Dorgon im Taschenbuch

Willkommen in einer neuen Welt

Dorgon, die größte Fanserie zu größten Science Fiction Serie der Welt erscheint seit dem Jahr 1999 in elektronischer Form und verschiedenen Überarbeitungen. Im Sommer 2018 habe ich mich ja schon durch den ersten Zyklus gelesen und ein wenig berichtet. Bei der Lektüre bin ich oft über den Stil einer typischen Fanpublikation gestolpert. Mit Nils Hirseland, Gründer, Expokrat und Autor von DORGON habe ich daher über die Änderungen der Originaltexte für die Taschenbuchausgaben gesprochen und bin sehr neugierig geworden. Beim letzen ColoniaCon war es dann soweit, ich besorgte mir mit den Bänden 1 und 9 den Anfang der Serie und den Beginn des aktuellen Zyklus.

Schon rein optisch machen die Taschenbücher echt was her. Der Rücken in mattem Schwarz mit roten Titelschriftzug, dazu Cover, die von verschiedenen Zeichnern für die Serie geschaffen wurden. Band 9, lektoriert und gestaltet von Alexandra Trinley und René Spreer, kommt extra aufwändig daher, indem im Innenteil eine ganze Reihe von Farbabbildungen eingefügt sind. Das sieht extrem wertig aus, nicht nur für eine Fanpublikation.

Der Text, im ersten Band noch moderat überarbeitet, kommt im neunten Band in völlig neuem Gewand daher. Eine tolle Leistung von Autoren und Lektorin gleichermaßen. So macht DORGON richtig Spaß zu Lesen und sieht im Bücherregal auch noch verdammt gut aus. Es wird Zeit für den nächsten Con, um noch ein bisschen DORGON anzuschaffen. Wer so lange nicht warten will, darf sich gern im Onlineshop der PRFZ bedienen.

Gelesen: Das schwarze Schiff SciFi-Horror vom Raketeningenieur

Eine der häufigsten Fragen in der letzten Zeit lautet: „Wie schaffst du es, täglich ein Perry-Rhodan-Heft zu lesen, ohne bekloppt zu werden?“

Phillip P. Peterson (Foto: Peterson)

Die Antwort liegt auf der Hand: Spaß an der Sache und regelmäßige Lektüre komplett anderer Bücher. Der letzte Beklopptheitsverhinderer dieser Art war „Das schwarze Schiff“ von Phillip P. Peterson. Ein Rezensionsexemplar wurde mir vom Autor freundlicherweise kostenlos als eBook zur Verfügung gestellt.

Phillip P. Peterson ist das Pseudonym eines Autors, der in der Nähe von Bonn lebt.

Bevor er sich ab 2014 als freiberuflicher Schriftsteller ganz seinen Romanen widmete, war er beim DLR im Management für Erdbeobachtungssysteme tätig.

Worum geht es?

Die Menschheit hat sich in einer fernen Zukunft über mehrere Planetensysteme ausgebreitet und leider immer noch nichts besseres zu tun, als sich gegenseitig zu bekriegen. Die Besatzung eines interstellaren Bombers strandet nach einer so gerade eben überlebten Mission im leeren Raum, als ein mächtiges Raumschiff als scheinbarer Rettungsanker auftaucht. Die Gestrandeten bekommen luxuriöse Kabinen und beste Verpflegung gestellt.

Doch was paradiesisch beginnt, wandelt sich schnell zu einem Alptraum, in dem hinter jedem Schott tödliche Gefahren lauern.

Was hat mir gut gefallen?

Schon die Lektüre von Paradox hat gezeigt, dass niemand bei einem Peterson-Roman sicher ist; am allerwenigsten der Leser. Was beginnt wie knallharte military science fiction, wandelt sich schnell in eine Art Robinsonade im Weltraum, die schön langsam in ein fürchterliches Horrorszenario übergeht. Und gerade, wenn man es sich im Horror so schön bequem gemacht hat, überschlägt sich der Plot mehrfach und rasantestens. Nichts ist so, wie es scheint, und drei Seiten weiter ist wieder alles anders. Sehr fein!

