von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

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Manchmal mache ich mir Gedanken über meinen Heftekonsum. Kurze Gedanken, lange Gedanken, Oberflächliches, Tiefsinniges … egal

Der Unsterbliche wird 60!

Ein Blick auf meine Jubiläumslesewoche

60 Jahre, 3134 Hefte der Hauptserie, 260 NEO-Romane und dazu noch etliche andere Publikationen – in Summe 5000 Druckerzeugnisse, so hört man dieser Tage aus der Perry-Rhodan-Redaktion. Nachgezählt habe ich nicht, aber immerhin 4 dieser Erzeugnisse in einer Woche genossen. Das lohnt doch mal einen kleinen Tagebucheintrag. Im einzelnen handelte es sich um

  • Unternehmen Sternenstaub, Heft 3134 der Erstauflage
  • Gestrandet in der Zeit , Heft 260 PR NEO
  • Aufbruch in die Weiße Stadt, Story 1 der Reihe „Galacto City“
  • Perry Rhodan Sonderband, Das Heft zum 60. Jubiläum
Die Publikationen der Perry Rhodan Jubiläumswoche – (c) VPM, 2021

Mein Wiedereinstieg in die aktuelle Handlung

Ganz traditionell begann ich mit dem Jubiläumsband „Unternehmen Sternenstaub„, verfasst vom Co-Expokraten Wim Vandeman. Für mich persönlich markierte das Heft einen Wiedereinstieg in die aktuelle Handlung nach sehr langer Zeit; entsprechend hoch war meine Spannung.

Im Zentrum des Geschehens steht der heimliche Held der Serie, Reginald Bull. Er treibt sich in seiner Heimat Queens herum, vielmehr lässt er sich treiben. Dabei begegnet er allerlei Gestalten der Nacht und einem Boten der Chaotarchen. Ich stimme Markus Gersting vollumfänglich zu, der den Roman schlichtweg ein Meisterwerk nennt.

Ich würde mein Fazit gern so formulieren: Wim Vandeman, ich will ein Kind von dir! Und zwar eins mit mindestens 500 Seiten, in dem du dich in deinem eigenen Universum austoben kannst. Es wäre mir eine Freude.

Mal wieder einen Blick ins Neoversum werfen

Weiter ging es mit „Gestrandet in der Zeit“ von Lucy Guth. Auch dieses Heft markierte einen Wiedereinstieg in die aktuelle NEO-Handlung nach gut 200 Bänden mehr oder weniger Leseabstinenz. Zugleich, so verrät es der Einband, stellt der Band den Einstieg zur Staffel „Arkons dunkle Zeit“ dar. Und was erwischt mich? Ein Zeitreiseabenteuer! Himmel, wie ich die Dinger liebe – NICHT!

Aber halt, es war nicht der Zeitreiseaspekt, der mich mit dem Romanbeginn hadern lies, vielmehr plätscherte die Handlung um eine 10.000 Jahre in die Vergangenheit zurückgeschleuderte NEO-SOL mit Thora Rhodan da Zoltral an Bord so vor sich hin. Ein paar Gedanken hier, ein bisschen Unsicherheit da – zum Zyklusauftakt hätte ich mir ein größeres Feuerwerk erwartet. Lucy Guth zündete das Feuerwerk gegen Ende, als die SOL an eine arkonidische Patrouille gerät und ihr Dasein als Zeitreiseobjekt verbergen muss.

Alles in allem kein schlechter Auftakt, aber auch nicht unbedingt der Knaller, den ich mir für einen Staffelauftakt gewünscht hätte. Der Roman bietet von allem etwas, aber von nichts konsequent was – es gibt ja die abgedroschene Formulierung „nicht Fisch, nicht Fleisch“. Die beschreibt den Roman für mich ganz gut. Aber schauen wir mal, wohin sich das ganze noch entwickelt.

Etwas fürs Sammlerherz

Um die Printprodukte zügig einsortieren zu können (ich hatte letzte Woche auch einen gewissen Aufräumdrang bezüglich meiner Bücher und Hefte) nahm ich mir den Perry Rhodan Sonderband vor. Das Heft zum 60. Jubiläum darf natürlich in keiner Sammlung fehlen, ist doch klar. Klaus N. Frick beschrieb den Inhalt als „magazinig“, entsprechend gespannt war ich auch hier.

