von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Schlagwort: Interview

Neues von der Eastside – deutsch

Im Gespräch mit Mikhail Bocharov

Wer die russische Fassung dieses Gesprächs lesen möchte, folge bitte diesem Link.

Abonnenten der SOL und Mitgliedern der Twitterbande dürfte Mikhail Bocharov, der Rhodanist aus dem russischen Kursk, wohlbekannt sein. Mithilfe des Programms deepl.com steht Mikhail in regem Austausch mit der Fanszene und so ist es kein Wunder, dass mittlerweile schon das ein oder andere Päckchen und ein paar Postkarten ihre Wege von und nach Russland gefunden haben.

In den letzten Tagen haben wir mithilfe des automatischen Übersetzers ein wenig geplaudert, dabei kam dieses kleine Interview heraus. Da das Thema Übersetzungsprogramme keine ganz kleine Rolle spielt, haben wir uns dazu entschieden, den Text weitestgehend unbearbeitet zu lassen, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie weit diese Technik mittlerweile ist und dass es sich nicht mehr um Science Fiction handelt.

Mikhail, man kann dich mittlerweile als Russlands bekanntesten Rhodan Fan bezeichnen. Erzähle und kurz, wie du zur Serie gekommen bist.

Mikhail Bocharov

Oh, das ist eine ziemlich ungewöhnliche Geschichte! Als ich in der Schule war, kaufte ich jeden Monat ein russisches Magazin über Videospiele. Und 2008 las ich eine Rezension des Perry Rhodan Spiels. Der Autor des Artikels erwähnte, dass bereits mehr als 2400 Romane veröffentlicht worden seien, und ich erinnerte mich sehr gut daran. Zehn Jahre später erinnerte ich mich an Perry Rodan und beschloss zu sehen, ob er auf Russisch veröffentlicht wurde. Es stellte sich heraus, dass es die ersten drei Silberbande auf Russisch gab, die 1998 veröffentlicht wurden. Ich fand diese Bücher auf dem Flohmarkt, las sie und war fasziniert! Natürlich wollte ich weitermachen.

Nun gibt es bis auf die genannten Silberbände und ein paar einzelne Romane die Rhodan-Serie nicht in russischer Sprache. Mich würde interessieren, wie du beim Lesen eines neuen Romans vorgehst. Liest du auf Deutsch?

Zuerst habe ich versucht, mit Hilfe von Lehrbüchern und Apps Deutsch zu lernen. Ich mag diese Sprache sehr, aber um Bücher zu lesen, brauche ich mehrere Jahre kontinuierlichen Lernens, was sehr schwierig umzusetzen ist. Die Zukunft umgibt uns hier und jetzt, die Übersetzer werden durch deep learning von Minute zu Minute besser. Ich habe beschlossen, dass dies meine Chance ist, Bücher zu lesen. Ich wandte mich an einen Freund, der ein kleines Programm entwickelt hat, das Bücher aus dem Deutschen ins Russische übersetzt. Hier ist also eine inoffizielle Ausgabe, die auf den von mir gekauften Romanen basiert. Was das Urheberrecht betrifft, so verbreite ich diese Bücher nicht und lösche sie nach dem Lesen. Bei Bedarf werde ich den Roman immer wieder ins Russische übersetzen können. Die Übersetzung ist nicht immer erfolgreich, manchmal missversteht ein Übersetzer einen Begriff, aber sie ist besser als nichts.

Das klingt ziemlich großartig. Liest du auf diese Weise nur die aktuellen Hefte oder auch alte Romane?

Lange Zeit las ich nur klassische Romane, aber als die Bücher aus dem aktuellen Zyklus auftauchten, las ich einmal pro Woche immer neue Bücher. Im Moment lese ich den Roman Nummer 205 und warte auf die Veröffentlichung von 3041. Ich vergesse nicht, Planetenromane zu lesen, viele von ihnen gefielen mir sehr gut.

Du warst schon in der SOL und bist ziemlich aktiv im Fandom. Wie groß ist die russische Rhodan Fangemeinde? Gibt es andere Fans in Russland, mit denen du dich austauschen kannst?

