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von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Kategorie: Fundstücke (Seite 3 von 7)

Alles, was sich bei der Lektüre in den Heften findet. Lustige Stellen, Bemerkenswertes, Zitate, ausgesprochener Quatsch, weise Worte

Deutsch-Russische Völkerverständigung

Mikhail Bocharov übersetzt eine Leserkontaktseite

Auch die Hefte rund um die Kaiserin von Therm liegen mir in der zweiten Auflage vor, und über die damit verbundene Vorsicht der LKS gegenüber habe ich ja schon berichtet.
In Heft 803 “Stätte der Vergessenen” fiel mein Blick allerdings auf einen längeren Abschnitt in kyrillischer Schrift. Willy Voltz schreibt dazu, dass es sich um einen Ausschnitt aus der Zeitschrift “Sowjetskaja Kultura” handelt, welcher der Rhodan-Redaktion von Dr. W. Miljutenko, dem damaligen Chefredakteur von “Sowjetunion heute” übersandt wurde:

Kurzentschlossen twitterte ich ein Bild der Seite, um den russischen Rhodan-Fan Mikhail Bocharov darauf aufmerksam zu machen. Mikhail war so freundlich, eine Übersetzung anzufertigen, die nicht im Twitterstrom fortgespült werden sollte:

Der Name des Schriftstellers und Wissenschaftlers Arthur Clarke ist in der ganzen Welt bekannt. Aus seiner Feder stammen Dutzende von Science Fiction Romanen sowie zu zahlreiche wissenschaftliche Werke. Die meisten von Clarkes Kunstwerke sind von einem tiefen Glauben an den Menschen, an seine Vitalität und seinen Fleiß geprägt. Arthur Clarkes Werk wurde mit zahlreichen Science Fiction Preisen ausgezeichnet.
Mehr als fünfzig von Clarkes Werken wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, darunter auch Russisch. Wir haben Romane wie “The Sands of Mars (Projekt Morgenröte)”, “The deep range (In den Tiefen des Meeres)”, “A fall of Moondust (Im Mondstaub versunken)”, “Rendezvous with Rama (Rendezvous mit 31/439)” und andere veröffentlicht. Arthur Clarke verfolgt mit großer aufmerksamkeit und Interess die großen Errungenschaften der sowjetischen Weltraumwissenschaft und -technologie.
In seinem Vorwort zum Roman “Fahrstuhl zu den Sternen”, der das ganze Jahr über von der Zeitschrift “Technika – molodjoschi (Technik der Jugend)” veröffentlicht wird, erklärt A. Clarke offen, dass die Grundlage seines Plans auf der Erfindung des sowjetischen Ingenieurs Juri Arzutanow – dem Projekt “Weltraumaufzug” – basiert. Der Schriftsteller traf sich mit Juri Gagarin, dem ersten bekannten Kosmonauten der Erde, und mit Leonow, dem Pilot-Kosmonauten.
Wir drucken heute mit einigen Abkürzungen das Gespräch mit ihm aus dem Magazin “Perry Rhodan” nach.

LKS von Perry Rhodan 803 – Übersetzung Mikhail Bocharov

Update: Mikhail hat in Windeseile in seinem Blog ebenfalls über diese LKS berichtet. Doch lest selbst: Hier gehts lang.

Jubiläumsbände auf der LKS

Zwei Funde in Heft 787 – Die Stunde des Rebellen

Die Hefte des Aphilie-Zyklus liegen mir leider nicht in der Erstauflage vor, sodass ich bei der Lektüre der Leserkontaktseite ein wenig Vorsicht walten ließ, da ich mich nicht über die Maßen selbst spoilern wollte. Immerhin beziehen sich die Leserbriefe ja auf Hefte, die ich deutlich später lesen möchte.

Als es jedoch spürbar auf Heft 1000 und den Weltcon zuging, habe ich doch ein paar Seiten quer gelesen, schon um selber noch einmal in meinen Con-Erinnerungen 2011 zu schwelgen. Und schließlich stand ja in der aktuellen Leseschiene mit Band 3000 gerade erst ein Jubiläumsband an.

Vor diesem Hintergrund fand ich die LKS der 2. Auflage von Heft 787 ganz amüsant. Sie müsste derjenigen des Heftes 1021 entsprechen.

Zu Beginn schreibt Willy Voltz:

Thora, die Gefährtin Perry Rhodans aus den Tagen der Dritten Macht (Bände 1-78) kurzerhand wiederauferstehen zu lassen, wie [LESERNAME] in seinem nachstehend abgedruckten Brief vorschlägt, erscheint uns wenig sinnvoll; ähnliche “Manipulationen” mit Roi Danton und den Altmutanten gehörten nicht gerade zu den Höhepunkten der PR-Serie. Daher lassen wir die Toten ruhen.