Das Heft bietet neben Vor- und Geleitworten von Klaus Frick und Wim Vandeman eine Vorstellung des Perry Rhodan Autorenteams seit Beginn der Serie. Dazu kommen ein paar Gedanken zur Exposee-Erstellung von Christian Montillon und mein persönliches Highlight – ein launiger Text von Johannes Rüster zum berühmten Rotweinfoto der beiden Seriengründer. Ein Fest sondersgleichen! Danke Johannes!

Den Hauptteil bildet der Vollständige Text von Band 1 „Unternehmen Stardust“. Nett für Serieneinsteiger, aber wirklich interessant wird das ganze erst im direkten Zusammenspiel mit den beiden zusätzlich abgedruckten Expos der beiden allerersten Hefte. Faszinierende Einblicke und ein rundum faszinierendes Heft. Ein schönes Geschenk für die Serie und ein kleiner, feiner Zuwachs für die Sammlung. Herzlichen Dank!

Neues vom Star-Gastautor

Den Abschluss der Jubiläums-Lesewoche bildete der „Aufbruch in die Weiße Stadt“ von Andreas Eschbach. Die Geschichte bildet den Auftakt zur Reihe „Galacto City“ die tief in der Vergangenheit der Serienhistorie angesiedelt ist und uns mit in die Gründungszeit der Stadt nimmt, die einmal Terrania heißen wird.

Eschbach erzählt uns von Tin Can, alias Vince Tortino, jenem Kinderfreund Rhodans, der mich schon in „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ fasziniert hat. Tin Can ist immer noch auf der schiefen Bahn unterwegs und wird von seinem Gangsterkumpel Logan, ebenfalls alt bekannt, an den Goshunsee geschickt, um dort ein krummes Ding zu drehen. Garniert wird das ganze noch mit einer kleinen Liebesgeschichte und von Andreas Eschbach zu einem herrlich kurzweiligen Lesevergnügen verrührt.

Versuch eines Fazits

Pünktlich zum Ende eines unrhodanistischen Sommers feierte der Alte von Terra Geburtstag. Mein Freund Volker sagt immer „Es gibt keine Zufälle im Leben“, und ich fürchte, er liegt auch diesmal wieder richtig. Die vier Publikationen der Rhodan-Jubiläumswoche haben es geschafft, in mir das Feuer des unsterblichen wieder zu entzünden, wussten sie doch jede auf ihre Weise zu überzeugen. Wie es mit dem Chaotender weitergeht, lässt mich nicht kalt, ob ich bei Neo an Bord bleibe, wird sich weisen und Galactocity transportiert genau die Frühzeitatmosphäre der Serie, die bei modernen Erzählungen so schwer zu treffen ist.

Schlussbemerkung

Nein, ich habe keine Rezensionsexemplare bekommen, wurde von keinem Verlagsmitarbeiter genötigt, diese Zeilen zu verfassen, sondern mache dies aus schierer Freude zu meinem Hobby und muss deshalb auch nichts als Werbung kennzeichnen, denke ich, da ich auch an keinem Partnerprogramm von irgendjemandem teilnehme. Amen!

Tag-und-Heft-Gleiche

Zu Beginn meiner Lesereise vor 1610 Tagen pendelte sich relativ schnell das Maß von einem Heft pro Tag ein. Mal eins mehr, mal eins weniger. Eine schöne Routine.

Dann stellte sich mein Leben mehrfach vom Kopf auf die Füße und wieder zurück, und das wars dann ganz schnell mit irgendwelchen Routinen. Schneller als ich lesen konnte, lag ich knapp 300 Hefte zurück. Im Grunde egal, weil: meine Reise, mein Tempo.

Aber ganz so einfach geht es wohl doch nicht, teilte das mir innewohnende Amt für routiniertes Lesen und wiederkehrende Freuden mit: Ein Heft am Tag ist gut für die Gesundheit. Als Konsequenz legte ich einen kleinen Zwischensprint ein und vermelde heute froh und zufrieden:

An Tag 1610 nehme ich mir das Perry-Rhodan-Heft 1610 vor!

Bis dann, bin lesen.