Silberband 1 auf Russisch – © Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Ich versuche, Fans anzuziehen, also schreibe ich kurze Nacherzählungen von gelesenen Romanen auf meiner Website. Einer meiner Bekannten lebt in Deutschland und kauft aktuelle und manchmal auch alte Romane, wenn er feststellt, dass jemand sie verkauft. Zwei weitere Menschen aus Russland lesen klassische Romane und aktuelle Romane entsprechend. Das ist ein großer Fortschritt! Letztes Jahr hat niemand diese Bücher bei mir gelesen. Zumindest wusste ich nichts über Leser aus Russland. Meine Schwiegermutter hat drei Bände mit großem Vergnügen gelesen und möchte gerne mehr lesen, aber es gibt nichts anderes auf Russisch, und mein Programm übersetzt noch nicht perfekt, um Bücher mit vollem Komfort zu lesen. Ich kaufe manchmal russische Ausgaben und gebe diese Bücher an Freunde und Bekannte weiter. Einige Leute haben Rhodans Abenteuer geliebt und andere konnten noch nicht anfangen zu lesen.

Das klingt leider nicht so, als würde es in absehbarer Zeit wieder eine russische Rhodan-Ausgabe geben. Lass uns deshalb einen Blick in die Vergangenheit werfen: Die Sowjetunion war ziemlich technikbegeistert. Gab es damals eine ähnliche Romanserie, die wie Rhodan wöchentlich erschien? Oder gibt es in Russland vielleicht sogar aktuell eine Heftromanserie?

Als ich geboren wurde, war die Sowjetunion weg, aber ich hatte eine riesige Büchersammlung von meinem Großvater zu Hause. Es gab praktisch keine Buchreihe, aber es gab nur große Romane und Geschichten von Schriftstellern wie Alexander Belyayev, Kir Bulychev, Alexei Tolstoi und vielen anderen. Das Interesse an großen Serien begann im modernen Russland aufzutauchen, aber es ging mehr um das Genre der Fantasie. Science Fiction beschränkt sich in Russland meist auf Trilogie oder ein wenig mehr. Heutzutage hat die russische Science-Fiction eine Art Stagnation. Natürlich werden Bücher veröffentlicht, aber nicht alle sind es wert, beachtet zu werden. So erfreuen sich beispielsweise Romane nach S.T.A.L.K.E.R.-Videospiele oder Romane im Universum „Metro 2033“ und ähnliche Serien nach wie vor großer Beliebtheit, aber es gibt auch viele uninteressante und unzusammenhängende Geschichten.

Metro 2033 habe ich sogar gelesen und war begeistert, diese düstere Atmosphäre in der alten U-Bahn, die verschiedenen Gesellschaftsformen und ihre unterschiedlichen Werte und Normen. Davon hätte ich gern mehr gelesen. Kannst du deutschen Lesern ein bahnbrechendes Werk empfehlen, mit dem sie einen Zugang zu russischer Science Fiction erhalten, wenn sie noch gar nichts gelesen haben?

Oh, es gibt viele Bücher über verschiedene Städte im Metro-Universum, etwa 50 Bücher, vielleicht mehr. Ich weiß nicht, ob es Bücher auf Deutsch gibt, aber alle Sci-Fi-Fans sollten das Buch „Die bewohnte Insel“ und „Picknick am Wegesrand“ der Brüder Strugatsky, die Geschichten von Alexander Belyaev (mein Favorit ist „Professor Dowell’s Head“) und „Aelita“ von Alexei Tolstoi lesen. Das ist klassische sowjetische Science-Fiction. Aktuell gefällt mir der Roman „Tomorrow War“ von Alexander Zorich.

Da dürfte mein Stapel ungelesener Bücher sicher noch ein wenig größer werden. Vielen Dank.

Über deepl unterhältst du dich mit vielen deutschen Fans. Selber wohnst du in Kursk, was ja von uns aus nicht wirklich nah ist. Gibt es Pläne, dass du einmal persönlich nach Deutschland zu einer Convention kommst?

Ich würde gerne meine Perry-Freunde sehen, besonders unsere #Twitterbande! Auch ein Besuch der Redaktion wäre schön. Ich hoffe, dass ich es eines Tages schaffen werde. Bisher haben wir Postkarten und Geschenke ausgetauscht, was sehr schön ist. Ohne den Deepl-Übersetzer wäre unsere Kommunikation nicht so interessant und produktiv. Natürlich macht er immer noch Fehler, aber die Sprachbarriere verschwindet allmählich. Das ist sehr wichtig.

Da hast du etwas sehr Wichtiges gesagt. Rhodan-Leser leben die Völkerverständigung, die schon seit den allerersten Heften eine der wichtigen Botschaften der Serie war. Da soll noch einmal jemand was gegen sogenannte Schundliteratur sagen. Mikhail, ich danke dir für das Gesrpäch und hoffe, dass wir uns in diesem Universum irgendwann einmal persönlich begegnen.

Vielen Dank für unsere Freundschaft und deine Fragen! Sie waren interessant zu beantworten. Ich hoffe auch, dass wir uns eines Tages alle treffen werden.

