von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Kategorie: Empfehlungen (Seite 1 von 12)

Ab und zu lese ich Dinge, die ich so gut finde, dass ich sie gern weiterempfehle. Manchmal muss ich auch einfach nur ein paar Gedankensplitter festhalten. Das landet alles hier.

Perry Rhodan Wega 5

Die aktuelle Miniserie steuert wacker auf die Halbzeit zu, und Torsten erzählt, wie ihm das Heft Nummer 5 „Die Mission des Wurms“ gefallen hat:

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.

Monatsfazit – März 2021

Der Winterschlaf ist beendet

Wohlan! Es ist zwar schon wieder ein Drittel des Monats April rum, aber das sollte mich nicht hindern, kurz zurückzublicken, schließlich passiert hier seit März 2021 wieder etwas, und das erfüllt zumindest mich mal mit Freude.

So lief die Leserei

In der aktuelle Handlung bin ich gerade mal raus, dafür fasziniert mich der Cantaro-Zyklus wieder um so mehr. Nach einer abermals längeren Pause bin ich wieder regelmäßig dabei. Auch wenn ich noch nicht beim vorletzten Band „Rhodans Tod“ angekommen bin, sollte einem Zyklusrückblick in den nächsten Tagen nicht viel entgegen stehen.

Bei Wega stecke ich noch mitten in Band 1, habe aber vor, die Serie parallel zum Erscheinen zu lesen. Im Moment ist mein Zug zur Ausgleichsliteratur recht groß, sonderbarerweise liegen da gerade vor allem Sachbücher rum. Auch interessant und weit weg vom Perryversum.

Nebenher gibt es im Auto immer mal wieder eine Folge der wunderbaren Hörspiele rund um den „Sternenozean“. Obwohl mir die letzten beiden Folgen da gar nicht zugesagt haben, freue ich mich immer wieder, wenn ich ein Stück dieses Hörspielmonuments auf die Ohren bekomme.

Zum Thema Sammlungsaufbau

Ich hatte ja kürzlich ein wenig über die Planetenromane gesprochen. Es ist mir immer noch eine große Freude, dass ich nun die komplette Printauflage der Planetenromane aus dem Zaubermondverlag mein Eigen nennen darf. Das sind wirklich hochwertige Taschenbücher, eine Zierde fürs Regal und Garantie für ein tolles Leseerlebnis.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Ich erzähle was über die unterschiedlichen Auflagen der Planetenromane

Und sonst so?

Mir fehlt das Fandom, die Cons, das direkte Gespräch. Leider ist da immer noch kein Land in Sicht. Ein kleiner Trost ist mir da die neue Kooperation mit Torsten, der die aktuellen Wega-Hefte bespricht:

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.

Außerdem, da darf ich ganz uneigennützig mal dezent einen Hinweis streuen: Bei p-machinery gibt es ein tolles Buch von Michael Tinnefeld und Uli Bendick. Unter dem Titel Diagnose F haben die beiden ein paar wunderbare Kurzgeschichten versammelt, in denen das Thema „seelische Erkrankungen“ auf Science Fiction trifft. Mit „Die Leben des Gian Lee Schmitt“ durfte ich selber einen kleinen Beitrag leisten.

Michael Tinnefeld & Uli Bendick (Hrsg.)
DIAGNOSE F
Science-Fiction trifft Psyche
AndroSF 138
p.machinery, Winnert, Februar 2021, 352 Seiten
Paperback: ISBN 978 3 95765 230 0 – EUR 27,90 (DE)
Hardcover: ISBN 978 3 95765 231 7 – EUR 44,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 864 7 – EUR 9,99 (DE)

Im Verlagstext heißt es zu diesme Buch:

Psychische Störungen eröffnen uns einen meist unbekannten, fremden und manchmal bizarren Kosmos.
»Diagnose F« entführt mithilfe von 35 Erzählungen und ebenso vielen Illustrationen in die Welt der seelischen Erkrankungen, deren Symptomen und möglicher Therapien. Die Grafiken stammen von zwei Künstlern, die die Geschichten auf ihre Art grafisch interpretieren. Ein Psychotherapeut diagnostiziert, analysiert und kommentiert jede Erzählung fachlich, sodass eine Verbindung zwischen Science und Fiction hergestellt wird.
Die Kurzgeschichten spielen in naher wie in ferner Zukunft und handeln von einem depressiven Alien, einer paranoiden KI, einem spielsüchtigen Menschen mit Gehirnchip, einem narzisstischen Psychiatrieprofessor, überaus konsequenten Robotern, einem schizophrenen Retter der Welt und vielem mehr.

Copyright: p.machinery 2021

Die Telepathin – Christina Hacker

Ein etwas anderer Ausflug ins frühe Perryversum

Der Tarkanzyklus ist wahrlich starker Tobak, viel Luft nach unten ist da nicht mehr. Höchste Zeit also, sich mal wieder ein wenig rechts und links der Hauptserie zu tummeln.

Schon vor ein paar Wochen trudelte dazu ein Exemplar des Fanromans Die Telepathin von Christina Hacker bei mir ein. Erhältlich ist der Roman im Spaceshop der Perry Rhodan Fanzentrale zum Preis von 7,90€ (oder 5,00€ für Mitglieder). Statt der üblichen Rezension gibt es zu diesem Roman ein Interview mit der Autorin. Christina war so freundlich, sich von meinen Fragen löchern zu lassen.

Die Telepathin – Christina Hacker, (c) PRFZ

Die Telepathin – Fragen an Christina Hacker

Heftehaufen: Christina, erst einmal herzlichen Dank für den Roman aus der Frühzeit des Perryversums. Der Handlung spielt im Jahr 2238, also der sehr frühen Serienfrühzeit, noch vor dem Kampf gegen die Meister der Insel. Ist das deine Lieblingsepoche oder kannst du mit dem späteren Perryversum mehr anfangen? Du bist ja wie ich eher später dazugestoßen.

Christina Hacker

Christina: PERRY RHODAN kenne ich seit Anfang der Neunziger. Gleich nach Öffnung der deutsch-deutsche Grenze entdeckte ich die Heftromane und las mich durch einen Teil des Cappin-Zyklus. Viel weiß ich davon allerdings nicht mehr. Aber ich hatte mir immer vorgenommen die Silberbände zu lesen.
2013 habe ich meinem Mann die ersten zwanzig Silberbände gekauft und die dann auch selbst gelesen. Das ließ meine Leidenschaft wieder aufflammen. Etwa in dieser Zeit entstand auch »Die Telepathin«. Als eingefleischter Star Trek-Fan fand ich das soziale Miteinander auf den Schiffen des Solaren Imperiums teilweise schon sehr skurril. Der Roman sollte eine Persiflage auf die Rhodan-Romane der Frühzeit werden.
Ich muss gestehen, dass ich bei den Silberbänden bei Band 30 hängengeblieben bin. Das ist vor allem meiner wenigen Freizeit geschuldet. Mein Mann ist mir inzwischen schon weit vorausgeeilt. Aber ich möchte die unbedingt alle noch lesen.
Was das spätere Perryversum angeht, bin ich mit Band 2700 wieder eingestiegen, habe aber dann auch ziemlich bald wieder kapituliert und nur vereinzelt die Gastromane gelesen. Nach 3000 habe ich es wieder probiert und bin bis Band 3020 gekommen. Ich schaffe es zeitlich einfach nicht, regelmäßig die EA zu lesen. Dafür lese ich NEO seit Band 75 ununterbrochen.

Heftehaufen: Immer wieder liest man von dir ja auch Texte aus dem Star Trek-Universum. Welche Besatzung steht dir näher? Herr Rhodan und sein Team oder Jean Luc Picard und seine Truppe? Und warum ist das so?

