von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Autor: Martin (Seite 59 von 64)

Martin liest sich seit dem 1. Januar 2017 vom ersten Heft an durch die Perry-Rhodan-Heftserie und hat sich vorgenommen, mit dem Heftehaufen ein öffentliches Lesetagebuch zu führen.

Wenn er mit dem Kopf nicht im Weltraum steckt, stromert er mit seiner kleinen Familie durch die Eifel, das Universum und den ganzen Rest.

Zeitreise – Ab unter die Decke

Auf zur Februarzeitreise, die diesmal von euch inspiriert ist. In den Kommentaren zu meiner ersten Zeitreise hat Heidi davon erzählt, wie sie Salzstangen und Dämonenkillerhefte unter der Bettdecke im Taschenlampenlicht verschlungen hat. Bei dem Kommentar schossen sofort die Erinnerungen in mir hoch. Lesen unter der Taschenlampe, heimlich. Als Kind war das ein herrliches Gefühl. Bei mir waren es meist ???- und Fünf-Freunde-Bücher oder Lucky Luke Comics.
Viele der alten Lucky Luke Klassiker aus dieser Zeit haben sich bis heute in meinem aktiven Wortschatz gehalten. So sage ich bei unerwartetem Besuch regelmäßig: „Hilton die Dalfes.“ Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Mangiafazzula ein großartiger Nachname ist.

Salzstangen im Weltraum

Am Wochenende habe ich an einmal versucht, dieses Gefühl nachzuerleben, und wisst ihr was? Die Decke ist zu kurz und ich lese mittlerweile dann doch lieber an meinem Lieblingsleseplatz am Wohnzimmerfenster. So hat eben alles seine Zeit.
Aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich am Bett unserer Tochter die Taschenlampe und einen Comic sehe. Wir wissen genau, was sie dann tut, und sie denkt, es wäre heimlich. Ich glaube, das gehört sich so.
Heidi, danke für das Wiedererwecken dieser wundervollen Erinnerungen.

Und wie auch im letzten Monat gilt: Hat jemand spannende Zeitreisen zu berichten? Dann immer her damit!

Ich habe es getan

Es ist so weit! Ich bin meinem Haufen untreu geworden. Wie konnte das nur passieren? (Kurt Brand hätte an dieser Stelle ein Ausrufezeichen gesetzt!)

Tja, also, wie es so weit kommen konnte? Es begab sich zu der Zeit, da ich Band 51 für eine Wartezimmerlektüre aus dem Karton ziehen wollte und schockiert feststellte, dass ich die Lücken bis Band 1000 zwar sehr wohl bereits in Evernote gelistet habe, allein die Konsequenzen blieben aus. Skandal!

Also: Eine Bestellung an die Sammlerecke und 1,99 Euro im Buchladen meines Vertrauens investiert und dann erst ab zum Arzt. Stellt euch vor, ich hätte im Wartezimmer Zeitschriften lesen müssen. Soweit kommts noch …

In trauter Eintracht …

Und wie war das Leseerlebnis?

Durchwachsen würde ich sagen. Natürlich ist es extrem praktisch, unterwegs einen kleinen Reader dabei zu haben, sich keine Seiten merken zu müssen, nicht mit den Plastikhüllen rumzuschlabbern. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich langsamer lese, weil ich auf dem Reader immer nur einen deutlich kleineren Textteil erfassen kann, als im Heft. Dafür habe ich genauer gelesen.

Was mir aber gar nicht gefällt, ist das fehlende Ambiente. Ich habe kein farbiges Titelbild, von Innenillustrationen mal ganz zu schweigen. Dazu fehlt einfach das haptische Papiererlebnis, der Geruch des alten Heftes, das vorsichtige Umblättern, das Achten darauf, dass in der Mitte keine Klammern ausreißen. All das macht für mich das Heftgesamtkunstwerk aus.
Und, was ich nie gedacht hätte, mir fehlt der Spaltensatz. Dieses Druckbild gehört für mich zum Erlebnis Heftroman einfach dazu.

Werde ich es wieder tun?

