von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Schlagwort: Atlan (Seite 1 von 3)

Lies Geschichten

Interview mit einer Fanautorin

F: Hallo Lie, erzähl den Heftehaufenlesern doch kurz, wer du so bist.

A: Die Frage ist immer so schwer zu beantworten; wer weiß schon genau, wer er ist. Aber ich versuchs mal! Ich bin Lie. Ich bin Fanfictionbloggerin, schreibe derzeit aber noch an anderen Dingen. So außerhalb vom Internet bin ich im sozialen Bereich tätig und arbeite in meiner Freizeit in vielen Jugendgruppen als Betreuerin.

F: Die Fanfiction, deretwegen ich auf dich aufmerksam geworden bin, dreht sich um Atlan. Mach uns dein Werk mal schmackhaft. Worum geht es?

A: Na ja, im Großen und Ganzen geht es um Atlan. Ein neues Abenteuer, das unabhängig vom Zeitstrahl an jeder Stelle nach den Zeitabenteuern spielen könnte. Er findet sich auf einer ganz fremden Welt wieder und trifft da (wie sollte es auch anders sein) eine Frau. Da ich ein großer Fan des Horrorgenres bin, fließt da auch etwas mit ein. Atlan muss also das Geheimnis um diese Frau lüften. Ein Geheimnis, das er sich niemals vorstellen könnte. Und dabei soll er noch ein Volk vor der Vernichtung durch eine durchgeknallte KI retten.

F: Du veröffentlichst ja stückweise auf deinem Blog. Alle wie vieleTage oder Wochen dürfen wir uns auf ein neues Kapitel freuen?

A: Im Moment poste ich jeden Mittwoch ein neues Kapitel für den Atlan Blogroman. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werden dann entweder die Kapitel länger oder die Zeitintervalle kürzer. Der neue Blogroman soll auch einmal die Woche erscheinen. Wird auch eine Geschichte im PR Universum aber eher was für komplette Neueinsteiger.

F: Kurze Zwischenfrage, wo du gerade Einsteiger sagst: Seit wann bist du dabei und was liest du aus dem Rhodan-Kosmos?

A: Oh, das ging ziemlich fließend. Mein Mann hat immer versucht, mich für SciFi zu begeistern. Und irgendwann hat er mir die Zeitabenteuer vor die Nase gehalten und Atlan hat mich dann bekehrt. Ich glaube, ich bin jetzt im Perry Rhodan Fieber seit 4 Jahren. Und gerade lese ich den Lemuriazyklus, wenn ich Ruhe habe. Und wenn ich arbeite, dann höre ich nebenbei die Zeitabenteuer als Hörbuch; zum dritten Mal glaube ich.

F: Was genau fasziniert dich ausgerechnet an Atlan, dem alten Schürzenjäger? 😉

A: Anfangs fand ich die Zeitabenteuer so schön, weil ja auch viel unserer Geschichte mit drin steckt. Und nach und nach hab ich den Charakter dann lieb gewonnen. Über so viele Jahre weit weg von der Heimat und trotzdem bewahrt er sich die Fähigkeit, immer wieder neu Wurzeln zu schlagen und sich zu Hause zu fühlen. Das bewundere ich ein bisschen, glaub ich. Und er macht immer weiter, obwohl er immer wieder alles verloren hat. Ich glaube, ich hätte meinen Zellaktivator längst im Ozean versenkt 🙁 Und zu guter Letzt ist er sicher ein hübsches Kerlchen.

F: Du hast eben deinen zweiten Roman erwähnt. Gehörst du zu den Plotterinnen oder den entdeckenden Schreiberinnen?

A: Ein bisschen was von beidem. Bei der Atlan Blogstory habe ich einen roten Faden und ein paar fertig ausgearbeitet Charaktere. Daran orientiere ich mich. Da ist aber auch viel Vergangenheit im Hintergrund. Aber alles andere schreibe ich so, wie es mir gerade einfällt. Die neue Blogstory entsteht also beim Schreiben.

