einem schizophrenen Retter der Welt und vielem mehr.

Copyright: p.machinery 2021

Gelesen: Die Heilerin von Hangay Band 20 der PRFZ Fanedition

Im Schatten der großen Ereignisse rund um Band 3000, NEO 200 und 40 Jahre Silberbände kommt ein viertes kleines, nachgerade unscheinbares Jubiläum im Perryversum daher: Die PRFZ, die Perry Rhodan Fan Zentrale, veröffentlicht Band 20 der Fanedition. Pünktlich zum ColoniaCon erschien „Die Heilerin von Hangay“ von Michael Tinnefeld und Gerhard Huber.

Die Heilerin von Hangay, Grafik: Uli Bendick,  © PRFZ 2018

Der Roman spielt im Jahr 1384 NGZ, also ein gutes Stück nach dem Abzug der Terminalen Kolonne TRAITOR und damit weit in meiner relativen Lesezukunft. Mit Absicht ließ ich die Perrypedia zu und näherte mich dem Werk mit den staunenden Augen des Ahnungslosen.

Was steht drin?

Dao-Lin-H’ay, bekannt als die Heilerin von Hangay zieht durch eine versehrte Galaxis, um medizinische Hilfe überall dort zu leisten, wo immer sie nötig ist. Auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel havariert ihr Schiff und stürzt auf einen rätselhaften Planeten. Das Unternehmen droht kolossal zu scheitern, Rettung ist nicht in Sicht, als eine bizarr-faszinierende Lebensform auftaucht, mit der niemand mehr gerechnet hat. Denn eigentlich dürfte es sie gar nicht mehr geben.

Wie hat es mir gefallen?

Da der Roman in einer Handlungszeit des Perryversums spielt, in die mir bisher komplett die Einblicke fehlen, durfte ich den Roman nahezu mit den Augen eines Neulesers zu mir nehmen. Dementsprechend war ich ein wenig gespannt, ob es mir gelingen würde, der Handlung zu folgen.

Nach einer Einleitung, die mich ein wenig ratlos zurückließ, ob mich ein actionreiches Weltraumabenteuer, eine spannende Geschichte auf einem Planeten oder eine zutiefst psychologische und sehr langsame Erzählung erwartet (Vermutlich hat mich der Felide auf dem Cover an Larry Nivens Ringwelt erinnert, bis mir klar wurde, dass es sich um die Protagonistin handeln muss.), nahm die Geschichte spätestens nach der Bruchlandung auf dem fremden Planeten deutlich an Fahrt auf. Faszinierende Charaktere kämpfen in einer feindlich gesonnenen Umgebung, die mich immer wieder an den Planeten in „Enemy Mine“ erinnerte, um ihr Überleben. Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu, Gerhard Huber und Michael Tinnefeld zelebrieren hier einen schön langsamen Spannungsaufbau. Ob die letztendliche Auflösung für den erfahrenen Rhodanisten überraschend kam, kann ich nicht beurteilen. Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, mal wieder eine der beiden Solaris-Verfilmungen anzuschauen. Eine Assoziation, die natürlich um Lichtjahre am Perryversum vorbeischeppert.  (Kommunikation in SF-Romanen scheint gerade mein Thema zu sein, irgendwie).

Der Stil der Autoren gefällt mir gut; man spürt deutlich, dass die beiden bereits schriftstellerische Erfahrungen gesammelt haben. Michael Tinnefeld kann seinen Beruf als Psychologe nicht verleugnen. In den allermeisten Fällen verhilft es den Personen zu mehr Tiefe, an ganz wenigen Stellen hätte es ein wenig weniger Psychologie sein können. Aber das sind Details.

„Die Heilerin von Hangay ist ein flüssig zu lesender Science Fiction Roman, der auch für Einsteiger ins Perryversum bestens geeignet ist. Außerdem spielen ein Matten-Willy und ein Posbi mit, was mich persönlich hochgradig erfreut hat.

Bezugsquellen:

Da es sich um eine nichtkommerzielle Fanpublikation handelt, ist „Die Heilerin von Hangay“ nicht im regulären Buchhandel erhältlich. Interessenten schlagen im Space-Shop der PRFZ zu, oder verfallen auf einer der einschlägigen Conventions in ein Schwätzchen mit den beiden Autoren und bekommen ein signiertes Exemplar. (Danke Michael für das erste Autogramm deines Lebens. Es ist mir eine Ehre.)

Gerhard Huber (l.) und Michael Tinnefeld (r.) präsentieren „Die Heilerin von Hangay“ auf dem ColoniaCon 2018.

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