von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Kategorie: Empfehlungen (Seite 1 von 13)

Ab und zu lese ich Dinge, die ich so gut finde, dass ich sie gern weiterempfehle. Manchmal muss ich auch einfach nur ein paar Gedankensplitter festhalten. Das landet alles hier.

Der G-man trifft das Mutantenkorps

Kurt Kobler -Bomben, Gangster und Mutanten

Lange Zeit war es hier ruhig, Corona, andere Maläste und Krankheiten bremsten mich aus, aber ich las weiter. Diesmal auf dem Nachttisch:

Kurt Kobler
Bomben, Gangster und Mutanten - Wir gegen die Individualverformer
Ein Crossover-Roman und eine Hommage an Jerry Cotton und Perry Rhodan
Januar 2022 - Terranischer Club Eden

Um es gleich vorweg zu schreiben: Der Autor hat mir ein kostenloses Rezensionsexemplar geschickt, das ich gern angenommen habe, weil ich die Frühzeit-Ausflüge des TCE und seiner Fanautoren wirklich gern mag. Da das ganze Heft nicht kommerziell ist, muss ich auch wohl nicht Werbung drüberschreiben.

Was steht drin?

Jerry Carbon ist ein G-Man, und damit einer der härtesten Ermittler der Stadt. Dummerweise haben es die Individualverformer, die durch die Eskapaden eines seltsamen Risikopiloten auf die Erde aufmerksam geworden sind, auf eine Atombombe abgesehen, die im Jahr 1971 (wir erinnern uns) nicht explodiert ist. Bei der Jagd nach der Waffe ist Carbon nicht allein, sondern bekommt Hilfe von Mitgliedern des rhodanschen Mutantenkorps. Und bei soviel geballter Kompetenz ist der Drops natürlich schnell gelutscht oder in unter 60 Seiten erledigt.

Feine Heftromankost für Freunde der Frühzeit beier Serien, den Jerry Carbon ist natürlich niemand anders als Jerry Cotton, der aber nicht so heißen durfte. Wurst!

Was hat mir den meisten Spaß gemacht?

Bomben, Gangster und Mutanten ist immer dann am besten, wenn Kurt Kobler stilistisch tief in die Jerry-Cotton-Sprache der 1970 eindringt. Und das gelingt ihm verdammt gut. Überall duftet es beim Lesen nach schwarzem Kaffee und Kippen. Herrlich!

Schön ist auch die Hommage an einen gewissen Claus-Norbert, der im Roman als Raktenheftchen-Verkäufer auftritt, der einmal selbst Redakteur werden will. Überhaupt ist der Roman ein kleines Fest für Ostereisucher.

Wie ist es verpackt?

Das Cover des Romans erinnert an die alten Jerry Cotton Hefte mit deutlichen Hinweisen auf Herrn Rhodan und wurde von Michael Pfrommer gestaltet. Gefällt mir gut.

Bomben, Gangster und Mutanten – TCE 2022

Wo ist das Heft erhältlich?

Bomben, Gangster und Mutanten ist eine nicht kommerzielle Produktion des TCE und zum Preis von 3,80 € auf der Shopseite des Vereins bestellbar:

www.terranischer-club-eden.com

Wer möchte, kann auch direkt per Mail bestellen unter:

tceorder@terranischer-club-eden.com

Wie hat mir das Heft gefallen?

Wenn Kurt Kobler einen Fanroman schreibt, geht es in der Regel in die Serienfrühzeit zurück und die Romane sind immer logisch in Handlungslöcher eingepasst. Genauso funktioniert auch Bomben, Gangster und Mutanten. An keiner Stelle ist es unglaubwürdig, dass ein G-man in der IV-Krise mitmischt. Da passt und stimmt alles. Und wenn Kurt Kobler das ganze dann noch mit einem guten Schuss Fanhumor würzt, ist das Ergebnis absolut lesenswert.

Und sonst so?

Wer bis hierhin durchgescrollt hat, ohne Leselust, der kann sich meine Rezension auch gern in der gelaberten Fassung zu Gemüte führen. Am Ergebnis ändert das nix: Ich möchte mehr von Jerry Carbon lesen.