F: Wie läuft dein Schreibprozess? Hast du Testleser? Wann kommst du neben dem Alltag zum Schreiben?

A: Eigentlich schreibe ich einfach drauf los. Manchmal sehe oder höre ich etwas, das mich inspiriert und dann nutze ich die nächste Gelegenheit, um zu schreiben. Mein Alltag ist sehr gut gefüllt. Ich leite einen Pfadfinderstamm, leite da auch zwei Gruppen, habe zwei kleine Jobs und Mann und einen niedlichen kleinen Sohn. Deswegen schreibe ich abends, wenn der kleine Imperator im Bettchen ist oder wenn er Mittagspause hat. Testleser? Braucht man die? Ich poste einfach, wenn ich fertig bin. Meine Mitbewohner lesen dann meist nochmal drüber. Wozu hat man Testleser?

Howaren-Auge (Copyright: Lie H.Ard 2021)

F: Hast du denn Lust, irgendwann mal einen gedruckten Fanroman bei der PRFZ oder beim TCE zu schreiben, oder ist das etappenweise Schreiben im Blog eher dein Ding?

A: Das ist eine gute Frage, die mir schon viele gestellt haben. Ich denke, ich hätte da schon Spaß dran, sobald sich hier der Stress ein wenig gelichtet hat. Vielleicht ab nächstes Jahr, wenn mein Söhnchen dann auch in der Kita ist. Ich schreibe auch längere Sachen, hab aber noch nie etwas veröffentlicht.

Dann wünsche ich dir viel Erfolg, dicke Nerven und viel Freude. Bis dahin können wir uns ja an deinen Blogromanen erfreuen, die es auf Lies Geschichten zu lesen gibt. Herzlichen Dank für das Interview!

Informationen:

Lies Blog: https://liesgeschichten.wordpress.com/

Twitter: https://twitter.com/lie_ard

Instagram: https://www.instagram.com/therealliehard/

Komm, wir heben einen Schatz

Heftiger Zuwachs im Heftehaufen

Was ist eigentlich ein Schatz? Etwas materiell Wertvolles? Etwas emotional Wertvolles? Ideell wertvoll? Alles davon?

Nun, materiell wertvoll sind Heftromane in aller Regel heute nicht mehr (Es sei denn, man hat das allererste Rhodanheft in gutem Zustand und erster Auflage, Mythor Band 100 mit Poster, oder die späten Dragon-Hefte.) Insofern reden wir gleich nicht über Geld, sondern einfach über Freude. Über Freude und ein wenig Platzbedarf.

Ein unerwarteter Kontakt

Klar bekommt der Heftehaufen immer mal wieder das ein oder andere Buch oder Heft von mir spendiert. Aber das hielt sich in den letzten beiden Jahren alles im Rahmen einer Schuhkartonmenge. Über einen solchen Schukarton habe ich mich neulich sogar im Bewegtbild gefreut.

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Da ich aber im Moment neue Regale baue, bin ich auch nicht wirklich auf der Suche. Doch es gibt unmoralische Angebote, die ich keinesfalls ausschlagen kann.

So bekam ich vor einiger Zeit eine Mail, dass auch einem Dachboden jenseits der Eifel fünf Kartons mit Heften und Büchern ein neues Zuhause suchten. Viel Perry und Atlan und ein bisschen was anderes, hieß es.

Da ich Atlan ja lose auf der Liste habe, wenn ich Rhodan dann mal durch habe in einigen Jahren, und ich grundsätzlich immer gern vorhandene Hefte durch bessere Hefte tausche, bedurfte es keiner langen Entscheidung, sondern lediglich einer kleinen Terminfindung.

Das war schnell erledigt, und so konnte ich gestern, am 20.06.2020 gen Norden aufbrechen um der Dinge zu harren, die mich da erwarten sollten.

Kartons, Geschichten und große Augen

Mich erwartete zuerst einmal einer dieser typischen Dachbodenfunde: alles in Kartons, Staub von Jahrzehnten und zum Glück alles trocken. Dazu ein wahnsinnig netter Mensch mit einer spannenden Lebensgeschichte (Ihr wisst, wir im Rheinland können nicht ohne Reden.)