Der Herr über Nebular

Thomas Rabenstein im Interview

Thomas Rabenstein

Parallel zu meiner Reise zur Kaiserin von Therm und BARDIOC brauche ich gerade eher Science Fiction ohne viel kosmisches Brimborium, aber dennoch spannend. Nach der Lektüre von „Der goldene Frieden“ stieß ich auf Thomas Rabenstein und seine Serie NEBULAR und war sogleich nicht ganz unbegeistert, um es vorsichtig zu formulieren. Eine geeinte Erde, Raumfahrt im Sonnensystem, tolle Atmosphäre und eine unerwartete Bedrohung. Schöööön!
Nebular ist eine klassische Space Opera mit allem, was mein Herz erfreut, und so war es mir Ehre und Vergnügen zugleich, Thomas einige Fragen stellen zu können.

Thomas, der Kurzroman „Der goldene Frieden“ war dein erster Beitrag zum Perryversum als Autor. Wie sieht es mit dem Leser Thomas Rabenstein aus? Verfolgst du Rhodan aktuell? Welche Teile der Serie hast du gelesen?

Mit dem Perry Rhodan Universum verbindet mich enorm viel. Mit 14 Jahren fiel mir »Unternehmen Stardust« in der 4. Auflage in die Hände. Ich war sofort Feuer und Flamme für die Serie, die ich regelrecht verschlang und die für mich einen vorläufigen Höhepunkt mit dem Zyklus »Die Meister der Insel« erreichte. Auch die nachfolgenden Geschichten faszinierten, so blieb ich dabei. Später wechselte ich die Auflage, las sogar zwei parallel, und mit Zukäufen auf CONs holte ich die Erstauflage ein. Mit wenigen Ausnahmen bei den 800’er Bänden habe ich die Serie von Anfang an bis Heft 2275 gelesen. Ein weiteres Highlight waren für mich die 1800’er Romane des Thoregon-Zyklus.

In dieser Zeit entstand das Internet und ich trat den ersten Online Communities bei, die sich bildeten. Meine Homepage war selbstverständlich Perry Rhodan gewidmet. Ich gehörte zu den Gründungsmitgliedern des PROC, der noch heute für die Fans ein Begriff ist. Das war ein inspirierender Lebensabschnitt, in dem Aktive das Fandom im Internet aufbauten, auf CONs auftraten und vor allem eines hatten: Enorm viel Spaß. Ich bin froh, mitgemacht zu haben, und möchte diese Zeit nicht missen, denn ich entdeckte damals auch die Freude am Schreiben.

In einem Interview mit Robert Feldhoff, den ich für den PROC auf einem Garching CON traf, fragte ich den damaligen Exposéautor, welchen Rat er engagierten Nachwuchsautoren gibt, um ihre Fertigkeiten zu verbessern. Seine Antwort lautete: Schreiben, schreiben, schreiben. Das hab ich beherzigt.

Mit Band 3000 bin ich wieder in die Serie eingestiegen und lese aktuell 3002 als eBook.

Bekannt geworden bist du mit deiner eigenen Science Fictionserie „NEBULAR“. Wie würdest du diese Serie passionierten Rhodanisten und Rhodanistinnen beschreiben und schmackhaft machen?

NEBULAR 1 – Die Triton-Basis – (c) Thomas Rabenstein

Die Nebular Serie entstand 1999, das war das Jahr der totalen Sonnenfinsternis, die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Ich baute daheim mein Teleskop auf und wartete darauf, dass der Tag zur Nacht wird. Leider fiel das Schauspiel wegen der dichten Bewölkung ins Wasser und ich sammelte stattdessen Notizen für eine eigene Serie. Zunächst war das nur ein Experiment. Die ersten Romane, die ich aktuell überarbeite, waren noch holprig geschrieben. Natürlich unterliefen mir Anfängerfehler. In meinem Kopf stauten sich aber viele Ideen, die aufs Papier wollten, also schrieb ich weiter.

Learning by doing allein genügte mir nicht. Ich besuchte deshalb einige Seminare bei der geschätzten Autorin Uschi Zietsch. Dort lernte ich Autorinnen und Autoren kennen, die später für Perry Rhodan arbeiteten, wie zum Beispiel Michell Stern oder Marc Herren.

Die Schreibseminare waren enorme Motivationsbooster für mich und das half bei der Entwicklung der Nebular Serie.