Peterson weiß, die Beklemmung und Finsternis auf dem geheimnisvollen Raumschiff spannend zu inszenieren, und die Schrullen des Bordcomputers nicht ins Komische gleiten zu lassen. Jede Antwort, die das mächtige Schiff gibt, wirft nur neue Fragen auf – sowohl beim Expeditionskommando, als auch beim Leser. Spannend!

Sehr gut gefallen hat mir die technische Komponente, die gerade zu Beginn des Romans, vor dem Auftauchen des schwarzen Schiffes eine große Rolle spielt. Hier spürt man als Leser, das Peterson in seinem ersten Leben Raketenwissenschaftler war.  Seit Babylon 5 habe ich nicht mehr so schöne Flugmanöver im Weltraum gesehen. Klasse!

Was hat meinen Lesefluss gebremst?

Sprache lebt. Sie wandelt sich. Und das ist, um Klaus Wowereit zu paraphrasieren, auch gut so. Bei zwei Sachen bin ich allerdings pienzig:

1) Es heißt Pampelmuse und nicht Grapefruit.

2) Sinn ergibt sich.

Das Erste ist mein privat-persönlicher Spleen, aber gemachter Sinn ist grottenverkehrt. Pampelmusen rollen leider nicht durch das schwarze Schiff, aber die doch recht häufig auftauchende Sinnmanufaktur hätte im Lektorat auffallen müssen.

Kann ich das Buch weiterempfehlen?

Unbedingt! Alien, Pandorum, Arthur C. Clarke, Heinlein, Dan Simmons, Hieronymus Bosch … die Liste der Beteiligten in meinem Kopfkino ist lang. Phillip P. Petersons „Das Schwarze Schiff“ ist düstere Science Fiction, die einfach Spaß macht zu lesen. Technisch fundiert und fantastisch zugleich erzählt, reißt das schwarze Schiff seine Leser mit und bietet schauderhaft gute Unterhaltung.

Wo bekomme ich das Buch?

„Das Schwarze Schiff“ – © 99designs

Das Schwarze Schiff (Taschenbuch, 472 S.) ist ab sofort beim Buchhändler Ihres Vertrauens unter der ISBN 978-3-7481-2889-2 erhältlich.

Das Hörbuch wird vermutlich Anfang 2019 bei Audible erscheinen.

Gelesen: Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos Ein Gastbeitrag von Markus Regler

Ben Calvin Hary hat mit “ Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos“ seinen ersten „großen“ Roman vorgelegt. Nachdem ich seine Lesung auf dem GarchingCon 2018 besucht hatte, war ich sehr erwartungsvoll. Dort hatte er das erste Kapitel gelesen und die Grundidee der Geschichte sowie die Hauptfigur machten Lust auf mehr. Dank des Besuchs einer weiteren Lesung im Rahmen des ColoniaCon hatte ich beim Selberlesen endgültig ständig den russischen Akzent des Boris Koshkin im Ohr.

Ben Calvin Hary präsentiert kosmische Kommunisten

Inhalt:

Die Geschichte beginnt im Jahr 1957. Der Sputnik-Schock erschüttert die USA und Boris Koshkin, ein russischer Überläufer, fürchtet um seine Daseinsberechtigung in Amerika, weil er seine Nützlichkeit verloren hat, wie er selbst denkt. Daher lässt er sich in aller Öffentlichkeit von seinem ausgeprägten Ego hinreißen und prahlt damit, einen Sternenantrieb erfunden zu haben, der nur noch gebaut werden müsse.
Unter Mithilfe seines Schwiegersohns in spe, Geoffrey Miller, der trotz Ingenieursdiplom nicht der allerhellste Stern am Himmel zu sein scheint, macht er sich daran eine Rakete zu bauen, die in wenigen Tagen einmal zum Jupiter und zurück rasen soll. Das Problem ist nur: ein solches Triebwerk existiert nicht.