Sieben Zwölftel SOL am Stück

Mal wieder ein paar Raketenhefte bingen

Neulich schrieb ich ja, dass ich meine Lesereise durch das Perryversum wieder etwas stringenter gestalten möchte. Erstes sichtbares Zeichen ist der Abbau des SOL-Reststapels auf meinem Büchertisch. Vor sehr langer Zeit schrieb ich ja schon mal über den ersten Rutsch meiner persönlichen SOL-Abenteuer. Nun liegen bereits die ersten zwei Bände der Nachfolgeserie auf dem Tisch. Höchste Zeit also für die letzten sieben Zwölftel und ein kurzes Fazit.

Zur Verpackung

Natürlich zeichnet Dirk Schulz auch für die Cover der zweiten SOL-Hälfte verantwortlich. Das sind meine sehr knappen Eindrücke:

Und das steht drin

Hermann Ritter schreibt Das Orakel von Tess und verbreitet zumindest bei mir gepflegte Langeweile – hat mich nicht gepackt.

Marc A. Herren hat Eine kosmische Bestimmung. – Alaska! Ich bin parteiisch und begeistert!

Bernd Perplies steht eine Krise auf Evolux durch und lässt es ordentlich krachen – hat mir gut gefallen.

Ben Calvin Hary sticht Ins Herz der Finsternis – Roi Danton. Und wieder bin ich parteiisch und begeistert.

Olaf Brill schildert Die Höllenfahrt der SOL – Michael Rhodan … hach, was hab ich drauf gewartet.

Dietmar Schmidt wagt den NEUBEGINN und SENECA darf endlich wieder SENECA sein. Ich komme ja aus dem Verliebtsein gar nicht mehr raus.

Der Würfel fällt mit Kai Hirdt – schöner, kosmischer Abschluss mit einem tollen Ende.

Versuch einer Art Fazit

Die Miniserien neben der eigentlichen Hauptserie um den unsterblichen Ex-Risikopiloten haben sich ja mittlerweile etabliert. Dass es im Jubiläumsjahr von Band 3000 tatsächlich einen weiteren Zwölfbänder geben würde, hat mich durchaus gewundert. Dass es um die SOL gehen würde, hat mich begeistert, immerhin bin ich großer Freund Michael Rhodans – trotz allem.

Dass mir dann noch ein Wiedersehen mit Alaska Saedelaere zuteil wird, meinem zweiten absoluten Lieblingscharakter des Perryversums … mehr kann ich doch gar nicht verlangen, oder?

Ich fühlte mich über 12 Bände bestens unterhalten. Kai Hirdt hat sich als SOL-Experte eine feine Geschichte ausgedacht, sie mit der passenden Mischung aus kosmischem Gerümpel und Action versehen, um am Ende noch eine Extrarunde einzulegen. (Bleibt Mission SOL 2 die letzte Runde? Im Prinzip muss der Gang durch den Spiegel ja nicht … ach, man sollte Konzepte auch nicht tot reiten.)

Jetzt freue ich mich erstmal auf die aktuelle Erstausgabe, um mich dann in aller Ruhe der ersten Hälfte von Mission SOL 2 zu widmen.

Erstkontakt im Jahr 2020

Schöne Grüße von Osminda und Herrn Rabenstein

Während die kosmische Hanse versucht, sich Olli-Bolli, den Schrecken der Basis vom Hals zu halten, blätterte ich nebenbei in ein wenig bodenständiger Ausgleichsliteratur. Als kleinen Weihnachtsgruß erhielt ich hierzu von Thomas Rabenstein seinen Roman Osminda zugeschickt (Oder um es direkt zu sagen: Ich erhielt ein kostenloses Rezensionsexemplar, nur mal so, der Transparenz wegen.)

Osminda und das Observatorium

Thomas Rabenstein

Mit Osminda erzählt Thomas Rabenstein die Geschichte eines Erstkontaktes, also einen Klassiker des SF-Genres. Im Zentrum des Romans stehen der alleinerziehende Astronom Hubble und seine Teenagertochter. Hubble pflegt in einem bekannten Observatorium ein paar alte Teleskopschätzchen und versucht den Spagat zwischen Alleinerziehung und Karriere als Wissenschaftler. Vater und Tochter haben sich in ihrem Leben nach dem Tod von Hubbles Frau eingerichtet, als während einer Sturmnacht eine seltsame Person auftaucht. Sie hat seltsame Ähnlichkeit mit der verstorbenen, stellt sich aber schnell als nicht von dieser Welt heraus. Hubbles Tochter findet schnell einen Draht zu der Unbekannten und geht die Sache gründlich anders an, als ihr wissenschaftlich ausgebildeter Vater.