Natürlich war ich von Perry Rhodan inspiriert und fasziniert. Schreibt man aber eigene Geschichten, dann betrachtet man das Ganze mit anderen Augen. Es stellt sich die Frage, wie man solch ein Projekt organisiert, plant, umsetzt. Wie entwickelt man den Handlungsstrang, wie legt man Spuren, auf die man in späteren Romanen zurückgreifen kann …

Ich ersann eine »Nebular Kosmologie«, die bis zum aktuellen Band bestand hat. Die Geschichte beschreibt den Weg der Menschheit ins All, die Erforschung der Milchstraße und das Zusammentreffen mit fremden Zivilisationen, jedoch in einem neuen Kontext. Ein paar Leitlinien verfolge ich bis heute, die quasi meinen roten Faden darstellen:

  • Konflikte (Raumschlachten, etc.) sind Teil der Handlung und Spannungsmomente, aber nicht der bestimmende und prägende Faktor. Bevor ein Planet explodiert, bevorzuge ich eine clevere Lösung der Protagonisten.
  • Nebular ist klassische »Space Opera«, kein Military Science Fiction und auch kein Hard Science Fiction.
  • In der Serie gibt es zwar langlebige Außerirdische und Tricks, wie man die Zeit überlistet, aber keine Unsterblichkeit. Generationswechsel und neu auftauchende Protagonisten sind die Regel. Aktuell findet ein solcher Wechsel statt, natürlich fließend, damit die Leser sich an die neuen Charaktere gewöhnen.
  • In der Serie erhalten Protagonist keinen Überlebensbonus. Missionen gelingen nicht immer und selbst ausgefeilte Einsätze laufen aus dem Ruder. Auch Helden sterben ganz triviale Tode. Bei Nebular muss man jederzeit damit rechnen.
  • Die Serie ist bemüht, ein modernes Bild des Kosmos zu vermitteln. Begriffe wie: Zwergplaneten, der Kuipergürtel, die Oortsche Wolke, Jupitertrojaner, Lagrangepunkte, und mehr, gehören von Anfang an dazu. Platz für Überraschungen ist dennoch genug vorhanden (Planet X …)

Magst du ein wenig spoilern? Ich selbst lese gerade NEBULAR Episode 4 „Der Globusterfürst“. Bleiben wir im Sonnensystem, oder geht es irgendwann nach draußen, weit raus ins Universum?

Mit Episode 4 stehst du am Anfang. Die Geschichte entwickelt sich und bald hält die Menschheit nichts mehr im Sonnensystem. In der aktuellen Handlung (Stand Nebular 63) ist die Milchstraße zwar in weiten Teilen unerforschtes Terrain, was aber bei der Ausdehnung und der Anzahl der Sterne nicht verwundert. Was mich immer wieder freut, sind Handlungsthemen, die viel Später in der Presse erschienen, wie zum Beispiel die Nanobots, die ich 2002 in die Serie einführte. Aktuell warte ich gespannt auf die ersten Bilder von Sagittarius A*, dem Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, um das unsere Helden im Nebular Universum eine enorme Megastruktur entdeckten.

Ab Heft 70 des laufenden Handlungsabschnittes (Zyklus) erfahren die Leser sogar etwas über Andromeda. Die Schicksale der Andromedagalaxie und der Galaxis, sind eng miteinander verbunden. Daraus entsteht ein Konflikt, der seit Äonen besteht und von dem die Menschen nichts wussten.

Neben Einzelheften bietest du verschiedene Sammelbandversionen und auch gedruckte NEBULAR-Ausgaben an. Unterschieden sich die verschiedenen Fassungen inhaltlich, wie es bei Rhodan etwa mit Heftromanen und Silberbänden der Fall ist?

NEBULAR XL 1 – (c) Thomas Rabenstein

Die Serie ist in drei Publikationsformen unterteilt: Einzelepisoden, Sammelbände (3-5 Episoden) und XL-Sammelbände (3 Sammelbände). Es gibt die Wahl für die bevorzugte Nebular Dosis. Wie erwähnt, überarbeite ich die frühen Romane zur Neuveröffentlichung. Sammelband 1 (Episode 1-5), ist fertig. Ebenso Sammelband 5. Beide werden auch als Printausgabe angeboten (Nur bei Amazon). Sammelband 2 und alle folgenden, sind als Nächstes dran. Die Einzelepisoden 1 – 8 wurden komplett überarbeitet, die Episoden 9-30 und die zugehörigen Sammelbände folgen.

Ich hoffe, das hat jetzt nicht verwirrt. Am Ende steht die komplette Serie in überarbeiteter Form der ersten Bände als eBook und Print im Verkauf.

Deine Webseite ist gerade im Umbau. Kannst du uns schon verraten, was die Leserinnen und Leser dort in Zukunft erwartet?