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Bomben, Gangster und Mutanten – Der Rezensent hat eine komische Frisur

Von Dan Simmons zu Michael Palin

Erebus – The story of a ship

Der ein oder andere mag die Netflix Amazon-Serie “The Terror” gesehen haben, andere wiederum das zu Grunde liegende Buch gleichen Namens von Dan Simmons. Vielleicht hat sich aber auch schon jemand einfach so Gedanken um die verschollene Franklin-Expedition gemacht.

Da die Geschichten um die europäischen Entdecker des 19. Jahrhunderts in meiner Kindheit großen Raum einnahmen, blieb auch meine Faszination für die geheimnisumwitterte Suche nach der Nordwestpassage nicht aus. Stan Nadolnys “Entdeckung der Langsamkeit” steht bei mir direkt neben dem bereits erwähnten wunderbaren Werk von Dan Simmons. Und da wo Simmons die Lücken in den aktuellen Forschungsergebnissen um die verschollene Expedition fantasievoll ausschmückt, mit Inuitsagen verknüpft und mich in den Bann zieht, stößt mich die Serie ab. Große Parallele zum Film “Der weiße Hai”: Der Film wird schlecht, sobald das Monster persönlich auftaucht.

Höchste Zeit also, die Schneemonster zur Seite zu packen und ein Sachbuch zu lesen (da mich die Hamamesch im Perryversum gerade fürchterlich langweilen). Zum Glück fiel mir vor einiger Zeit “Erebus – The Story of a ship” in der englischen Ausgabe in die Hände.

Vom Komiker zum Abenteurer

Michael Palin, ehedem bekannt als Verkäufer toter Papageien und singender Holzfäller, macht sich bereits seit einigen Jahren einen Namen als Reisejournalist, Entdecker und Historiker. Sein neuestes Werk spiegelt dabei in gewisser Weise das Thema seiner großartigen Fernsehdokumentation “Pole to Pole” wieder. Palin beschränkt sich nämlich in “Erebus” nicht nur auf die dramatischen und schicksalsträchtigen Ereignisse im Norden Canadas. Vielmehr zeichnet er die Geschichte der HMS Erebus von ihrer Kiellegung, über die kurze Dienstzeit im Mittelmeer, die Antarktisreise unter James Clark Ross bis zu den Ereignissen nach, die Nadolny und Simmons zu ihren großen Romanen inspierierten.

Dabei gelingt es Palin spielend, das Schiff zum Protagonisten seines über 300 Seiten starken Werkes zu machen. Der Autor hat viele der Reisestationen selbst besucht und streut seine eigenen Erlebnisse immer wieder in die historische Rekonstruktion mit ein. So entsteht ein spannend zu lesender Bericht über eins der berühmtesten Schiffe der Royal Navy und sein eisiges Vermächtnis. Palins Englisch ist gut zu lesen. Warum der deutsche Übersetzer Rudolf Mast auf den sperrigen Titel “Erebus: Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See” zurückgegriffen hat, unter dem das Buch in Kanada erschienen ist, weiß vermutlich nur der Verlag. Aber vielleicht sind sperrige Titel ja in, seit Hundertjährige aus Fenstern steigen und verschwinden.

Fazit

“Erebus” berichtet auf 334 unterhaltsam zu lesenden Seiten über eins der berühmtesten Forschungsschiffe der Welt und liefert den historischen Hintergrund zur Netflix Immer noch Amazon-Serie “The Terror” und den gleichnamigen Roman von Dan Simmons. Dabei beschränkt Palin sich nicht nur auf die bekannten Ereignisse in Kanada, sondern erzählt die komplette Lebensgeschichte des Schiffes. Wer mehr über die Franklin-Expedition wissen möchte, dem empfehle ich zusätzlich den Klassiker “Frozen in Time” von Beattie und Geiger.

Freunde von Forschungsreiseberichten kommen bei Palin allemal auf ihre Kosten und dürfen sich auf ein paar spannende Lesestunden freuen.

Postsriptum

Und was hat der ganze Spaß jetzt in einem Perry-Rhodan-Blog zu suchen? Nix! Aber Ausgleichsliteratur ist für meine private Forschungsreise durch das Perryversum absolut notwendig. Immerhin hatte John Franklin für sich und seine Mannschaft auch eine eigene Bibliothek mit an Bord 😉

Ach und noch was: Ich habe das Buch selbst gekauft, bekomme nichts für diesen Text, der im Rahmen meines Reiseberichtes durch die Galaxis entstanden ist. Und wer Erebus nun kaufen möchte, gehe bitte zum Buchhändler seines Vertrauens, weil der Heftehaufen immer noch an keinem Partnerprogramm teilnimmt.