Leserkontaktseite zu Perry Rhodan 787, 2. Auflage – 1981, VPM

Alter! 1000 Hefte und Thora fehlt immer noch? Wenn Tekener das wüsste, dass er in Band 4000 vermutlich auf der LKS landen wird … Aber Roi Danton ist cool, obschon die Art und Weise seiner Wiedererweckung damals deutlich zweifelhaft war. Ich bin gespannt, wann er wieder auftauchen wird, der olle König.

Weiter geht es mit dem Ende der LKS, an dem ein Leserbriefschreiber mich unerwartet wieder ins Literaturhaus München katapultiert, indem er schreibt:

Im übrigen hat die Serie nach einer kleinen (Nr.500-599) und einer großen (Nr. 400-499) Flaute wieder einen erstaunlichen Aufschwung genommen und ich hoffe, daß Sie bis Band 3000 durchhalten.

Leserkontaktseite zu Perry Rhodan 787, 2. Auflage – 1981, VPM

Bei den Flauten bin ich ja durchaus anderer Meinung, aber ich bin gespannt, wann wir den ersten Leserbrief mit den besten Wünschen bis Band 5000 lesen. Ob der damalige Leserbriefschreiber den letzten Jubiläumsband noch erlebt hat?

Kurt Mahr erklärt das Internet

Eine kleine Fundstelle aus Heft 791

Während ich das Ende des Aphiliezyklus noch etwas auf mich wirken lasse, kann ich ja mal anfangen, einige Fundstücke aus den Heften zusammenzutragen. Eine hübsche Stelle stammt aus Band 791 – Der COMP und der Kybernetiker von Kurt Mahr (bürgerlich Klaus Mahn).

Bei einer Besprechung zwischen Geoffrey Warringer und Perry Rhodan an Bord der SOL legt Mahr dem Unsterblichen folgende Sätze in den Mund:


“Laß das den Raumschiffkonstrukteuren der Zukunft eine Lehre sein”, meinte er.
“Zentralrechner sind von Übel. Sie sind so kompliziert, daß eine systematische
Fehlersuche fast zur Unmöglichkeit wird. In Zukunft brauchen wir verteilte Intelligenz,
dedizierte Systeme. Tausend Kleinrechner anstelle eines Gigantrechners.”

Perry Rhodan 791, Der COMP und der Kybernetiker – VPM, 1976

Ich denke, wir können hier davon ausgehen, dass Klaus Mahn während seiner Zeit in den USA mit dem Arpanet in Berührung kam und so das Internet in diesem hübschen kleinen Roman nach Deutschland brachte. Zumindest als Science Fiction, wobei das ja damals vermutlich noch Zukunftsroman hieß 😉 Da soll noch einer sagen, Romanhefte wären Schundliteratur.

Eine hübsche Karte des Ende der 1960er Jahre etablierten Netzwerkes gibt es in der englischsprachigen Wikipedia.


Werden sie Kung Fu Meister Eine Einweisung in total geheime Geheimkünste

Mein Heftehaufen besteht zu weiten Teilen aus Heften der Erstauflage, das Konzil und die Aphilie liegen hier jedoch in der zweiten Auflage vor. Das ist zwar aus Sammlersicht etwas bedauerlich, und auch die Erstausgaben-LKS fehlt mir aus dieser Zeit, aber trotzdem finden sich immer wieder schöne Nettigkeiten.

Ich bin ja bekennender Fan der alten Werbeanzeigen. Da fallen mir natürlich auch diese seltsam anmutenden Textwüsten in ruckelig übersetztem Deutsch in pseudoasiatischer Schrift auf, die die Rückseiten einiger Zweitauflagen-Hefte im Konzilszyklus zieren:

“Werden Sie ein Meister des KUNG FU”

“Besiegen Sie Ihren Gegner mit YUBIWAZA”

Natürlich kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass niemand durch eins der angepriesenen Bücher mit Fotos in Zeitlupe (was auch immer das sein mag) jemals irgendeine asiatische Kampfkunst gelernt hat. Aber hocherfreut war ich, dass Dan Kelly eine Menge Informationen zu den englischsprachigen Originalanzeigen auf seinem Blog zusammengetragen hat.

Und wenn ich auch immer noch bedaure, nicht im Besitz der Erstauflagen zu sein, so weiß ich immerhin, dass Mitch Fleming und seine Frau Yoshi Imanami versucht haben ihr Geld mit YUBIWAZA-Anleitungen zu verdienen.