NEBULAR Sammelband 1 (c) Thomas Rabenstein

Die neue DSGVO Verordnung hat mich auf dem falschen Fuß erwischt. Ein überarbeitetes Konzept ist erforderlich, über das ich schon länger brüte und welches optional einen eigenen eShop beinhalten soll. Das wird etwas dauern, deshalb habe ich die Aktivitäten für die Übergangszeit auf den Social Media Plattformen verstärkt. Man findet meine Seiten auf Twitter, Facebook, Instagram und neuerdings auch auf MeWe. Experimentell unterstütze ich »Vero« und »Ello« und poste dort Infos zur Serie.

Später soll die neue Webseite der Drehpunkt sein, von dem ich eigene Artikel, Bloginhalte, Glossar, Datenblätter, etc, auf den Social Media Kanälen teile.

Gibst du uns noch einen Literaturtipp mit auf die Reise? Was liest du gern, wenn du nicht gerade mit dem Kopf im Weltraum steckst?

Das ist ein Knackpunkt, den du ansprichst. Ich weiß, Autoren gelten als belesen und ich versuche, am Ball zu bleiben, was bei dem Workload nicht leicht fällt. Zuletzt las ich »Der Marsianer«, der mir ausgesprochen gut gefiel, auch die Hintergrundgeschichte, denn der Autor veröffentlichte den Roman anfangs als Selfpublisher, später wurde er verfilmt. Eine eindrucksvolle Erfolgsstory und ein Roman, den ich empfehle, weil die Handlung wissenschaftlich recherchiert wurde.

Für das nächste Buch, das ich mir nach Ostern vornehme, hole ich mir einen Tipp von deinem Blog.

In diesem Sinne, zu den Sternen!

Ad Astra, lieber Thomas, und herzlichen Dank für das Gespräch. Literaturtipps sind im Heftehaufen ja zwei oder drei zu finden. Konkret erfreute mich in letzter Zeit der Kurzgeschichtenband „Der Raum zwischen den Worten“ von Uwe Hermann, den bereits im Newsletter der PRFZ besprach. Und Volker Hoff war so nett, mir Paradox 2 von Phillip P. Petersson zu leihen.

Ausflug nach DORGON

Schon seit einiger Zeit wächst in mir der Wunsch nach einer Erstauflagenpause, ohne die Welt des Unsterblichen zu verlassen. Ausweichmöglichkeiten gibt es ja einige: Neben einem Sprung ins Neoversum böte sich Perry-Rhodan-Action an, Atlan-Blaubände wären ja auch schön und Planetenromane sind auch noch da.

Bis jetzt hat mich aber noch nichts wirklich angefixt – bis ich am GarchinCon mit Alexandra Trinley und Nils Hirseland zusammensaß und anfing, über DORGON zu quatschen.

Klar war mir die größte Fanserie zur größten SF-Serie der Menschheit ein Begriff, aber rangewagt hatte ich mich bis jetzt noch nicht. Nachdem ich das Interview gelesen hatte, das Roman Schleifer mit Nils einst geführt hat, lud ich mir das erste Heft herunter und war nicht ganz unbegeistert, oder besser, mein Zwischenprojekt war gefunden.

In der Folge werde ich ein wenig von meinen Eindrücken zu DORGON erzählen, und meinen Lesefortschritt dokumentieren. Vorab sind mir aber einige Fragen durch den Kopf gewandert, die Roman so nicht gestellt hat, mich als Nahezuneuleser jedoch interessieren. Vielleicht mag ja noch jemand Nils Hirselands Antworten auf meine Fragen lesen.

Martin (MI): Du bezeichnest DORGON als Spin-Off der Rhodan-Serie. Wieviel rhodanistisches Vorwissen ist deiner Meinung nach nötig, um der Handlung des Spin-Offs problemlos folgen zu können?

Nils (NH): Da die Serie im PERRY RHODAN Kosmos spielt, ist ein gewisses Vorwissen schon erforderlich. Die Handlung beginnt vor dem Thoregon-Zyklus (Band 1800). Perry Rhodan, Homer G. Adams und Julian Tifflor spielen in den ersten Zyklen eine wichtige Rolle. Wir nehmen Bezug auf die Haupthandlung. Zwar entwickelt sich DORGON auch weiter und hat ihre eigenständige Handlung und Schauplätze, doch auch hier ist ein Vorwissen zur PERRY RHODAN Geschichte, den Spezies und Figuren. Wir schildern neue Völker und Zivilisationen, führen jede Menge neue Figuren ein, aber immer im Hintergrund des Perryversums. So wird die Handlung der DORGON-Serie auch nach M87 und den estartischen Galaxien führen.