Perry Rhodan Wega 5

Die aktuelle Miniserie steuert wacker auf die Halbzeit zu, und Torsten erzählt, wie ihm das Heft Nummer 5 “Die Mission des Wurms” gefallen hat:

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Monatsfazit – März 2021

Der Winterschlaf ist beendet

Wohlan! Es ist zwar schon wieder ein Drittel des Monats April rum, aber das sollte mich nicht hindern, kurz zurückzublicken, schließlich passiert hier seit März 2021 wieder etwas, und das erfüllt zumindest mich mal mit Freude.

So lief die Leserei

In der aktuelle Handlung bin ich gerade mal raus, dafür fasziniert mich der Cantaro-Zyklus wieder um so mehr. Nach einer abermals längeren Pause bin ich wieder regelmäßig dabei. Auch wenn ich noch nicht beim vorletzten Band “Rhodans Tod” angekommen bin, sollte einem Zyklusrückblick in den nächsten Tagen nicht viel entgegen stehen.

Bei Wega stecke ich noch mitten in Band 1, habe aber vor, die Serie parallel zum Erscheinen zu lesen. Im Moment ist mein Zug zur Ausgleichsliteratur recht groß, sonderbarerweise liegen da gerade vor allem Sachbücher rum. Auch interessant und weit weg vom Perryversum.

Nebenher gibt es im Auto immer mal wieder eine Folge der wunderbaren Hörspiele rund um den “Sternenozean”. Obwohl mir die letzten beiden Folgen da gar nicht zugesagt haben, freue ich mich immer wieder, wenn ich ein Stück dieses Hörspielmonuments auf die Ohren bekomme.

Zum Thema Sammlungsaufbau

Ich hatte ja kürzlich ein wenig über die Planetenromane gesprochen. Es ist mir immer noch eine große Freude, dass ich nun die komplette Printauflage der Planetenromane aus dem Zaubermondverlag mein Eigen nennen darf. Das sind wirklich hochwertige Taschenbücher, eine Zierde fürs Regal und Garantie für ein tolles Leseerlebnis.

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Ich erzähle was über die unterschiedlichen Auflagen der Planetenromane

Und sonst so?

Mir fehlt das Fandom, die Cons, das direkte Gespräch. Leider ist da immer noch kein Land in Sicht. Ein kleiner Trost ist mir da die neue Kooperation mit Torsten, der die aktuellen Wega-Hefte bespricht:

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Außerdem, da darf ich ganz uneigennützig mal dezent einen Hinweis streuen: Bei p-machinery gibt es ein tolles Buch von Michael Tinnefeld und Uli Bendick. Unter dem Titel Diagnose F haben die beiden ein paar wunderbare Kurzgeschichten versammelt, in denen das Thema “seelische Erkrankungen” auf Science Fiction trifft. Mit “Die Leben des Gian Lee Schmitt” durfte ich selber einen kleinen Beitrag leisten.

Michael Tinnefeld & Uli Bendick (Hrsg.)
DIAGNOSE F
Science-Fiction trifft Psyche
AndroSF 138
p.machinery, Winnert, Februar 2021, 352 Seiten
Paperback: ISBN 978 3 95765 230 0 – EUR 27,90 (DE)
Hardcover: ISBN 978 3 95765 231 7 – EUR 44,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 864 7 – EUR 9,99 (DE)

Im Verlagstext heißt es zu diesme Buch:

Psychische Störungen eröffnen uns einen meist unbekannten, fremden und manchmal bizarren Kosmos.
»Diagnose F« entführt mithilfe von 35 Erzählungen und ebenso vielen Illustrationen in die Welt der seelischen Erkrankungen, deren Symptomen und möglicher Therapien. Die Grafiken stammen von zwei Künstlern, die die Geschichten auf ihre Art grafisch interpretieren. Ein Psychotherapeut diagnostiziert, analysiert und kommentiert jede Erzählung fachlich, sodass eine Verbindung zwischen Science und Fiction hergestellt wird.
Die Kurzgeschichten spielen in naher wie in ferner Zukunft und handeln von einem depressiven Alien, einer paranoiden KI, einem spielsüchtigen Menschen mit Gehirnchip, einem narzisstischen Psychiatrieprofessor, überaus konsequenten Robotern, einem schizophrenen Retter der Welt und vielem mehr.