Christina: Star Trek hat mich damals als 16-jährige komplett umgehauen. Ich stieß eher zufällig auf die Ausstrahlung der ersten TNG-Episode 1990 im ZDF. Ich verliebte mich unsterblich in Wesley Crusher und das war’s dann. Von dem Zeitpunkt als ich gemerkt habe, es gibt von Star Trek auch Bücher, war es mit Perry vorbei. Grins!
Wobei ich heute eher ein großer Anhänger von Star Trek: Deep Space Nine bin. Es ist die Serie, die mich am meisten beeinflusst und inspiriert hat. Die Serie wird sehr oft unterschätzt, aber in meinen Augen ist sie bis heute diejenige Star Trek-Serie, mit den ausgefeiltesten Charakteren und den besten Geschichten. In dem Fanclub, in dem ich damals war, wurde zu keiner anderen Serie mehr Fan-Fiktion veröffentlicht als zu DS9. Das bedeutet etwas.

Heftehaufen: »Die Telephatin« ist für mich in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Fanroman. Ich glaube, er ist der »startrekigste«, den ich jemals gelesen habe. Nicht nur einmal musste ich an Harry Mudd denken. Und das Thema »Kommunikation zwischen völlig unterschiedlichen Spezies« zieht sich ja durch die komplette TNG-Serie. Gab es zu irgend einem Zeitpunkt mal Überlegungen, die Telepathin Golineh von der Enterprise retten zu lassen, oder war die Geschichte immer schon als Rhodan-Story geplant.

Christina: Das war von vornherein als Rhodan-Story geplant. Schon allein wegen der Rechte. Wäre irgendein Begriff von Star Trek in dem Text aufgetaucht, wäre eine Veröffentlichung über die PRFZ nicht möglich gewesen. Die von Paramount sind scharf wie Bluthunde, wenn es um sowas geht. Ich kann mich an Zeiten erinnern, als Fans ihre Webseiten schließen mussten, weil angeblich zu viel Star Trek drauf war. Fanfilme sind seit einigen Jahren ebenfalls nicht mehr möglich. Wir müssen froh sein, dass die PERRY RHODAN-Redaktion das so entspannt sieht und semiprofessionelle Fan-Publikationen, wie die FanEdition erlauben.
Zurück zu Deiner Frage. Wenn man mein PERRY RHODAN-Star Trek-Crossover »Parallelwelten« liest, wird man ein paar Parallelen entdecken, vor allem zu Beginn. »Parallelwelten« entstand vor »Die Telepathin«. Ich habe da ein paar Ideen entnommen und weitergesponnen. Ich wollte eine Liebesgeschichte schreiben, auch weil Robert Vogel zu mir gesagt hat: »Sex sells – nur nicht bei PERRY RHODAN«. Ich wollte ihm das Gegenteil beweisen. Hat auch geklappt, laut den Verkaufszahlen, scheint sich der Roman ganz gut zu verkaufen. Zwinker!

Heftehaufen: Andererseits lässt sich »Die Telepathin« ja auch als feministischer Roman lesen, in dem eine Frau im männlichen Umfeld stumm bleibt. Hättest du gern mehr starke Frauenfiguren in der Rhodan-Serie?