Inzwischen haben Aliens, die sich auf Horchposten im Sonnensystem befinden, von Koshkins neuem Sternenantrieb erfahren. Dieser ist scheinbar besser als der technische Standard in der Milchstraße, so dass die Außerirdischen sich ihn unter den Nagel reißen wollen. Sie erhoffen sich davon einen technischen Vorsprung in einem in der Galaxis schwelenden Konflikt. Also entführen sie Koshkin samt seiner Tochter Natasha, Geoffrey und der Rakete. Auch Koshkins Nachbar Saizew kommt als Beifang mit.

An Bord des fremden Raumschiffes entpuppen sich die Außerirdischen, die sich Mokkosshin nennen, als bananoide Lebensform, die zudem in einer kommunistischen Gesellschaft leben. Nun droht Koshkins Schwindel aufzufliegen und die Mokkosshin wollen den neuen Antrieb um jeden Preis haben.

Was als leicht skurrile Geschichte startet, entpuppt daher sich im Handlungsverlauf immer mehr als Kampf um Leben und Tod für die Protagonisten.

Mein Eindruck:

Ich möchte die Besprechung mit einem persönlichen Glanzpunkt beginnen: Das Titelbild.
Es stammt von Arndt Drechsler und ich bin begeistert davon!
Es zeigt in Blautönen gehalten ein Raumschiff der Mokkosshin über der Erde. Zwar wurde auf dem ColoniaCon von einem Bekannten bemängelt, dass es schon zu viele Cover mit einem Raumschiff vor einem Planeten gäbe. Das mag sein, ist mir aber in diesem Fall total egal. Ich finde das Bild hervorragend und hoffe auf eine Posterausgabe zum Aufhängen im Wohnzimmer!

Besonders seine Hauptfigur Koshkin hat Hary mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattet. Getrieben von seinem Ego und Narzissmus wandelt Koshkin zumeist zwischen Genie und Wahnsinn. Mehr als einmal vermutete ich, dass er eigentlich einfach nur verrückt ist. Dabei ist er eigentlich eine tragische Figur, die um Anerkennung ringt.
Geoffrey ist ein liebenswertes Dummerchen, dessen Charakterisierung ich nicht in Gänze nachvollziehen kann. Einerseits ist er studierter Ingenieur, was auf einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten schließen lässt, andererseits wirkt er an der einen oder anderen Stelle einfach nur dümmlich, was nicht zu seiner Ausbildung passt. Er hat im Laufe der Geschichte viel zu erleiden, so dass man ihn als Leser am liebsten in den Arm nehmen möchte.
Das tut aber bereits Natasha Koshkin. Eine intelligente und toughe junge Frau, die als Physikstudentin in die Fußstapfen ihres Vaters tritt. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und steht ihre Frau im Kampf gegen ihre Entführer. Eine Frauenfigur, wie man sie in der Handlungszeit nicht unbedingt erwarten würde, aber auch und gerade deswegen bildet sie einen schönen Kontrast zu Koshkin und Geoffrey.

Die Bananen-Aliens werden mit viel Tiefe geschildert. Obwohl wenig Platz für die Beschreibung der Lebenswirklichkeit der Mokkosshin vorhanden ist, schafft es Hary, die wesentlichen Charakterzüge ihrer Kultur hervorzuheben. Die Gesellschaftsstruktur wird dabei ebenso angerissen, wie Anatomie und Fortpflanzung der Außerirdischen. Auf dieser Basis wird auch die Motivation einzelner Alien-Figuren sehr gut nachvollziehbar gemacht. Man merkt, dass in dieses Volk von Bananenwesen eine Menge von Harys Herzblut und Hirnschmalz geflossen ist.
Für mich ein Highlight des Romans!