Die LKS reißt es raus

Das gute an so einer Sommererkältung ist ja die Zeit zum Lesen, die man auf Sofa oder Bett unweigerlich hat. Dass mich der Altmutantenzyklus nicht so wirklich vom Hocker haut (um es mal freundlich zu sagen), ist eher nebensächlich. Schließlich sind das ja nur 30 Hefte. Der anstehende Zyklusrückblick wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Aber selbst bei eher mäßiger Handlungsführung erfreut mich die Leserkontaktseite immer wieder mit einigen schönen Perlen der Leserbriefkunst. Beispiele Gefällig? Bitte sehr: Heft 582 – Die Mutantenfänger.

Atlans Liebesleben scheint ja echt ein Aufhänger zu sein. Immerhin haben seine Gefährtinnen einen ellenlangen Lexikonartikel, und auch mancher Leser lässt sein Kopfkino heißlaufen:

“Atlan und die übrigen Unsterblichen brauchen ab und zu Mädchen (nicht als Ehefrauen!) Atlan hat seit 1000 Jahren keine. Hat er eigentlich mit Mirona Thetin aktiv geschlafen oder nur passiv? (Quelle: PR 582, Verlag Pabel Moewig, 1972)

Neben der Frage, was denn “passives miteinander Schlafen” sein könnte, hat mich das Ausrufezeichen zutiefst erheitert.

Echt mal, jetzt … Ehefrauen im Perryversum? Die gibts da nur auf der Anzeigenseite, wenn auch nicht in Heft 582. Da waren diesmal nur “Das Erfolgsbuch für Männer” und das Spezial-Arzneimittel “Sexvital” zu finden.

 

 

Ein Hoch auf die Leserkontaktseite

Wenn ich jemandem, der mit Perry Rhodan nichts am Hut hat, von der Leserkontaktseite erzähle, ernte ich regelmäßig eher so befremdete Blicke.
Eingeführt mit Heft 302 im Jahr 1967 hat das Ding bis heute irgendwie überlebt. Leserbriefe in der heutigen Zeit? Das scheint doch eher aus der Mode gekommen, ein Relikt vergangener Tage.

Mitnichten!

Ich bin ein begeisterter Anhänger dieser Seiten, auch wenn ich erst einen Leserbrief geschrieben habe (ich weiß gar nicht mehr wann). Aber ich habe schließlich meinen Heftehaufen in einer dieser altmodischen Zuschriften gefunden. Jawohl!
Ich gehöre übrigens zu denen, die immer zuerst die LKS, dann den Mittelteil und dann den Roman lesen. Bei den alten Heften ist die Reihenfolge: Werbeanzeigen, LKS, Roman.

Die Leserkontaktseite, die damals tatsächlich nur eine einzige Seite einnahm, in Heft 511 hat mich besonders fasziniert.
Zuerst nutzte der Verlag die Seite lediglich für Verlautbarungen, dann kamen hefteweise die Adresse neuer Fanclubs. (Hubert Haensel hatte ja auch mal so einen Club.) Mit der Zeit, so dann auch in Heft 511 – Das Volk der Sklaven, nahmen Auszüge aus Leserbriefen einen immer größeren Raum ein.

Ein Leser aus Mönchengladbach etwa schickte folgende Zeile:

“Allmählich sinkt das geistige Niveau ihrer Romane bedenklich ab.”

Mich beruhigt der Satz, zeigt er doch, dass es zu jeder Zeit der Serie offenbar Fans gab, die vergangenen Zeiten nachtrauerten. Die Serie lebt trotzdem noch.

Wenig später heißt es aus Berlin:

“Lassen Sie den William Voltz künftig für Hilfsschüler schreiben, denen fällt es vielleicht nicht auf, sie könnten nach dem Stil der Schreiber für einen der ihren halten.”

Eigenwillige Zeichensetzung in Wutkommentaren gab es damals also auch schon. Und konträre Meinungen, wie die nächste Zuschrift aus Friedenfels beweist:

Ein besonderes Lob für ihren Autor William Voltz. Er schreibt meiner Meinung nach die besten Romane.

Es ist nicht überliefert, ob der letzte Leserbrief von einem “Hilfsschüler” verfasst wurde. Die Redaktion antwortet lediglich:

Die beiden letzten Beispiele lassen sich auf alle Autoren anwenden.

Herrlich. Ich glaube, ich müsste mal wieder einen Brief an Michelle Stern schreiben. Früher war eben doch nicht alles besser.

Ich geh dann mal den Roman lesen. Schönes Wochenende, Terraner!

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