Christina: Feminismus – ist so ein Begriff, den ich eigentlich nicht gern höre. Ich finde, dass wir diese ganzen Unterschiede viel zu sehr manifestieren, von beiden Seiten. Es sollte normal sein, dass eine Frau das gleiche tun und lassen kann wie ein Mann. Warum müssen wir diese Unterschiede immer wieder betonen? Wir sind alles Menschen.
Ich bin im Osten aufgewachsen, da wurden keine solchen Unterschiede gemacht. Meine Mutter ist genauso arbeiten gegangen wie mein Vater. Da gab es diese Diskussionen: »Das kannst du nicht tun, weil du eine Frau bist.« nicht.
Ich will keine Sonderbehandlung, nur weil ich eine Frau bin. Ich habe Elektrotechnik an einer Technischen Universität studiert. Wir waren im Matrikel 120 Studenten die Elektrotechnik gewählt haben, davon waren 12 Frauen. Wir haben uns da genauso durchbeißen müssen, wie die Männer. Wir haben keine Sonderbehandlung bekommen, sind aber auch nicht diskriminiert worden. Das kam erst nach dem Studium, als ich in die Arbeitswelt gewechselt bin. Da hatte ich gegen viele Vorurteile zu kämpfen. Es war ein Grund, warum ich mich relativ schnell selbständig gemacht habe.
Um deine Frage zu beantworten. Ich finde, dass es sehr wohl starke Frauen bei PERRY RHODAN gibt. Bei NEO dominieren sie fast schon die Serie. Mich unterhält aber auch ein Roman, der nur von Männern handelt. Wenn die Geschichte gut erzählt ist, vermisse ich die Frauenfiguren nicht.

Heftehaufen: Natürlich könnte man »Die Telepathin« ja auch sinnbildlich für die Situation auf vielen Cons lesen. Ich stelle mir gerade eine Horde von Frauen auf einem Con vor, wie Tiberiu Varga sie bändigen muss. Ist es für dich manchmal eine Herausforderung, als Frau in einem sehr männlich geprägten Fandom so aktiv zu sein?

Christina: Wie schon gesagt, ich habe an einer Technischen Uni studiert und als Ingenieurin in einem Job gearbeitet, der hierzulande noch von Männern dominiert wird. Seit 2017 arbeite ich in einem Handwerksbetrieb, dass ist noch mal eine Nummer härter. Da darf man als Frau nicht empfindlich reagieren, da muss man sich einfach durchsetzen. Wenn man da die Feministinnenschiene fährt und nicht authentisch bleibt, ist man schnell unten durch. In einem solchen Umfeld verdient man sich Respekt mit Leistung, das ist bei den männlichen Kollegen nicht anders.
Im Fandom geht es dagegen richtig »zivilisiert« zu. Nein, es macht mir nichts aus. Ich bin den Umgang mit Männern gewohnt und hatte noch nie Probleme deswegen. Im Gegenteil.

Heftehaufen: Wo wir gerade beim Fandom sind. Magst du uns verraten, was du als nächstes planst? Oder nimmt dich die »SOL« in dieser besonderen Zeit gerade voll in Beschlag?

Christina: Ja, die »SOL« nimmt mich sehr in Beschlag, immer nicht nur jetzt. Momentan läuft gerade die Schlussredaktion von Heft 100. Da kommt nochmal eine Menge Arbeit auf mich zu. Außerdem muss ich bereits die nächste Ausgabe vorbereiten. Zudem mache ich ja auch die »FanSzene«, meine Kolumne in der Erstauflage, da bleibt für private Projekte wenig Zeit.
Ich schreibe seit 2018 an einem Zeitreiseroman. In der Geschichte geht es um die Frage: Wenn du die Möglichkeit bekämst, dein Leben zu ändern und Entscheidungen anders zu treffen, würdest du es tun? Mehr als die Hälfte des Exposés ist abgearbeitet. Es wird aber noch ein bisschen dauern. Wie gesagt, die »SOL« hat Vorrang.

Heftehaufen: Christina, ich hoffe, dass wir uns bald mal wieder real und live sehen können und bedanke mich für deine Zeit. Ad Astra.

Christina: Das hoffe ich für uns alle, denn was ist schon ein Fandom ohne persönliche Kontakte.
Es war mir ein Vergnügen.

Übrigens:
Wer wissen will, wie Star Trek und Rhodan zusammen passen, sollte unbedingt auch Christinas Crossover lesen, das unter https://www.christina-hacker.de/meine-buecher/tcai-reihe/ kostenlos heruntergeladen werden kann.