Copyright: p.machinery 2021

Die Telepathin – Christina Hacker

Ein etwas anderer Ausflug ins frühe Perryversum

Der Tarkanzyklus ist wahrlich starker Tobak, viel Luft nach unten ist da nicht mehr. Höchste Zeit also, sich mal wieder ein wenig rechts und links der Hauptserie zu tummeln.

Schon vor ein paar Wochen trudelte dazu ein Exemplar des Fanromans Die Telepathin von Christina Hacker bei mir ein. Erhältlich ist der Roman im Spaceshop der Perry Rhodan Fanzentrale zum Preis von 7,90€ (oder 5,00€ für Mitglieder). Statt der üblichen Rezension gibt es zu diesem Roman ein Interview mit der Autorin. Christina war so freundlich, sich von meinen Fragen löchern zu lassen.

Die Telepathin – Christina Hacker, (c) PRFZ

Die Telepathin – Fragen an Christina Hacker

Heftehaufen: Christina, erst einmal herzlichen Dank für den Roman aus der Frühzeit des Perryversums. Der Handlung spielt im Jahr 2238, also der sehr frühen Serienfrühzeit, noch vor dem Kampf gegen die Meister der Insel. Ist das deine Lieblingsepoche oder kannst du mit dem späteren Perryversum mehr anfangen? Du bist ja wie ich eher später dazugestoßen.

Christina Hacker

Christina: PERRY RHODAN kenne ich seit Anfang der Neunziger. Gleich nach Öffnung der deutsch-deutsche Grenze entdeckte ich die Heftromane und las mich durch einen Teil des Cappin-Zyklus. Viel weiß ich davon allerdings nicht mehr. Aber ich hatte mir immer vorgenommen die Silberbände zu lesen.
2013 habe ich meinem Mann die ersten zwanzig Silberbände gekauft und die dann auch selbst gelesen. Das ließ meine Leidenschaft wieder aufflammen. Etwa in dieser Zeit entstand auch »Die Telepathin«. Als eingefleischter Star Trek-Fan fand ich das soziale Miteinander auf den Schiffen des Solaren Imperiums teilweise schon sehr skurril. Der Roman sollte eine Persiflage auf die Rhodan-Romane der Frühzeit werden.
Ich muss gestehen, dass ich bei den Silberbänden bei Band 30 hängengeblieben bin. Das ist vor allem meiner wenigen Freizeit geschuldet. Mein Mann ist mir inzwischen schon weit vorausgeeilt. Aber ich möchte die unbedingt alle noch lesen.
Was das spätere Perryversum angeht, bin ich mit Band 2700 wieder eingestiegen, habe aber dann auch ziemlich bald wieder kapituliert und nur vereinzelt die Gastromane gelesen. Nach 3000 habe ich es wieder probiert und bin bis Band 3020 gekommen. Ich schaffe es zeitlich einfach nicht, regelmäßig die EA zu lesen. Dafür lese ich NEO seit Band 75 ununterbrochen.

Heftehaufen: Immer wieder liest man von dir ja auch Texte aus dem Star Trek-Universum. Welche Besatzung steht dir näher? Herr Rhodan und sein Team oder Jean Luc Picard und seine Truppe? Und warum ist das so?

Christina: Star Trek hat mich damals als 16-jährige komplett umgehauen. Ich stieß eher zufällig auf die Ausstrahlung der ersten TNG-Episode 1990 im ZDF. Ich verliebte mich unsterblich in Wesley Crusher und das war’s dann. Von dem Zeitpunkt als ich gemerkt habe, es gibt von Star Trek auch Bücher, war es mit Perry vorbei. Grins!
Wobei ich heute eher ein großer Anhänger von Star Trek: Deep Space Nine bin. Es ist die Serie, die mich am meisten beeinflusst und inspiriert hat. Die Serie wird sehr oft unterschätzt, aber in meinen Augen ist sie bis heute diejenige Star Trek-Serie, mit den ausgefeiltesten Charakteren und den besten Geschichten. In dem Fanclub, in dem ich damals war, wurde zu keiner anderen Serie mehr Fan-Fiktion veröffentlicht als zu DS9. Das bedeutet etwas.