Was mir an Osminda gefiel

Osminda – Titelbild von Lothar Bauer

Ich mag, wie Thomas Rabenstein schreibt. Sein Beitrag zu den verlorenen Jahrhunderten um Band 3000 der Perry Rhodan Serie brachte mich zu Nebular. Hier war Thomas Rabenstein so nett, mir ein kleines Interview zu geben. Um so erfreuter war ich, auch einmal einen Einzelroman lesen zu können. Eine Erstkontaktgeschichte ist jetzt nichts wahnsinnig Neues, aber vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, nimmt die Geschichte gut Fahrt auf und Rabenstein präsentiert ein paar sehr schöne Details und einen wirklich guten Grund für den Erstkontakt. Außerirdische, die nicht einfach so vom Himmel fallen, sind mir durchaus ein Vergnügen. Außerdem hat Osminda ein wirklich eindrucksvolles Cover, das ich mir nicht nur einmal angeschaut habe. Dazu gibt es noch zwei Innenillustrationen. Ich finde es großartig, wenn Selfpublisher solchen Wert auf die Gestaltung ihrer Bücher legen.

Was mir an Osminda nicht gefiel

Die ersten einhundert Seiten des Buches ziehen sich mehr, als sie müssten. Längst ist dem Leser klar, dass Osminda nicht von der Erde kommt, aber Astronom Hubble ist derart stur und skeptisch, dass es fast schmerzt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die leicht chaotische Tochter nun endlich das Ruder übernehmen möge und die Handlung weitertreibt. Mehr Außerirdische, weniger Skepsis und weniger Beziehungskiste – das wäre mein Wunsch für die erste Hälfte des Buches gewesen. Aber keine Angst, wer durchhält, wird mit einem rasanten und fantasievollen Finale belohnt!

Fazit

Mit Osminda legt Thomas Rabenstein einen feinen Einzelroman vor, der lange braucht, um in die Gänge zu kommen, aber Leserinnen und Leser mit einem tollen Ende belohnt. Wer Thomas Rabenstein noch nicht kennt, sollte eventuell zuerst zu Nebular greifen, da es hier direkt in die Vollen und auf die Zwölf geht. Nebular-Kenner lernen mit Osminda eine etwas andere Seite des Stuttgarter Autors kennen, von der ich mich gut unterhalten fühlte.

Fünf Zwölftel SOL am Stück

Ein kurzer Rückblick auf die aktuelle Perry Rhodan Miniserie

Neben der BASIS und ihrer Suche nach PAN-THAU-RA beschäftigt mich – wie sicher die meisten Rhodanisten gerade – ein anderes legendäres Raumschiff: die SOL. Gebaut vor Urzeiten, aufgefahren in den Himmel, verschollen und noch nicht wieder auferstanden unter dem Kommando Roi Dantons. Dass der Herr Kapitän neben Alaska Saedelaere zu meinen beiden Lieblingscharakteren im Perryversum gehört, macht die Sache für mich persönlich natürlich noch interessanter, will ich doch unbedingt wissen, was aus dem Sohn eines Übervaters und späteren König in französischer Uniform geworden ist.

Allein, mir fehlte die Zeit zur regelmäßigen Lektüre, sodass sich erst fünf Hefte auf meinem Tisch stapeln mussten, bevor ich mich dem Abenteuer hingeben konnte – von einem kleinen Leseprolog mit der ersten Hälfte von Heft Eins mal abgesehen. Und dann kam der letzte Montag, brachte viel Zeit mit und hinterließ mich begeistert. Doch der Reihe nach!