Vakuum – Phillip P. Peterson

Ein wenig handfeste Ausgleichsliteratur

Vorweg: Ich erhielt vom Autor ein kostenloses Rezensionsexemplar ohne jegliche inhaltliche Vorgabe. Es gibt Menschen, die sind der Auffassung, ich müsste diesen Artikel daher als Werbung kennzeichnen. Insofern: Werbung!

Phillip P. Peterson (Foto: Peterson)

Innerhalb des Perryversums fliege ich gerade in Richtung Hangay und allem, was da noch so aus Tarkan rausfallen könnte. Das ist alles derartig abgedreht, dass mal wieder etwas realistischeres hermusste. (Hihi, der bezeichnet SF als realistisch). Da kam mir das neueste Werk des studierten Raketenwissenschaftlers Peter Bourauel alias Phillip P. Peterson gerade recht. Mit Begeisterung stürzte ich mich ins Vakuum.

Das steht drin

Seltsame Dinge geschehen auf der Erde und dem Mond – zunächst ungeachtet einer breiten Öffentlichkeit. Denn wer interessiert sich schon für Neutrinos, die in antarktischen Beobachtungsstation gemessen werden. Und selbst die bevorstehende Mondlandung lockt nur noch wenige Menschen vor die Livestreams, da es sich bereits um die dritte in einer Serie neuer Landungen handelt. Kurz nachdem der Pilot der Mondfähre und rücksichtslose Macho Colin Curtis im letzten Augenblick vom Abbruch seiner Mission erfährt, eröffnet ihm seine Kollegin, ein außerirdisches Flugobjekt identifiziert zu haben. (Und nein, es ist anders, als du denkst, Schatz!)

Schnell ist der wissenschaftlichen Gemeinde und der Politik klar, dass der Erde eine Gefahr unbekannten Ausmaßes droht.

Klingt ein bisschen Klischeehaft, aber wenn Andreas Eschbach hier vom endgültigsten Katastrophenthriller schreibt, kann ich nach der Lektüre nicht anders, als ihm begeistert beizupflichten.

Schnell nimmt die Geschichte Fahrt auf und der Autor darf ganz der Raumfahrtingenieur sein, der er ist. Großartig!

So hat es mir im Vakuum gefallen

Mal wieder steht die Welt auf dem Spiel – eigentlich kein Szenario mehr, dass in Science Fiction Kreisen sonderlich originell erscheint. Dennoch ist Petersons neuester Roman aus mehrfacher Hinsicht lesenwert:

Peterson kann auf eine beachtliche Karriere als Luft- und Raumfahrttechniker zurückblicken. Was der Mann schreibt, hat technisch Hand und Fuß und ist bestens recherchiert. Freunde realistischer Science Fiction werden weite Teile des Romans dafür lieben, dass der Autor ein fast vergessenes Antriebskonzept hervorkramt und ein faszinierendes Raumschiff konstruiert. Einen Hinweis gibt das folgende Video:

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Explosionen können toll sein.

Vor lauter Technik lässt Peterson aber auch ethische und soziologische Überlegungen nicht außer Acht. Was bewirkt das Wissen um das nahe Ende mit der Persönlichkeit des Menschen und der Gesellschaft, in der er sich bewegt? Erschreckend und faszinierend zugleich.

Dabei weiß der Autor nicht nur genau, worüber er schreibt, sondern auch wie man das tut. Nach einigen etwas holprigen Dialogen zu Beginn des Buches (die dem Lektorat hätten auffallen können) nimmt die Geschichte derartig Fahrt auf, dass ich den Herren Peterson und Emmerich mal einen gemeinsamen Kaffee gönnen würde. Aber Science Fiction und Verfilmungen, das ist so eine Sache, von der auch der Autor zu berichten weiß:

Das Filmgeschäft ist ein Haifischbecken. Grundlegend muss man sagen, dass es in Hollywood so dermassen viele Drehbücher gibt, dass man da nicht unbedingt auf einen deutschen Roman wartet. Anders wäre es, wenn „Transport“ sich in den USA zu einem Millionenseller entwickeln würde und danach sieht es eher nicht aus.