Erste Kartonöffnungen zeigten, dass es sich nur zu einem knappen Viertel um Rhodan handelte, dazu ein halber Karton Atlan, der Rest schienen Schätze aus den Verlagen Kelter, Zauberkreis oder Pabel zu sein. Spannend.

Spannend ist auch die unterschiedliche Rezeption von Serien. Mir war natürlich bekannt, dass meine geliebten Macabros-Hörspiele aus dem Hause EUROPA auf Heftromanen basieren. Nur hatte ich bis gestern noch keinen einzigen davon in Händen gehalten.

Im Bewusstsein, dass sich dies in kurzer Zeit ändern würde, bargen wir den Fund gemeinsam vom Dachboden und verfrachteten ihn so gut es ging in mein Auto (Pro-Tipp: Verwendet zum Lagern keine Umzugskartons. Die Dinger werden nach 40 Jahren doch eher spröde und rissig.)

Es ist spät, doch es gibt kein Halten

Zuhause angekommen stapelte ich die Sachen erst einmal in meinem Flur, um nachzuschauen, welche Schätze der Kühlschrank für mich aufbewahrte.

Sieht eigentlich nicht so viel aus, ist aber höllisch schwer.

Frisch gestärkt beschloss ich, die Sachen nicht über Nacht in den Kartons zu lassen, sondern mich direkt an die Ausgrabungen zu begeben. Also Esstisch freiräumen, Karton für Karton auspacken und grob vorsortieren!

Unsterbliche in meiner Küche

In Kiste eins verbargen sich die bereits erwähnten Rhodans und Atlans. Bei der Urserie konnte ich auf den ersten und zweiten Blick jede Menge Erstauflagen-Hefte aus den 900er und 1000er Zyklen finden, alles Material, das mir größtenteils in Nachauflagen vorliegt. Das ist doch schon mal fein. Der andere Unsterbliche ist vor allem als „König von Atlantis“ vertreten und als Mitreisender auf der SOL. Von ersterem Zyklus kenne ich bisher nur Legenden, Schreckensmeldungen und einige sehr differenzierte Analysen aus der Perrypedia. Die Abenteuer der SOL habe ich nur in der Taschenheft-Neuauflage in ihren Anfängen verfolgt. Alles in allem schon mal ein sehr schöner Fund. Doch es sollte noch besser kommen.

Ein Stapel PR-Magazine

Denn da war ja noch die Papiertüte, die übrigens keine 40 Jahre auf dem Dachboden gelegen hat, sondern eine doch recht spröde Plastiktüte ersetzte, die einen ganzen Stapel Perry Rhodan-Magazine barg. Mit diesem Format hatte ich immerhin schon einmal lose Kontakt, da Christian mit mir im letzten Herbst ein paar Kindheitserinnerungen tauschte. Da tauchten auch zwei Exemplare dieser hübschen Zeitschrift auf. Es handelt sich um Exemplare aus den Jahren 1980 und 1981, genauere Begutachtungen stehen allerdings noch aus. Ich selbst habe bisher nur zwei Exemplare aus dem Jahr 1978.

Die Zeitschrift bietet einen vielseitigen Themenmix aus der damaligen SF-Szene, stellt Filme und Bücher vor, enthält Interviews und auch die ein oder andere Kurzgeschichte.

Als inhaltliche Nachfolger würde ich am ehesten die Magazine phantastisch! und Corona bezeichnen. Die SOL ist zwar auch toll, aber eben eine reine Rhodan-Zeitschrift.

Weg von Perry Rhodan

Die nächsten beiden Kisten führten mich dann inhaltlich und teils auch genremäßig sehr weit weg vom Perryversum. Mythor und Dragon sind zwar Fantasy haben aber über die Autorenschaft und den Verlag einen klaren Bezug zu Rhodan. Ebenfalls aus dem Hause VPM stammt Ronco, ein einst nicht ganz unerfolgreicher Western und Vorläufer von Lassiter. Interessant, aber so gar nicht mein Genre.