Heftehaufen: »Die Telephatin« ist für mich in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Fanroman. Ich glaube, er ist der »startrekigste«, den ich jemals gelesen habe. Nicht nur einmal musste ich an Harry Mudd denken. Und das Thema »Kommunikation zwischen völlig unterschiedlichen Spezies« zieht sich ja durch die komplette TNG-Serie. Gab es zu irgend einem Zeitpunkt mal Überlegungen, die Telepathin Golineh von der Enterprise retten zu lassen, oder war die Geschichte immer schon als Rhodan-Story geplant.

Christina: Das war von vornherein als Rhodan-Story geplant. Schon allein wegen der Rechte. Wäre irgendein Begriff von Star Trek in dem Text aufgetaucht, wäre eine Veröffentlichung über die PRFZ nicht möglich gewesen. Die von Paramount sind scharf wie Bluthunde, wenn es um sowas geht. Ich kann mich an Zeiten erinnern, als Fans ihre Webseiten schließen mussten, weil angeblich zu viel Star Trek drauf war. Fanfilme sind seit einigen Jahren ebenfalls nicht mehr möglich. Wir müssen froh sein, dass die PERRY RHODAN-Redaktion das so entspannt sieht und semiprofessionelle Fan-Publikationen, wie die FanEdition erlauben.
Zurück zu Deiner Frage. Wenn man mein PERRY RHODAN-Star Trek-Crossover »Parallelwelten« liest, wird man ein paar Parallelen entdecken, vor allem zu Beginn. »Parallelwelten« entstand vor »Die Telepathin«. Ich habe da ein paar Ideen entnommen und weitergesponnen. Ich wollte eine Liebesgeschichte schreiben, auch weil Robert Vogel zu mir gesagt hat: »Sex sells – nur nicht bei PERRY RHODAN«. Ich wollte ihm das Gegenteil beweisen. Hat auch geklappt, laut den Verkaufszahlen, scheint sich der Roman ganz gut zu verkaufen. Zwinker!

Heftehaufen: Andererseits lässt sich »Die Telepathin« ja auch als feministischer Roman lesen, in dem eine Frau im männlichen Umfeld stumm bleibt. Hättest du gern mehr starke Frauenfiguren in der Rhodan-Serie?

Christina: Feminismus – ist so ein Begriff, den ich eigentlich nicht gern höre. Ich finde, dass wir diese ganzen Unterschiede viel zu sehr manifestieren, von beiden Seiten. Es sollte normal sein, dass eine Frau das gleiche tun und lassen kann wie ein Mann. Warum müssen wir diese Unterschiede immer wieder betonen? Wir sind alles Menschen.
Ich bin im Osten aufgewachsen, da wurden keine solchen Unterschiede gemacht. Meine Mutter ist genauso arbeiten gegangen wie mein Vater. Da gab es diese Diskussionen: »Das kannst du nicht tun, weil du eine Frau bist.« nicht.
Ich will keine Sonderbehandlung, nur weil ich eine Frau bin. Ich habe Elektrotechnik an einer Technischen Universität studiert. Wir waren im Matrikel 120 Studenten die Elektrotechnik gewählt haben, davon waren 12 Frauen. Wir haben uns da genauso durchbeißen müssen, wie die Männer. Wir haben keine Sonderbehandlung bekommen, sind aber auch nicht diskriminiert worden. Das kam erst nach dem Studium, als ich in die Arbeitswelt gewechselt bin. Da hatte ich gegen viele Vorurteile zu kämpfen. Es war ein Grund, warum ich mich relativ schnell selbständig gemacht habe.
Um deine Frage zu beantworten. Ich finde, dass es sehr wohl starke Frauen bei PERRY RHODAN gibt. Bei NEO dominieren sie fast schon die Serie. Mich unterhält aber auch ein Roman, der nur von Männern handelt. Wenn die Geschichte gut erzählt ist, vermisse ich die Frauenfiguren nicht.