Wie schon angesprochen fand ich die Grundidee des Romans bereits im Teaser sehr ansprechend und wurde auch vom Rest des Buches nicht enttäuscht. Die Handlung entwickelt sich stringent und ich habe beim Lesen keine Längen empfunden. Mit einigen Wendungen bewegt sich die Geschichte auf ein spitzes Ende zu und ist dabei nicht frei von Überraschungen.
Auch sprachlich bewegt sich der Roman auf hohem Niveau und immer wieder offenbart Hary dabei einen mir sehr sympathischen Humor.
Anfangs ist die Geschichte von dieser humorigen Darstellung geprägt. Zum Ende hin bekommt sie aber einen Schuss Ernsthaftigkeit, die in hartem Kontrast zu den anfänglichen oftmals skurrilen Szenen steht. Hier hatte ich den Eindruck, dass Hary ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist. Ein klein bisschen weniger, wäre wohl mehr gewesen.

Wenn ich weitere Meckerpunkte nennen müsste, dann wären das der bereits angesprochene dümmliche Geoffrey und die eine oder andere physikalisch-technische Ungenauigkeit. Aber das alles ist Jammern auf hohem Niveau und tut dem Lesevergnügen keinesfalls einen Abbruch.

Mir hat der Roman unglaublich viel Spaß gemacht. Er war erfrischend, er war spannend und er hat mich gepackt. Ich wollte ihn nicht mehr aus der Hand legen.
Was will man mehr?

Lieber Ben, ich freue mich auf die Fortsetzung, die sich – wenn man Hinweisen in sozialen Netzwerken glauben darf – bereits in der Entstehung befindet. Ich drücke – nicht ohne Eigennutz – die Daumen, dass es bis zum fertigen Roman nicht wieder sechs Jahre dauert!

Gelesen: Die Heilerin von Hangay Band 20 der PRFZ Fanedition

Im Schatten der großen Ereignisse rund um Band 3000, NEO 200 und 40 Jahre Silberbände kommt ein viertes kleines, nachgerade unscheinbares Jubiläum im Perryversum daher: Die PRFZ, die Perry Rhodan Fan Zentrale, veröffentlicht Band 20 der Fanedition. Pünktlich zum ColoniaCon erschien „Die Heilerin von Hangay“ von Michael Tinnefeld und Gerhard Huber.

Die Heilerin von Hangay, Grafik: Uli Bendick,  © PRFZ 2018

Der Roman spielt im Jahr 1384 NGZ, also ein gutes Stück nach dem Abzug der Terminalen Kolonne TRAITOR und damit weit in meiner relativen Lesezukunft. Mit Absicht ließ ich die Perrypedia zu und näherte mich dem Werk mit den staunenden Augen des Ahnungslosen.

Was steht drin?

Dao-Lin-H’ay, bekannt als die Heilerin von Hangay zieht durch eine versehrte Galaxis, um medizinische Hilfe überall dort zu leisten, wo immer sie nötig ist. Auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel havariert ihr Schiff und stürzt auf einen rätselhaften Planeten. Das Unternehmen droht kolossal zu scheitern, Rettung ist nicht in Sicht, als eine bizarr-faszinierende Lebensform auftaucht, mit der niemand mehr gerechnet hat. Denn eigentlich dürfte es sie gar nicht mehr geben.

Wie hat es mir gefallen?

Da der Roman in einer Handlungszeit des Perryversums spielt, in die mir bisher komplett die Einblicke fehlen, durfte ich den Roman nahezu mit den Augen eines Neulesers zu mir nehmen. Dementsprechend war ich ein wenig gespannt, ob es mir gelingen würde, der Handlung zu folgen.

Nach einer Einleitung, die mich ein wenig ratlos zurückließ, ob mich ein actionreiches Weltraumabenteuer, eine spannende Geschichte auf einem Planeten oder eine zutiefst psychologische und sehr langsame Erzählung erwartet (Vermutlich hat mich der Felide auf dem Cover an Larry Nivens Ringwelt erinnert, bis mir klar wurde, dass es sich um die Protagonistin handeln muss.), nahm die Geschichte spätestens nach der Bruchlandung auf dem fremden Planeten deutlich an Fahrt auf. Faszinierende Charaktere kämpfen in einer feindlich gesonnenen Umgebung, die mich immer wieder an den Planeten in „Enemy Mine“ erinnerte, um ihr Überleben. Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu, Gerhard Huber und Michael Tinnefeld zelebrieren hier einen schön langsamen Spannungsaufbau. Ob die letztendliche Auflösung für den erfahrenen Rhodanisten überraschend kam, kann ich nicht beurteilen. Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, mal wieder eine der beiden Solaris-Verfilmungen anzuschauen. Eine Assoziation, die natürlich um Lichtjahre am Perryversum vorbeischeppert.  (Kommunikation in SF-Romanen scheint gerade mein Thema zu sein, irgendwie).