MI: Wenn ich DORGON lesen möchte, stolpere ich übe den Begriff Special Edition? Was erwartet mich da, und wo ist die „Standard Edition“ hin?

Die Standard Edition ist weg. Wir haben konsequent alle Hefte von 1 an überarbeitet und auch aus dem Netz genommen. Als wir 1999 mit DORGON begonnen haben, haben wir drauf losgeschrieben und das Lektorat war eben sehr „fannisch“. Die Autoren entwickelten sich im Laufe der Jahre weiter und die einzelnen Geschichten wurden auch besser – wenngleich immer ein gutes Lektorat fehlte. Doch gerade die ersten Hefte gefielen mir im Nachhinein auch nicht mehr. So kam 2011 die Idee zur Special-Edition. Der erste Zyklus „Mordred“ wurde komplett umgestellt. Viele Romane neu geschrieben. Jedes Heft überarbeitet und so hat sich das fortgesetzt. Ich denke, das Ergebnis ist auch deutlich besser. Im Grunde genommen ist die Special-Edition jetzt die aktuelle Version. Die Veränderungen bezogen sich auf Inhaltsfehler, Stil, Rechtschreibfehler, Logik usw. Einige alte Romane waren nicht mehr zu retten und so haben wir sie auch neu geschrieben.

MI: Neben dem kostenlosen Download gibt es DORGON auch in Buchform. Als Freund des gedruckten Heftromans fasziniert mich auf der einen Seite der Urtext, auf der anderen Seite bedrucktes Papier. Was erwartet mich, wenn ich DORGON als Buch erwerbe? Sind die Texte der Buchausgabe ähnlich stark bearbeitet, wie in den offiziellen Silberbänden?

NH: Die Bücher basieren auf der Special-Edition. Eine Überarbeitung wurde nur noch mal im Stil, aber nicht am Inhalt vorgenommen. Es sei denn, wir haben noch irgendwo einen Bock geschossen, der überarbeitet werden musste. Die Bücher sind also Printausgaben der Special-Edition.

MI: Im Interview mit Roman Schleifer hast du angekündigt, dass im Herbst 2018 die Special Edition soweit abgeschlossen wird. Kannst du verraten, woran du gerade (Sommer 2018) arbeitest, und wie es danach konkret mit DORGON weitergeht?

NH: Das war ein Missverständnis. Ich meinte 2019, oder? Leider zieht sich das noch hin. Wir arbeiten alle ehrentamtlich daran, haben also normale Jobs und selbst im Ehrenamt noch andere Aufgaben. Der aktuelle Stand der Special-Edition ist derzeit Band 102. Die Überarbeitung wird mit Heft 119 abgeschlossen sein. Aufgrund der Verzögerungen arbeite ich im Moment nochmal an den noch übrigen Heften der Special-Edition. Es fällt einem doch immer wieder was auf, was es zu verbessern gilt. Als nächstes werde ich mich an den Abschlussroman des aktuellen Rideryon-Zyklus setzen, welcher ja auch das Ende der Überarbeitung bildet. Das Grundkonzept für den darauffolgenden Zyklus ist vorhanden. Auch ist eine kleine Mini-Serie für Neuatoren / Altautoren geplant. Aber das ist noch ein wenig Zukunftsmusik. Erst einmal müssen wir schauen, dass wir die Überarbeitung fertig bekommen und veröffentlichen, bevor wir im nächsten Zyklus nach den Sternen greifen.

Ich bedanke mich bei Nils Hirseland für dieses Interview und seile mich mal nach M100 – DORGON ab und werde das ein oder andere Lebenszeichen funken.

Nils Hirseland auf dem WeltCon

Das Andromeda-Backup – Ein Gespräch mit Michael Pfrommer

Mittlerweile bin ich knapp zur Hälfte des Cappins-Zyklus vorgedrungen und kann nachvollziehen, warum dieser Abschnitt für viele Leser einen großen Bruch darstellt. Zwei Leser, die sich intensiv mit den beiden vorangegangenen Zyklen beschäftigt haben, sind Kurt Kobler und Michael Pfrommer vom Terranischen Club Eden. Ihre Begeisterung geht soweit, dass sie mit ihrer Reihe „Meister der Insel – Extended“ eine ganze Serie von Fanromanen verfasst haben, die zur Zeit der Meister der Insel und damit in der klassischen Serienvergangenheit spielen.
Ich wiederum war derartig begeistert vom Auftaktroman Andromeda-Backup, dass ich Michael Pfrommer ein paar Fragen zum Roman gestellt habe.