Das Gewand der SOL – Dirk Schulz zaubert

Die SOL zu zeichnen ist mindestens ein so großes Wagnis, wie über die SOL zu schreiben. Legendär sind die unterschiedlichen Längen des Verbindungsstücks der beiden Solzellen und amüsant die perspektivischen Unklarheiten auf vielen älteren Covern. Manch einer geht sogar so weit zu sagen, dass Johnny Bruck die SOL gar nicht zeichnen konnte. (Eine Ansicht, die ich nicht teile.) Um so gespannter war ich, was Dirk Schulz aus der Legende machen würde, nachdem die Konzeptzeichnung in München für meinen Geschmack schon ziemlich gut aussahen: klassischer Rhodan und eine modernisierte Version des Rhodan-Logos, wie sie mittlerweile für Miniserien üblich ist. Von der SOL selbst jedoch noch keine Spur.

Kai Hirdt und Klaus N. Frick stellen die Miniserie SOL vor.

Doch offenbar waren die präsentierten Bilder wirklich nur grobe Skizzen, denn es kam völlig anders. Dirk Schulz zeichnete nicht nur eine großartige, goldene SOL in passenden Proportionen, sondern ließ in einigen Covern auch sein zweites Ego als Comiczeichner raus. Schön. Sehr schön!

  • Heft 1: Goldene SOL, Planeten, ein Raumschiffstart – toller Auftakt.
  • Heft 2: Raumschiff, Stadt, klassischer Rhodan – ist in Ordnung
  • Heft 3: SOL in Gold über Evolux – Hammer
  • Heft4: Comic mit Alien – mein Favorit
  • Heft 5: Schlägerei mit grünem Muskelpaket, typischer Schulz – geht in Ordnung
Die ersten fünf Hefte von Mission SOL – (c) VPM, 2019

Herr Hirdt haut einen raus

Kai Hirdt hat sich schon lange einen Stammplatz im Perryversum erschrieben und fällt immer wieder als meinungsstarker und kompetenter Mensch mit Begeisterung für den Unsterblichen auf. Geschichten erzählen kann er, Ahnung vom Perryversum hat er erwiesenermaßen von NEO bis Comics, was also lag näher, als ihm die Expokratur einer Miniserie anzuvertrauen. Präsentiert wurde das ganze auf der Jubiläumsverantaltung zu Band 3000 in München – zumindest für mich eine echte Überraschung, hieß es doch im Vorfeld immer, dass es 2019 keine Miniserie geben würde, wegen der ganzen anderen Publikationen.

Nach der Überraschung wuchs die Spannung. Kai Hirdt hat die SOL ja schon einmal in den Fingern gehabt, und betextete eine sechsbändige Comicreihe, die mich persönlich jetzt nicht so vom Hocker gehauen hat. (Was nicht unbedingt an der Story lag, vielmehr an der etwas zähen Erscheinungsweise, was ja bei einer Miniserie eher kein Problem ist.)

Doch auch wenn die Hefte wie erwartet im gewohnten Rhythmus erschienen, baute sich ein Stapel ungelesener Rhodans von ungewohnter Höhe auf – immer diese Urlauberei. Schlimm! Doch das ist vorbei – hier im Schnelldurchlauf meine Kurzeindrücke zu den ersten fünf Zwölfteln der Mission SOL:

  • Heft 1: Kai Hirdt – Das Raumschiff: spannender Auftakt, der mich in vielen Aspekten an die Darkover-Romane von Marion Zimmer Bradley erinnerte – Klasse!
  • Heft 2: Bernd Perplies – Die Athanos-Verschwörung: klassischer Rhodan, aber etwas inhaltsleer, das Druckbild lässt auf weniger Zeichen schließen – Hoffentlich wird der zweite Beitrag besser.
  • Heft 3: Dietmar Schmidt – Gefährlicher Pakt: Roi Danton und SOL, das Heft spielt an meinem Geburtstag – Ich bin verzückt!
  • Heft 4: Ben Calvin Hary – Welt des ewigen Todes: Action-Ben lässt es krachen, ich hatte Freude beim Lesen – Zwei Stunden sehr feine Unterhaltung.
  • Heft 5: Olaf Brill – Strafkolonie der Ksuni: immer noch Action, aber irgendwie hats mich nicht gepackt, zeitweise lief Captain Kirk durchs Bild, der seine Mannschaft in einer Pappkulisse freikämpfen muss – Ganz OK, Rhodan mit TOS-Feeling.