Der Stil der Autoren gefällt mir gut; man spürt deutlich, dass die beiden bereits schriftstellerische Erfahrungen gesammelt haben. Michael Tinnefeld kann seinen Beruf als Psychologe nicht verleugnen. In den allermeisten Fällen verhilft es den Personen zu mehr Tiefe, an ganz wenigen Stellen hätte es ein wenig weniger Psychologie sein können. Aber das sind Details.

„Die Heilerin von Hangay ist ein flüssig zu lesender Science Fiction Roman, der auch für Einsteiger ins Perryversum bestens geeignet ist. Außerdem spielen ein Matten-Willy und ein Posbi mit, was mich persönlich hochgradig erfreut hat.

Bezugsquellen:

Da es sich um eine nichtkommerzielle Fanpublikation handelt, ist „Die Heilerin von Hangay“ nicht im regulären Buchhandel erhältlich. Interessenten schlagen im Space-Shop der PRFZ zu, oder verfallen auf einer der einschlägigen Conventions in ein Schwätzchen mit den beiden Autoren und bekommen ein signiertes Exemplar. (Danke Michael für das erste Autogramm deines Lebens. Es ist mir eine Ehre.)

Gerhard Huber (l.) und Michael Tinnefeld (r.) präsentieren „Die Heilerin von Hangay“ auf dem ColoniaCon 2018.

BrühlCon für die Ohren Der Perry Rhodan Fanpodcast berichtet aus dem Wirtshaus

Den Perry Rhodan Podcast „Die dritte Macht“ habe ich ja schon mal empfohlen. Raphael, einer der Podcaster, war letztens mit seinem Tonaufzeichnungsgerät in Brühl und hat eine akustische Conversion veröffentlicht. Klingt richtig gut. Einfach mal reinhören.

Kai Hirdt, Robert Corvus und Uwe Anton kommen in der Folge natürlich auch zu Wort. (Zeichnung: Raphael Schottel)

Ich bin nicht alleine Please welcome the Perry Rhodan Experience

Eben bin ich mal wieder über die Seiten des PROC, des Perry Rhodan Online Clubs gesurft und machte eine sehr erfreulich-faszinierende Entdeckung.

Mario Staas ist schon länger im Perryversum unterwegs, und hat kürzlich ebenfalls begonnen, die Serie Heft für Heft von vorne zu lesen. Ich bin ein wenig verlegen und auch erfreut, dass Mario angibt, von meinem kleinen Projekt dazu inspiriert worden zu sein. Ich finde hochspannend, seine Erfahrungen und Ansichten mit meinen zu vergleichen, zumal Mario mit seinen Berichten einen ganz anderen Ansatz hat. Schaut einfach selber mal rein.

Noch spannender finde ich, dass Mario so lange im Fandom unterwegs ist, dass Hubert Haensel ihm sogar einen Gastauftritt im Romanheft mit der Nummer 2313 – Das goldene System hat angedeihen lassen. Respekt!

Die Dritte Macht – der Perry Rhodan Fanpodcast

Heute gibt es eine Empfehlung auf die Ohren, obschon ich vermute, mal wieder der Allerletzte zu sein, der davon mitbekommt. Kenne ich schon, aber vielleicht ist da ja noch den ein oder anderen allerallerletzte Menschen nach mir, der noch nichts weiß. Insofern …

Raphael, Michael und Sebastian produzieren seit Juni 2018 ihren Podcast über den Unsterblichen und sein Universum und haben bisher (Stand September 2018) vier Episoden und eine Nullnummer produziert. Inhaltlich drehen sich die Sendungen um die Silberbände. Erklärtes Ziel ist es, jeden Band zu besprechen (immer dieser Hang zur Vollständigkeit. Ist mir völlig fremd). Zwischendrin gibt es noch eine launige Besprechung der allseits bekannten Filmlegende „SOS aus dem Weltall“.