Zurück zur Phantastik brachte mich dann ein sehr großes Konvolut „Dämonenkiller“, ein ordentlicher Stapel „Macabros“ und jede Menge „Terra Astra“ Hefte. Das wird mit Sicherheit sehr interessant. Hochgradig erfreut bin ich auch über die kleinen Stapel mit „Zauberkreis SF“, „Zeitkugel“ und „Raumschiff Promet“. Das sind alle Hefte, von denen mir Udo Mörsch erzählt und vorgeschwärmt hat, zu denen ich schon viel gelesen habe, aber noch nie welche in Händen halten konnte. Kurzum, gegen Mitternacht schwelgte ich in Glückseligkeit. Als ich dann noch eine große Menge „Dämonenkiller“ bergen konnte, war die Nacht mehr oder weniger gelaufen. Dennoch sank ich einigermaßen erschöpft in meine Kissen.

Und was nun?

Der Morgen danach

Am nächsten Morgen erwartete mich ein etwas verändertes Wohnzimmer und eine Entscheidung. Über Nacht war der Heftehaufen von einer Perry-Rhodan-Sammlung zu einer ausgewachsenen und genreübergreifenden Romanheftsammlung geworden. (Die zwei Kisten mit Taschenbüchern habe ich noch nicht einmal ausgepackt. Das ist ein Thema für sich.)

Aber was mache ich jetzt damit? Auf meiner Liste stehen nach Rhodan immer noch Atlan, Mythor und Dragon. Und jetzt auch noch Dämonenkiller. Aber werde ich das auch vollständig lesen können? Mit Sicherheit nicht! Auszugsweise gern und immer mal zwischendurch, aber sicher nie mit der Konsequenz, mit der ich mich durch das Perryversum lese.

Auf der anderen Seite fasziniert mich dieser Heftromankosmos mehr und mehr. Ich liebe es, die Zusammenhänge zwischen den Serien aufzuspüren, herauszufinden, wer wo mitgeschrieben hat, welche Serie eine Antwort auf ein ähnliches Produkt eines Konkurrenzverlages war, welche Serie wann und wie aus einer anderen entstanden ist. Und immer öfter habe ich mir bei diesen Recherchen gewünscht, auch einmal das ein oder andere Heft in Händen halten zu können. Klar, Klassiker wie Ren Dhark, Dragon und Mythor und neuerdings auch Dämonenkiller (als Dorian Hunter) sind als ebook oder Buchbearbeitungen leicht zu bekommen. Aber so ein Originalheft, mit allen Zerfledderungen und all seiner Geschichte … das fasziniert mich.

Vielleicht sollte ich mich also einfach damit abfinden, dass der Heftehaufen aus einer kompletten Rhodan-Heftreihe und einigen anderen Publikationen aus der Hochzeit der Heftromane besteht. Komplett lesen werde ich, so ES will, Rhodan und Atlan. Der Rest ist faszinierend und interessant, wird bei Neugier und Interesse gelesen und bekommt einfach bei mir ein neues Zuhause.

Ich finde, es gibt schlechtere Wochenenderlebnisse.

Zyklusrückblick: Die kosmischen Burgen

Ein hartes Stück Arbeit im Perryversum

Tja, das war ein wilder Ritt über steiniges Gelände, den ich beinahe abgebrochen hätte. Doch was stört mich ein wenig Verwirrung auf einem Weg von über 3000 Heften? Vermutlich wird der folgende Zyklusrückblick aber noch ein wenig subjektiver als alle Rückblicke zuvor.

Das steht drin

Im ganzen Perryversum liegen lose Fäden herum, die aufgeräumt werden müssen, ständig sucht irgendjemand seine Schlüssel, die ein Margor-Schwall hinfort gespült hat, Rhodan wird ziemlich energiegeladen, Atlan verschwindet hinter den Materiequellen, kosmische Burgen spielen nur am Rande mit und am Ende bekommt das ganze so etwas wie eine Struktur. Ein wenig objektiver kann es die Perrypedia.