What’s next?

Nu isse da, die SOL und hat mir viel Freude bereitet. Peregrin sucht seinen Sohn und das letzte Drittel der SOL. Der Leser weiß, dass Dantons Expedition gescheitert ist, der Rest ist unklar. Kai Hirdt und dem Autorenteam gelingt es, eine Geschichte zu erzählen, die Ihre Spannung aus dem Schicksal der SOL und ihrer Besatzung zieht, weniger aus der Suche selbst. Wo steckt Roi? Wie geht es ihm? Woran ist er gescheitert? Wo steckt das Mittelstück der SOL? Und vor allem: Wann taucht die SOL wieder in der Erstauflage auf?

Die Suche selbst ist eine routiniert aufgebaute Queste, große Überraschungen erwarte ich da nicht mehr. Offenbar gibt es nach terminusscher Puzzlearbeit, olympischer Politiklastigkeit nun SOLsche Action. Ist doch auch schön.

Nun warten wir mal ab, was Kai Hirdt noch alles einfällt – und vor allem, wie er die Serie in den Kanon einpasst, ohne der faszinierenden Geschichte des großen Fernraumschiffs zu viele Freiheiten zu nehmen.

Und die Neuleser?

Die Geschichte der SOL ist lang, verworren, detailreich ausgeschmückt und vor allem untrennbar mit den hohen Mächten verbunden. Fasziniert hat mich der gelungene Spagat, all das dem routinierten Leser nicht vorzuenthalten, mögliche Neuleser nicht zu überfordern, und das ganze Kosmobabbel dann auch noch ohne das mitunter schwülstige Geschwurbel früherer Zeiten unterzukriegen.

Hut ab, dafür. Und klare Leseempfehlung für Menschen, die nur mal ins Perryversum reinschauen wollen.

Herrn Millers schmerzhafter Appetit nach Welgersbeeren-Gelee

Herr Haufen ist aus der Sommerpause zurück

Moin zusammen. Hinter den Kulissen des Heftehaufens gibt es heftige Verwerfungen, aber die Konstante „Ich lese Rhodan von Vorne bis hinten und erzähl was drüber“ bleibt unverändert bestehen – wenn auch im Moment mit winzigen Änderungen, die gewissen organisatorischen Umständen geschuldet sind.

Wie so eine Transformkanone

Eine dieser Änderungen, ich hatte sie ja im Monatsrückblick schon anklingen lassen, ist ein vorübergehender Wechsel des Mediums, der sich aber meiner Meinung nach ganz gut in mein Leseerlebnis einfügt. Mit dem PAN-THAU-RA-Zyklus habe ich einen dieser netten kleinen Kurzzyklen vor mir, oder besser gesagt um mich herum. Die Umstände bringen es nämlich mit sich, dass ich gerade mehr im Auto unterwegs bin, als ich eigentlich möchte. Was liegt da näher, als kurzfristig ein Hörbuch-Abo abzuschließen, und sich die entsprechenden Silberbände 102 bis 105 vorlesen zu lassen. Feine Sache!

Bitte was? – Herrn Haufens Hörbuchfreuden

Ben Calvin Hary hatte ja letztens dieses hübsche Video darüber, wie man gewisse Namen im Perryversum nun ausspricht, oder aussprechen könnte (Ich möchte an dieser Stelle mal wieder meine Lieblinge von den Quolnäer Keretzen auf die Bühne bitten.)

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Als Hörbuchhörer stellt sich das Problem lustigerweise genau andersherum. So fragte ich mich beim „Aufbruch der Basis“, an welchen unerträglichen Schmerzen Herr Miller litt, dass er sie sogar im Vornamen trägt, und wer der bekloppten Idee verfällt, einen Riesenplaneten als Beere zu bezeichnen, und welche Superintelligenz denn nun WELGER sein könnte. Zum Glück gibt es in der Perrypedia das Zyklusportal, in dem der geneigte Hörer dann nach Payne Hamiller und Välgerspäre suchen kann.

In diesem Sinne freue ich mich noch auf eine ganze Reihe von Verhörern und verbleibe mit einem friedliebenden

Ad Astra, Terraner – und frage mich, ob ich der einzige bin, der solch seltsame Dinge hört.

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