Mit der passenden Mischung aus Achtung, Respektlosigkeit und Humor gehen die Jungs ans Werk. Und auch wenn ich erst die Hälfte der Folgen genossen habe, kann ich den Podcast herzlichst weiterempfehlen.  Die einzelnen Folgen dauern etwa 85 Minuten, mit einem Ausreißer nach oben, wenn es um das Filmmachwerk geht. Dafür kommt die Nullnummer mit ner halben Stunde lustigen gelabers aus, von dem ich mir nicht sicher bin, ob es eine Art Skript gibt. Typischer Podcast-Charme. Mag ich. Erfrischend ist ein Blickwinkel von außen auf die Serie, mit einer Mischung aus Distanz und Liebhaberei. Sehr schön. Aber wie man in der Nullnummer behaupten kann, dass man aufgrund der schieren Heftmenge niemals von vorne anfangen kann? Jungs, wir müssen reden 😉

Hier geht es zu den einzelnen Episoden und hier sind kurze Informationen über die Menschen hinter dem Mikrophon hinterlegt. Viel Spaß beim Hören!

Sie kamen aus dem Nichts – 500 Tage Heftehaufen

Wohlan, nach einer etwas längeren Pause lag heute endlich Band 500 auf meinem Tisch: Sie kamen aus dem Nichts von K.H. Scheer – der Auftakt zum Schwarm-Zyklus.
Schon die Aufmachung des Heftes macht Lust aufs Lesen: umlaufendes Cover, größerer Umfang – Leimbindung statt Klammern .

Doch der Reihe nach!

Was steht drin?

Herr Rhodan und seine Kumpels haben den Sombrero etwas entstaubt und sind nun mit dem wunderbarerweise nahezu in Nullzeit entwickelten flammneuen Dimesextatriebwerk zurück auf dem Weg in die heimische Milchstraße. Jippieh!
Mit diesem neuen Wunderding sollte die unvorstellbar große Distanz zwischen den beiden Sternhaufen eigentlich in Nullkommanichts überwunden sein, dementsprechend wird in der Zentrale mehr geflachst, als echter Dienst geschoben.
Doch die Ruhe trügt. Schnell bauen zwei Typen, die in einem anderen Franchise rote Hemden tragen würden, gehörig Mist und landen vor dem Kriegsgericht, weil sie den Antrieb sabotiert haben.
Der Vorfall ist recht schnell geklärt, Perry Rhodan, als oberster Gerichtsvorsitzender wird von moralischen Zweifeln gepackt, ob die Todesstrafe hier gerechtfertigt sei (Chor der Altfans: „Buh, nein! Perry darf nicht zweifeln. Der Sofortumschalter, harte Sau, oberster Militär. Moderner Schnickschnack …“)
Der Alte vertagt den Prozess und fliegt erst mal zur Erde, wo er auf seinen Sohn und einen Haufen komplett verblödeter Menschen trifft. Denn die Saboteure bezeichnen sich selbst als Homo superior und pfuschen irgendwie in den Naturgesetzen rum, sodass alle, bis auf ein paar Mentalstabilisierte, komplett bescheuert werden. (Das klang ja in Band 499 schon kurz an, dass da was im Busch ist.)
Parallel taucht eine riesige Zahl unbekannter Schiffe auf, mehr so schwarmförmig unterwegs und in die Hunderttausende gehend. Nicht gut.
Rhodans Fernraumschiff kann nicht mehr mit ausreichend intelligenter Besatzung versorgt werden, um fix nachzuschauen, wer da kommt. Die paar mentalstabiliserten Männlein reichen vorne und hinten nicht.
Auftritt GOOD HOPE II. Mal schauen, was es mit dem Schwarm so auf sich hat. Ende, Abspann, Werbeanzeigen.