Das hat mir gut gefallen

Da ich ja gerne über Dinge schreibe, die ich mag, fange ich doch einfach mal hiermit an:

  • Die Handlungsebene um die Orbiter fand ich ganz gut zu lesen. Hat Spaß gemacht.
  • Die kosmischen Dimensionen, die sich auftun, finde ich ziemlich faszinierend. Sind sie doch immer noch die Grundlage für den Rhodan, mit dem ich 2011 in Perryversum eingestiegen bin. Die ersten Auftritte von Materiequellen und Kosmokraten zu lesen, das hat schon was.
  • Atlan wird auserwählt, den Blick hinter die Materiequelle zu tun, nicht Peregrin persönlich. Mal schauen, wie das die Beziehung der beiden beeinflusst.

Das hat mir überhaupt nicht gefallen

Diese Sache um die Zeitpolizei ist bisher immer noch unangefochtener Spitzenreiter meiner persönlichen Rhodan-Flop-Liste. Ob die kosmischen Burgen demnächst diesen Platz einnehmen, ist noch nicht entschieden, dazu später mehr.

Fangen wir mal mit dem offensichtlichen an: Warum musste sich Voltz damals mit seinen Rittern der Tiefe so sehr an Star Wars und den Jedi-Orden ranwanzen? Oder war das eine reine Marketingentscheidung? Rätselhaft. Denn eigentlich betritt in diesem Zyklus genügend faszinierendes Personal die Bühne. Da hätte es so eine Ritter-Kopie nicht gebraucht.

Und dann ist da die Sache mit den losen Fäden, die Meister Voltz vor Band 1000 sicherlich so weit wie möglich aufrollen wollte. Verständlich. Ist in NEO vor Band 200 ja auch passiert. Aber muss man das denn dergestalt machen, dass die gefühlt 57993 offenen Handlungsfäden im Wochenrhythmus durchgewechselt werden, dass einem spätestens nach 7 Heften schwindelig vor fehlendem Überblick wird? Nee, das war nix! Im letzten Viertel des Zyklus, wenn es richtig kosmisch wird, da kommt Struktur in die Sache. Aber vorher? Neee, geh weg!

Aber, bevor ich die Sache endgültig in Bausch und Bogen verdamme, bekommen die Burgen noch eine Chance. Denn vielleicht ist Hubert Haensel ja mein Burgen-Lieblingsautor. Vielleicht wird der Zyklus ja lesbarer durch die neue Anordnung der einzelnen Hefte in den Silberbänden. Mal abwarten. Ich werde einfach mal zwei, drei Silbereditionen hören und dann entscheiden.

Nachtrag:

Perry als Schwiegervater der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin war mir dann doch ein bisschen zu sehr over the top.

Mein Lieblingsheft

Nach langer Zeit gab es mal wieder ein Heft, dass für meinen Geschmack aus der Masse herausstach. Band 982 – Der Auserwählte von William Voltz. Das Heft bietet nicht nur wieder eine feine Wettstreit-Geschichte zwischen Rhodan und Atlan (Wir erinnern uns an die Sache mit dem berühmten Wasservers beim ersten Aufeinandertreffen der beiden.), vielmehr nutzt der Expokrat hier auch die Gelegenheit, mal einige Zusammenhänge kosmischer Größe zu erläutern. Habe ich gern gelesen.

© Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Wenn Johnny Bruck dann noch ein so starkes Titelbild der beiden wettstreitenden Heroen schafft, rundet das die ganze Sache sehr harmonisch ab. Gelbe Raumanzüge, grimmige Gesichter, im Hintergrund ein Technodings mit Weltraum. Schön!

Interessant wäre es zu erfahren, wie der Ausgang des Bandes auf die damaligen Leser gewirkt hat. Wie groß war die Überraschung, dass Atlan und nicht Herr Rhodan persönlich die Einladung der Kosmokraten erhalten hat? Ich war ja durch die Erlebnisse im atopischen Tribunal vorgewarnt, also wenig überrascht.