In Deutschland ist es auch nicht viel besser. Das Interesse der Produzenten an SF hält sich leider sehr in Grenzen. Es gab zwar schon vereinzelte Anfragen von Indie-Firmen an den Filmrechten, aber im Falle einer Verfilmung lege ich Wert auf hohe Produktionswerte. Eine Realisierung als B-Movie kommt für mich nicht in Frage.

Und wenn es noch nicht mal Perry Rhodan schafft, eine vernünftige Verfilmung zu finanzieren …

Also: Nein, es ist keine Verfilmung in Sicht.

Quelle: http://raumvektor.de/faq/ (abgerufen am 14.10.2020)

Bis dahin bleiben also nur Kopfkino und eine gute Tasse Kaffee zum Weltuntergang.

Kaffee zum Weltuntergang im Vakuum

Fazit

Wer realistische Near-Future-Szenarien mag, auf dicke Raketen steht und auf Wendungen steht, die sich logisch aus der Geschichte ergeben, darf beruhigt zu Vakuum greifen und sich von Philip P. Peterson mit in den Untergang reißen lassen. Als Belohnung sind eine packende Geschichte und eine der hoffnugsfrohesten Dystopien der letzten Zeit ausgesetzt.

Technische Daten

Der lokale Buchhändler oder die lokale Buchhändlerin freuen sich über folgende Angaben:

  • Vakuum
  • Phillip P. Peterson
  • Fischer Tor, 2020, 493 Seiten
  • ISBN: 9783596700745
  • 16,99€

Und wer den Anfang nicht gelesen hat: Ich habe ein Rezensionsexemplar bekommen. Deshalb: Werbung.

Blicke auf Olymp

Hintergründe zu einer PERRY RHODAN- Miniserie

Seit TERMINUS ist es eine Tradition, dass zu einer Miniserie ein Begleitheft erscheint. Da durfte, auch wenn sie schon länger zurückliegt, OLYMP keine Ausnahme sein, zumal die Redakteurin Alexandra Trinley die enthaltenen Interviews bereits vorab ins Netz gestellt hat. Aber so ein gedrucktes Exemplar, grafisch exzellent aufbereitet und mit feinem Zusatzmaterial versehen, macht da schon mehr her.

Blicke auf Olymp

Als bekennender Papierfreund habe ich es schon etwas bedauert, dass „Evolux“ nur als pdf verfügbar ist, umso mehr freut es mich, dass der traditionsreiche Terranische Club Eden (TCE) diesmal den Druck übernommen hat. Fans finden in der umfangreichen Publikationsliste des Vereins nicht nur spannende Romane, sondern auch umfangreiche und fundierte sekundärliterarische Werke, wie zuletzt die Castor-Chroniken.

Nun also „Blicke auf Olymp“ DIN A4, durchgehend farbig gedruckt und richtig lesenswert. Erhältlich ist das Werk beim TCE oder über Kurt Kobler. Alle nötigen Informationen gibt es auf einer Sonderseite des TCE:

http://www.terranischer-club-eden.com/special/olymp.html

Einen kleinen Vorabeindruck konnte Volker gewinnen, nachdem ich ihm das Heft ein wenig gezeigt habe:

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Volker und ich machen einen Ausflug nach Olymp

Beutezug – Sarah L. R. Schneiter

Mal wieder ein Blick über den rhodanesischen Tellerrand

Zugegeben, die Phase der Perry-Rhodan-Serie, durch die ich mich gerade lese ist schon arg vergeistigt, böse Zungen würden von „verschwurbelt“ sprechen. Höchste Zeit also für ein wenig handfeste Ausgleichsliteratur.