Die detaillierte und enzyklopädische Zusammenfassung liefert wie immer die Perrypedia.

Wie ist es verpackt?

Band 500 ist unverkennbar ein Jubiläumsband. Umlaufendes Cover und ein Umfang von weit über 90 Seiten machen schnell klar: Hier wird ordentlich was gefeiert.
Klar, wenn eine Serie, die urspünglich mal auf 50 Bände angelegt war, zehn Jahre läuft, gehört das gebührend gewürdigt. Hierzu hat sich die Redaktion Folgendes einfallen lassen:

  • Extra langer Roman.
  • Umlaufendes Cover, das zusätzlich als Poster beigelegt ist – leider hat die Zeit dieses Extra bei meinem Heft verschluckt. Die Materiequelle hat zumindest eine Abbildung.
  • 11 Innenillustrationen von Johnny Bruck. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es mit Lord Zwiebus, Ovaron und Ribald Corello auch Helden des vergangenen Zyklus zu bestaunen. Mein Highlight ist da eindeutig Ribald Corello, das olle Superbrain. Die Perrypedia hat sie alle.
  • Vier Leserkontaktseiten mit kurzen Vorstellungen aller damaligen Teamautoren. (Ich kann mir nicht helfen, aber immer wenn Scheer etwas schreibt, höre ich diesen Wochenschausound aus den 50ern in meinem Kopfkino.)

Wie hat es mir gefallen?

Yes! Roi Danton ist wieder dabei, so schlecht kann der Zyklus nicht werden.
Nee komm, jetzt mal ohne Quatsch.
Band 500 ist ein sehr feiner Auftaktband. Die Bedrohung sitzt direkt im Sonnensystem. Zuhause. Perry R. ist nahezu auf sich allein gestellt, weil die bekannte Zivilisation zusammengebrochen ist (Zeitdillatation. Der Flug hat in Wahrheit drei Jahre gedauert, in den sich die Verdummung ausgebreitet hat, alles ist kaputt.)
Man fliegt offenbar nicht wieder irgendwo hin, um sich in fremde Angelegenheiten einzumischen. In mir regt sich die Hoffnung, nicht den dritten Aufguss von MdI zu lesen zu bekommen. Typen, wie die Zentauren tun auf der Brücke der MARCO POLO ihren Dienst. Die mochte ich schon in den 400er Bänden. Dieses komische 200.000-Jahre-Religionsgewusel wird nicht weiter thematisiert – sehr fein. Danke.
Band 500 scheint also ein echter Einschnitt zu sein. Hoffentlich geht es mit dem Elan der ersten 50 Cappins-Bände weiter. (Auftritt des Blogger-Extrasinns: „Ralf wird es in einem Kommentar spoilern, Garantiert. Das macht er immer …“)

Ich hatte eine Menge Spaß bei der Lektüre von Band 500. Sowohl der Roman als auch die Beigaben haben mir echt gut gefallen. Ich bin neugierig auf den neuen Zyklus, der hoffentlich mit dem mittlerweile doch recht eingefahrenen Hinfliegen-rumballern-weltretten-Schema bricht. Mal abwarten. (Okay, vielleicht wird es Zuhausebleiben-rumballern-weltretten …)
Band 500 selbst wird ab sofort in die Liste der Lieblingsromane aufgenommen.

Und sonst so?

Mein Lieblingssatz ist übrigens auf Seite 32 der Erstauflage zu finden:

„Die Distanz zwischen uns und dem Leuchtfeuer macht etwa 8000 Lichtjahre aus. Wir sind zu Hause, Sir.“

Quelle: Sie kamen aus dem Nichts – Pabel Moewig Verlag, 1971

Herrlich!

Gelesen: Perry Rhodan Olymp 8 – Die Herren von Adarem

Youtube hat mal wieder ein witziges Thumbnail ausgespuckt und ich präsentiere stolz mein sonnenverbranntes Knie. In Anbetracht der Uhrzeit verzichtete ich auf venusischen Feuerwhisky. Es war einfach zu früh.