Fazit

Ralf, der Chefheftehaufenspoilerant, hat mich ja schon vorgewarnt, dass um Band 1000 herum die härteste Lesephase kommen wird. Hart fand ich in den kosmischen Burgen weniger das Kosmogeschwurbel, das ließ sich mit entsprechender Ausgleichsliteratur ganz gut ertragen. Hart fand ich die über weite Teile für mich nicht erkennbare Struktur, die ich einfach mal auf die Aufräumarbeiten vor Band 1000 schiebe. Besagter Jubiläumsband liegt gerade auf meinem Tisch, dafür nehme ich mir etwas Zeit. Danach werde ich mal schauen, was die kosmische Hanse für eine Organisation ist.

Mal wieder was Handfestes

Gelesen: Rico – von Arndt Ellmer

Ich muss zugeben, die chaotischen Verwindungen der komisch-kosmischen Burgen sind für mich ziemlich schwere Kost. So viele lose Enden, so eine verschlungene Erzählstruktur, kosmisches Gerümpel wohin man liest. Das erfordert beim Lesen schon ein wenig Willenskraft und KOnzentration. Höchste Zeit, mal wieder einen Blick zurück zu wagen, als das Perryversum noch einfach war.

Arndt Ellmer, Rico – © FanPro

Zum Glück kam mir vor kurzem das Atlan-Taschenbuch Rico von Arndt Ellmer unter. Nun bin ich beileibe kein großer Kenner des charmanten Arkoniden mit der Silbermähne, aber Stichworte wie USO, Quinto Center und Imperium Dabrifa weckten doch meine Neugier. Zudem finde ich das Cover der Fanpro-Ausgabe recht ansprechend: ein geheimnisvoller Roboter, im Hintergrund Atlans Tiefseekuppel, dazu ein paar hübsche Haie und ein Unterwasserfahrzeug. Abenteurerherz, was willst du mehr? Tausend Dank an Arndt Drechsler für dieses hübsche Bild.

Atlan im Einsatz

Rico zeigt uns den unsterblichen Arkoniden als Chef der USO. Ganz der große Held darf Atlan einen Datenhandel ungeahnten Ausmaßes aufdecken, die ihn nicht nur nach Paris, sondern auch tief in seine Vergangenheit und seine legendäre Tiefseekuppel führen. Als auch noch der Roboter Rico, Atlans Freund in die Hände eines galaktischen Verbrechersyndikats fällt, wird es für Atlan persönlich. Ein herrliches USO-Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Eine schöne Abwechslung für Zwischendurch

„Rico“ bietet beste Abenteuerunterhaltung und kommt mir in dem ganzen Kosmogeschwurbel kurz vor Band 1000 gerade recht. Schöne, geradeaus erzählte Spionagehandlung, dazu ein paar Hintergründe über Atlans geheimnisvollen Roboter und eine schöne Widmung an Hans Kneifel und eine faszinierende Traumsequenz als Prolog.

Rico ist sicher nicht der zentrale Atlan Roman und auch kein Buch, dass unrhodanistische Leser zum Einstieg ins Perryversum lesen sollten, mich hat es aber wieder geerdet und mir einige schöne Stunden in der Vergangenheit meiner Lesereise beschert. Dass Arndt Ellmer zudem im Jahr 2008 die Atmosphäre des rhodanistischen 32. Jahrhunderts sehr gut sprachlich eingefangen hat, rundet meinen durchaus positiven Gesamteindruck ab.

Übrigens bekomme ich für diesen Artikel keinerlei Vergütung in Form eines Belegexemplars, schreibe in niemandes Auftrag und gebe hier nur meine eigene Meinung wieder. Wer das Buch lesen möchte, werfe für entsprechende Bezugsquellen bitte die Suchmaschine seiner Wahl an. Bitte sehr, dankeschön.

Staffelrückblick – Vorstoß nach Arkon

Staffel 4 der Perry Rhodan Neo Serie im höchst subjektiven Rückblick

Nun denn, Staffel 4 der rhodanistischen Neuauflage ist gelesen – Zeit für eine kurze Rückschau.

Worum geht es?