Heftehaufen: Natürlich könnte man »Die Telepathin« ja auch sinnbildlich für die Situation auf vielen Cons lesen. Ich stelle mir gerade eine Horde von Frauen auf einem Con vor, wie Tiberiu Varga sie bändigen muss. Ist es für dich manchmal eine Herausforderung, als Frau in einem sehr männlich geprägten Fandom so aktiv zu sein?

Christina: Wie schon gesagt, ich habe an einer Technischen Uni studiert und als Ingenieurin in einem Job gearbeitet, der hierzulande noch von Männern dominiert wird. Seit 2017 arbeite ich in einem Handwerksbetrieb, dass ist noch mal eine Nummer härter. Da darf man als Frau nicht empfindlich reagieren, da muss man sich einfach durchsetzen. Wenn man da die Feministinnenschiene fährt und nicht authentisch bleibt, ist man schnell unten durch. In einem solchen Umfeld verdient man sich Respekt mit Leistung, das ist bei den männlichen Kollegen nicht anders.
Im Fandom geht es dagegen richtig »zivilisiert« zu. Nein, es macht mir nichts aus. Ich bin den Umgang mit Männern gewohnt und hatte noch nie Probleme deswegen. Im Gegenteil.

Heftehaufen: Wo wir gerade beim Fandom sind. Magst du uns verraten, was du als nächstes planst? Oder nimmt dich die »SOL« in dieser besonderen Zeit gerade voll in Beschlag?

Christina: Ja, die »SOL« nimmt mich sehr in Beschlag, immer nicht nur jetzt. Momentan läuft gerade die Schlussredaktion von Heft 100. Da kommt nochmal eine Menge Arbeit auf mich zu. Außerdem muss ich bereits die nächste Ausgabe vorbereiten. Zudem mache ich ja auch die »FanSzene«, meine Kolumne in der Erstauflage, da bleibt für private Projekte wenig Zeit.
Ich schreibe seit 2018 an einem Zeitreiseroman. In der Geschichte geht es um die Frage: Wenn du die Möglichkeit bekämst, dein Leben zu ändern und Entscheidungen anders zu treffen, würdest du es tun? Mehr als die Hälfte des Exposés ist abgearbeitet. Es wird aber noch ein bisschen dauern. Wie gesagt, die »SOL« hat Vorrang.

Heftehaufen: Christina, ich hoffe, dass wir uns bald mal wieder real und live sehen können und bedanke mich für deine Zeit. Ad Astra.

Christina: Das hoffe ich für uns alle, denn was ist schon ein Fandom ohne persönliche Kontakte.
Es war mir ein Vergnügen.

Übrigens:
Wer wissen will, wie Star Trek und Rhodan zusammen passen, sollte unbedingt auch Christinas Crossover lesen, das unter https://www.christina-hacker.de/meine-buecher/tcai-reihe/ kostenlos heruntergeladen werden kann.

Vakuum – Phillip P. Peterson

Ein wenig handfeste Ausgleichsliteratur

Vorweg: Ich erhielt vom Autor ein kostenloses Rezensionsexemplar ohne jegliche inhaltliche Vorgabe. Es gibt Menschen, die sind der Auffassung, ich müsste diesen Artikel daher als Werbung kennzeichnen. Insofern: Werbung!

Phillip P. Peterson (Foto: Peterson)

Innerhalb des Perryversums fliege ich gerade in Richtung Hangay und allem, was da noch so aus Tarkan rausfallen könnte. Das ist alles derartig abgedreht, dass mal wieder etwas realistischeres hermusste. (Hihi, der bezeichnet SF als realistisch). Da kam mir das neueste Werk des studierten Raketenwissenschaftlers Peter Bourauel alias Phillip P. Peterson gerade recht. Mit Begeisterung stürzte ich mich ins Vakuum.

Das steht drin

Seltsame Dinge geschehen auf der Erde und dem Mond – zunächst ungeachtet einer breiten Öffentlichkeit. Denn wer interessiert sich schon für Neutrinos, die in antarktischen Beobachtungsstation gemessen werden. Und selbst die bevorstehende Mondlandung lockt nur noch wenige Menschen vor die Livestreams, da es sich bereits um die dritte in einer Serie neuer Landungen handelt. Kurz nachdem der Pilot der Mondfähre und rücksichtslose Macho Colin Curtis im letzten Augenblick vom Abbruch seiner Mission erfährt, eröffnet ihm seine Kollegin, ein außerirdisches Flugobjekt identifiziert zu haben. (Und nein, es ist anders, als du denkst, Schatz!)