Michael Pfrommer

Michael, du bist im Fandom kein ganz unbekannter. Gib den Heftehaufenlesern, die den Terranischen Club EdeN nicht kennen, dennoch kurz die Gelegenheit, etwas über dich zu erfahren.

Ich bin von Hause aus eigentlich Klassischer Archäologe, d. h. ich beschäftige mich als Wissenschaftler mit Griechen und Römern, etwa mit der Epoche von Alexander dem Großen oder mit den Tagen der großen Kleopatra. Neben wissenschaftlichen Werken habe ich auch eine ganze Reihe von historischen Romanen geschrieben, für Erwachsene wie auch für Jugendliche.

Zusammen mit Kurt Kobler hast du das Andromeda-Backup, einen Fanroman, verfasst. Wie kommt man überhaupt auf eine solche Idee?

Die Idee zu unseren Perry-Rhodan-Fanromanen stammt von meinem Partner Kurt Kobler. Da er wusste, dass ich selbst Romane schreibe, kontaktierte er mich eines Tages, um zu fragen, ob ich für den TCE, unseren kleinen, jedoch über die Grenzen Deutschlands hinaus aktiven Perry-Rhodan-Club einen Fanroman schreiben wolle. Mich faszinierte die Idee, weil ich in meiner Teenagerzeit bis in die frühen Siebziger Jahre hinein ein begeisterter Perry-Rhodan-Leser gewesen war. Ich bin jedoch ein typischer Alt-Leser, der sein Herz an die Altserie verloren hat, das sind vor allem die Sechzigerjahre. In den letzten 45 Jahren habe ich höchstens noch 50 neue Perry-Rhodan-Romane in der Hand gehabt, doch das alte Feuer war einfach erloschen.

Kurt Koblers Idee, Perry Rhodan so weiter zu erzählen, wie ich es persönlich geliebt hätte, das war eine solche Versuchung, dass ich meinen ersten Fanroman schrieb, wobei der Perry-Rhodan-Verlag natürlich seine Erlaubnis geben musste, da wir die Bücher ja in Kleinserie publizieren. Für mich ist es bis heute ein Spaziergang durch meine Teenager-Jahre. Eine ganz persönliche Zeitreise.

Warum habt ihr ausgerechnet die Epoche um die Meister der Insel gewählt, die ja mit Sicherheit eine der beliebtesten und bestuntersuchten der ganzen Seriengeschichte ist.

Für mich als Wissenschaftler stellt der Zyklus der Meister der Insel im Rahmen der Perry-Rhodan-Romane eine Ausnahme dar. Er porträtiert den Kampf der Menschen gegen sich selbst, eine kleine Gruppe von relativ unsterblichen Menschen um Perry Rhodan trifft auf eine sogenannte Erste Menschheit, deren Wurzeln Jahrzehntausende in der Vergangenheit liegen. Auch diese Erste Menschheit wird von einigen wenigen Unsterblichen regiert, den Meistern der Insel. Wenn wir von relativer Unsterblichkeit sprechen, dann meinen wir in der Perry-Rhodan-Terminologie, dass diese Menschen zwar getötet werden können, dass sie jedoch keinem natürlichen Alterungsprozess unterworfen sind. Die relative Unsterblichkeit ist ein rein technisches Phänomen und hat nichts mit Magie oder Ähnlichem zu tun.
Diese Meister der Insel (MdI) beherrschen nun mithilfe eines skrupellosen Terrorregimes unsere Nachbargalaxie Andromeda. Vereinfacht könnte man sagen, Perry Rhodan und sein Kreis von Unsterblichen hat unsere Menschheit (Die Zweite Menschheit) ins zivilisatorische Licht geführt, während die Meister der Insel unsere Nachbargalaxie in einen barbarischen Albtraum gestürzt haben.
Als Perry Rhodan auf die Meister trifft, begegnet er gleichsam seinem düsteren Spiegelbild. In der Terminologie von Star Wars würde man von der dunklen Seite der Macht sprechen.
Konsequenterweise entbrennt zwischen Perry Rhodan und den MdI ein episches Duell auf Leben und Tod, das Perry Rhodan und seine Getreuen in letzter Sekunde haarscharf für sich entscheiden. Dieser beinahe mystische Gedanke des immerwährenden Kampfes zwischen Gut und Böse hat mich als Kulturwissenschaftler bis heute fasziniert und so implantierte ich meine eigene Perry-Rhodan-Erzählung in diesen legendären Zyklus, um die Lücken zu füllen, die die Originalserie in den frühen Sechziger Jahren hinterlassen hatte.