Der Name ist Programm: Perry und seine Kumpels machen sich auf den Weg, den Arkoniden in ihrem Imperium einen kleinen Besuch abzustatten. Dabei passiert nicht viel, aber es gibt eine Menge zu entdecken. Wer es objektiver möchte, kann gern die Staffelzusammenfassung für die Perrypedia verfassen.

Was hat mir gut gefallen?

Perry Rhodan Neo Staffel 4 – Vorstoff nach Arkon scheint so eine Art Übergang zu sein. So richtig viel passiert nicht, dafür scheinen eine ganze Menge Dinge vorbereitet und wieder aufgegriffen zu werden. Hat mich die Topsiderstaffel mit der Expedition zur Wega noch einigermaßen ratlos hinterlassen, wird in Staffel 4 klar, was der Leser mit all den Informationen über Topsider und Ferronen anzufangen hat. Das fördert nicht nur den Spaß am topsidischen Echsenbordell, in das es Eric Manoli verschlägt.

Ausgesprochen gut haben mir auch viele kleine Ostereier gefallen, wie etwa das Café Stellaris und Onkel Dalaimoc. Das ist schön und erfreut das Herz der Stammleserschaft.

Neugierig gemacht haben mich erste Hinweise auf das Ringen. Mal schauen, was da so folgt.

Begeisterung haben bei mir die NEO-Arkoniden ausgelöst. Die Wesen, die das Kristallimperium beherrschen, scheinen doch recht wenig mit den messingspielsüchtigen Schlaftabletten aus den Anfangstagen der Urserie gemein zu haben. Vielmehr hatte ich bei so manch arkonidischem Auftritt den Eindruck, hier betreten Klingonen im Kriegselfengewand die Bühne. Das macht mir große Lust auf die nächste Staffel, die den Titel „Das große Imperium trägt“.

Und außerdem tritt mit der SCHIAPARELLI zum ersten Mal ein Hantelraumer auf. Das war nett.

Was hat mir weniger gefallen?

Obschon „Vorstoß nach Arkon“ ein paar wirklich schöne Einzelromane dabei hat, fehlte mir der ganz große Wurf und eine durchgehend mitreißende Handlung. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Weg nach Arkon in acht statt zwölf Bänden zu erzählen.

Fazit:

„Vorstoß nach Arkon“ bietet solide Science-Fiction-Unterhaltung aus dem Neoversum, verzichtet auf große Höhepunkte, sondern legt Grundlagen für spätere Handlungsgänge. Eric Manoli auf Topsid gehört bis jetzt zu meinen Höhepunkten des Perry Rhodan Reboots.

Monatsrückblick – Mai 2019

Ich war dann mal weg

Atlan traf im Jahr 1795 auf den schottischen Dichter Robert Burns und lernte von ihm die Schönheit schottischer Gasthäuser und kunstvoller Verse über Haggis und andere leckere Schweinereien kennen.

Burns habe ich im Mai zwar nicht getroffen, da ich niemals freiwillig in einen Nullzeitdeformator steigen würde, dafür verbrachte ich zwei wundervolle Wochen im Norden der britischen Insel – gänzlich ohne Raketenheft. Wer sich also wundert, warum ich im letzten Monat so wenig schrieb: Es gab einfach mal wichtigere Dinge. Zwei Wochen draußen sein, im Zelt leben, wandern, Berge besteigen, über das Leben nachdenken … solche Dinge.

Ben Nevis im Sonnenschein
Ben Nevis, der höchste Berg Schottlands

Gab es auch Rhodanistisches?

Wenn ich meine Nase in ein Heft stecke, bereitet mir der aktuelle Mythos-Zyklus große Freude. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt die zweite Hälfte des gerade aktuellen Heftes 3015 noch vor mir, und ich bin sehr gespannt, was da noch alles über den Raptus Terrae enthüllt werden wird.

Nebenher gehe ich meiner geheimen Leidenschaft für Hörbücher und Hörspiele nach und erfreue mich an den schrägen Phantasien Hans Kneifels in den Atlan Zeitabenteuern. Das ist feines Kino für die Ohren.

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