Schnell ist der wissenschaftlichen Gemeinde und der Politik klar, dass der Erde eine Gefahr unbekannten Ausmaßes droht.

Klingt ein bisschen Klischeehaft, aber wenn Andreas Eschbach hier vom endgültigsten Katastrophenthriller schreibt, kann ich nach der Lektüre nicht anders, als ihm begeistert beizupflichten.

Schnell nimmt die Geschichte Fahrt auf und der Autor darf ganz der Raumfahrtingenieur sein, der er ist. Großartig!

So hat es mir im Vakuum gefallen

Mal wieder steht die Welt auf dem Spiel – eigentlich kein Szenario mehr, dass in Science Fiction Kreisen sonderlich originell erscheint. Dennoch ist Petersons neuester Roman aus mehrfacher Hinsicht lesenwert:

Peterson kann auf eine beachtliche Karriere als Luft- und Raumfahrttechniker zurückblicken. Was der Mann schreibt, hat technisch Hand und Fuß und ist bestens recherchiert. Freunde realistischer Science Fiction werden weite Teile des Romans dafür lieben, dass der Autor ein fast vergessenes Antriebskonzept hervorkramt und ein faszinierendes Raumschiff konstruiert. Einen Hinweis gibt das folgende Video:

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Explosionen können toll sein.

Vor lauter Technik lässt Peterson aber auch ethische und soziologische Überlegungen nicht außer Acht. Was bewirkt das Wissen um das nahe Ende mit der Persönlichkeit des Menschen und der Gesellschaft, in der er sich bewegt? Erschreckend und faszinierend zugleich.

Dabei weiß der Autor nicht nur genau, worüber er schreibt, sondern auch wie man das tut. Nach einigen etwas holprigen Dialogen zu Beginn des Buches (die dem Lektorat hätten auffallen können) nimmt die Geschichte derartig Fahrt auf, dass ich den Herren Peterson und Emmerich mal einen gemeinsamen Kaffee gönnen würde. Aber Science Fiction und Verfilmungen, das ist so eine Sache, von der auch der Autor zu berichten weiß:

Das Filmgeschäft ist ein Haifischbecken. Grundlegend muss man sagen, dass es in Hollywood so dermassen viele Drehbücher gibt, dass man da nicht unbedingt auf einen deutschen Roman wartet. Anders wäre es, wenn „Transport“ sich in den USA zu einem Millionenseller entwickeln würde und danach sieht es eher nicht aus.

In Deutschland ist es auch nicht viel besser. Das Interesse der Produzenten an SF hält sich leider sehr in Grenzen. Es gab zwar schon vereinzelte Anfragen von Indie-Firmen an den Filmrechten, aber im Falle einer Verfilmung lege ich Wert auf hohe Produktionswerte. Eine Realisierung als B-Movie kommt für mich nicht in Frage.

Und wenn es noch nicht mal Perry Rhodan schafft, eine vernünftige Verfilmung zu finanzieren …

Also: Nein, es ist keine Verfilmung in Sicht.

Quelle: http://raumvektor.de/faq/ (abgerufen am 14.10.2020)

Bis dahin bleiben also nur Kopfkino und eine gute Tasse Kaffee zum Weltuntergang.

Kaffee zum Weltuntergang im Vakuum

Fazit

Wer realistische Near-Future-Szenarien mag, auf dicke Raketen steht und auf Wendungen steht, die sich logisch aus der Geschichte ergeben, darf beruhigt zu Vakuum greifen und sich von Philip P. Peterson mit in den Untergang reißen lassen. Als Belohnung sind eine packende Geschichte und eine der hoffnugsfrohesten Dystopien der letzten Zeit ausgesetzt.

Technische Daten

Der lokale Buchhändler oder die lokale Buchhändlerin freuen sich über folgende Angaben:

  • Vakuum
  • Phillip P. Peterson
  • Fischer Tor, 2020, 493 Seiten
  • ISBN: 9783596700745
  • 16,99€

Und wer den Anfang nicht gelesen hat: Ich habe ein Rezensionsexemplar bekommen. Deshalb: Werbung.

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