Das du Kulturwissenschaftler bist, ist im Roman kaum zu überlesen. Die Szenen auf History, einer Art atemporaler Zoo, in dem Menschen unterschiedlichster Epochen gehalten werden, müssen dir sicher großen Spaß gemacht haben, oder? Wie ist es, wenn man den Beruf zum Hobby macht?

Ja, die Szenen auf History waren ein Riesenspaß, vor allem, weil das Reitervolk der Skythen in der Ukraine und im südlichen Russland einen meiner Forschungsschwerpunkte darstellte. Man darf auch nicht vergessen, dass vieles, was man in der Geisteswissenschaft liest, im Grunde Hypothese ist. Ich spreche manchmal von Wissenschaftsbelletristik. Im Andromeda-Backup habe ich somit Archäologie in Romanform umgewandelt (etwa das Aussehen eines skythischen Fürstengrabes), so wie ich das bereits bei meinen anderen historischen Romanen getan habe.

Du hast vom Füllen der Lücken in den klassischen Zyklen gesprochen. Wie kann kann ich mir euer Vorgehen beim Verfassen der Romane vorstellen? Schließlich musste euer Plot ja auch exakt in diese Lücken passen.

Wir sind bei den einzelnen Andromeda-Romanen ganz unterschiedlich vorgegangen. Im ersten Teil des Andromeda-Backups, der auf Tamanium spielt, während des Endkampfs der Terraner gegen die Meister (PR 297-299), habe ich PR 297 in viele einzelne Handlungsschritte zerlegt und anschließend meine Geschichte mit meinen eigenen Personen in dieses Raster hineinkomponiert. Deshalb könntest Du im ersten Teil den ‚Amoklauf der Schläfer’ und das Backup nebeneinander legen und würdest sozusagen zwei Handlungsebenen ein und derselben Story erleben, die sich gegenseitig ergänzen.
Im zweiten Teil vom Andromeda-Backup habe ich den Schauplatz History genommen, ein berühmtes Motiv aus der EA, aber dann habe ich meine eigene Geschichte mit meinen eigenen Personen erzählt.
So gehen wir grundsätzlich vor. Im Augenblick schreibe ich gerade an den letzten Seiten einer Geschichte zu dem Flottentender DINO III, der seinerzeit in der alt-lemurischen Vergangenheit strandete, eine berühmte Geschichte der EA (PR 265). Was jedoch auf diesem Tender passiert ist, dazu schweigt die EA. Deshalb nehme ich auch hier den authentischen Schauplatz, erzähle jedoch mein eigenes Abenteuer.

Das Andromeda-Backup ist nur der erste Teil der MdI-Erweiterung. Vier weitere Teile sind bereits erschienen. Verrätst du uns, wie es in Teil 6 weiter geht?

In unserem Andromedazyklus geht es um den letzten überlebenden MdI, den H.G. Ewers seinerzeit in einem einzigen Satz erwähnte (bei uns Rahol Fontan). Nach dem Tod von Mirona Thetin (Faktor I) unternimmt er den Versuch, die Macht zurückzugewinnen. Dieser gigantische Notfallplan, an dem er seit 20 Jahrtausenden strickt, ist das Andromeda-Backup. Wir erzählen schwerpunktmäßig die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Menschen, die in diesen mysteriösen Plan verwickelt werden und alles daran setzen, um Faktor XIV zur Strecke zu bringen. Sie ahnen jedoch nicht, dass das Ende völlig anders aussehen wird, als sie sich das vorstellen. Es könnte tatsächlich neue Meister geben, aber in welcher Form? Doch mehr möchte ich hier nicht verraten.

Danke für das Gespräch, Michael. Ich denke, dass ich tatsächlich noch einmal den ersten Teil und Heft 297 nebeneinander lesen werde.

Und ich freue mich auf den ein oder anderen Con in diesem Jahr, an dem der TCE sicherlich zugegen sein wird um mir die fehlenden Teile eurer „Meister der Insel – Extended“ Reihe zu verkaufen. Wer nicht so lange warten will, kann die Bücher auch direkt auf der Seite des Terranischen Clubs EdeN beziehen. Dazu geht es einfach hier entlang.

Interview mit Madlen Bihr

In Rastatt konnten Volker Hoff und ich einige Redaktionsmitglieder der Perry Rhodan-Redaktion interviewen. Den Anfang macht Madlen Bihr, ihres Zeichens Redaktionsassistentin.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Abspielen des Videos stimmen sie einer Übertragung von Daten an YouTube zu. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.

© 2021 Heftehaufen

Theme von Anders NorénHoch ↑