Gerade passend wechselte ich ein paar Zeilen mit der Autorin Sarah L. R. Schneiter, die mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar ihres Kurzromans „Beutezug“ zukommen ließ. (Es gibt Menschen, die der Auffassung sind, ich müsse also folgendes Wort voranstellen: Werbung. Hat jeder gelesen, oder? Also weiter im Text.)

Sarah L. R. Schneiter

Sarah L. R. Schneiter

Sarah Schneiter schreibt auf ihrer Homepage über sich selber:

Ich schreibe, weil ich kann. Manchmal, weil ich muss (denn noch gibt es keine VR-Technologie, die mich genug überzeugt, um meine Ideen als erlebbare Abenteuer umzusetzen). Und, was sehr wichtig ist, weil ich dazu lernen und mich verbessern will.

Quelle: https://promise.cluewriting.de/autorin/

Mit dieser Selbstbeschreibung und einer ganzen Reihe von Kurzgeschichten, von denen viele frei zugänglich sind, hat mich die Autorin neugierig auf mehr gemacht. Zumal all diese Geschichten und auch ihr zweiter Roman „Promise“ im selben Universum spielen, für das Sarah L. R. Schneiter eine faszinierende Dokumentation online gestellt hat.

Beutezug – ein Teaserlein

Beutezug – copyright Sarah L.R. Schneiter

Wir lernen Nani kennen, wie sie auf einem ziemlich heruntergekommenen Planeten nach einer unkomplizierten Passage sucht. Die Gaunerin wird schließlich beim Kapitän eines Superfrachters fündig, schifft ein und erwartet im Gegensatz zum Leser eine problemlose Passage. Zusammen mit einer kleinen Crew aus verschrobenen Einzelgängern und einigen weiteren Passagieren möchte sich unsere Heldin ein paar schöne Tage machen.

Doch Nani lernt schnell, dass auf diesem Schiff einiges sehr anders ist und beginnt, um ihr Leben zu kämpfen – unbewaffnet natürlich.

Das ganze entwickelt sich in der gebührenden Langsamkeit, wie sich das für solch ein Szenario gehört.

Was hat mir an Beutezug gefallen?

Obschon ich mit Star Trek – The next generation sozialisiert bin, erfreut nahezu jedes „used universe“ der Film- und Literaturwelt mein Herz. So auch hier. Nani ist eine Schurkin mit Herz – jemand die Han Solo wunderbar Paroli bieten könnte, ein Planet, der so kaputt ist, wie Jakku in seinen besten Szenen und ein Frachter vom Schlage einer UCSS Nostromo. Schön. Sehr schön.

Ebenfalls sehr fein ist der Plot von „Beutezug“. Ich mag als Freund von „Btoom“ und „Battle Royal“ diese wundervoll kaputten Überlebensszenarien. Übersichtliches Personal in unübersichtlichem Setting, dazu schön langsam aufgebaute Spannung. Mag ich.

Worüber bin ich in Beutezug gestolpert?

Sarah L. R. Schneiters Sprache ist ausschweifend und mit vielen Adjektiven geschmückt. Ich lasse mir so etwas gern in einem Fantasy-Setting gefallen, in der technischen und beengten Welt eines Raumfrachters wirkt manch blumiger Satz auf mich doch ein wenig deplatziert.

Dazu kommen spürbar süddeutsch-schweiz-.österreichische Grammatikkonstruktion, die dem Lektorat eigentlich hätten auffallen müssen.

Fazit

Sarah L. R. Schneiter hat ein faszinierendes Universum geschaffen und weiß mit „Beutezug“ eine spannende Geschichte um eine schön dreckige Heldin zu erzählen. Leider ist sprachlich noch Luft nach oben.

« Ältere Beiträge

© 2021 Heftehaufen

Theme von Anders NorénHoch ↑