Die erste Nichtpapierlektüre ergab sich mehr so aus einer Unachtsamkeit. Als Resultat habe ich ja jetzt die Heftlücken über einen größeren Heftblock erst einmal geschlossen.
Trotzdem denke ich, dass ich in den Urlaub fortan meinen Reader mitnehmen werde und den Papierberg zuhause lasse. Das fehlende Leseerlebnis wird durch die Gepäckersparnis doch deutlich aufgehoben. Aber solange ich den Haufen in Reichweite habe, werde ich zum Papier greifen. Das muss einfach so 😉

Zyklusrückblick: Die dritte Macht

Es ist vollbracht – am 12.02.2017 habe ich mich komplett durch den ersten Zyklus „Die dritte Macht“ gelesen. Ja, ich weiß, das war so nie als Zyklus geplant, aber das mag jetzt Wurst sein.

Wie war es denn?

Es war faszinierend, es war anders als erwartet, es lief flüssiger als befürchtet und es ging verdammt schnell.

Was hat mir gefallen?

Mein persönlicher Höhepunkt war Band 19, das erste Auftreten von ES. Der Roman war faszinierend. Mit Sicherheit werde ich ihn in einigem zeitlichen Abstand noch einmal lesen.
Daneben habe ich wohl ein Faible für Clark Darlton entwickelt, dessen fantastische und fantasievolle Erzählweise und – soweit das auf 64 Seiten überhaupt geht – Weitschweifigkeit ich wirklich schätze. Walter Ernsting muss ein interessanter Mensch gewesen sein.
Außerdem gab es eine Menge toller Abenteuergeschichten, angefangen bei „Unternehmen Stardust“ über das erste Venusabenteuer bis hin zu „Gom antwortet nicht„, ein Heft, das fast etwas startrekiges hatte, mit dieser seltsam öligen Lebensform.

Was hat mir nicht gefallen?

Diese ganze Ost-West-Thematik wirkt auf mich extrem überholt und ist sicherlich nur vor dem Hintergrund der damaligen Zeit zu erklären. (Wobei das kein typisches PR-Phänomen ist, wenn man mal nur an das Kosmodrom im Krater Bond denkt …)
Auch diese Rumspringerei mit Atombomben – ich weiß nicht. 60er Jahre halt …
Der zweite Venusabschnitt, auf den ich echt neugierig war, wirkte wie ein Lückenfüller mit viel verschenktem Potenzial.

Wie lautet mein persönliches Fazit?

„Die dritte Macht“ ist eine interessante Nummernrevue. Perry ist „heute hier, morgen dort“, und von der Komplexität der aktuellen Serienhandlung sind diese Bände noch so richtig weit entfernt. Und vor allem ist mir klar geworden, dass auch die altvorderen nur mit Wasser gekocht haben.

Mein Lieblingsautogramm

Kürzlich habe ich ja von meiner Faszination für Autogramme berichtet. Deshalb mag ich heute etwas über mein Lieblingsautogramm erzählen.

Im Dezember war ich mit meiner Tochter im Rahmen einer Drei-Fragezeichen-Ausstellung in Koblenz bei der Autorenlesung eines gewissen Herrn C. Dittert. Auch wenn ich feststellen musste, dass die modernen ???-Bücher nicht mehr die alte Faszination auf mich ausüben, hat sich der Besuch der Lesung gelohnt. Christoph weiß, wie man vor einer Horde von Kindern spannend vorliest, und hat nach der Lesung geduldig jede Frage beantwortet.

Anschließend hat er zu einer kleinen Signierstunde eingeladen. Da habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, das ein oder andere Raketenheftchen einzustecken, um es mir mit Christian Montillon signieren zu lassen.

Christoph schien so begeistert davon zu sein, dass ich einen alten PR Neo und noch ein paar andere Sachen dabei hatte, dass es vor lauter Erzählerei zu diesem hübschen Unikat kam:

»Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt«

Damit wäre ja wohl bewiesen, dass Justus, Peter und Bob im Perryversum leben und eigentlich nur ein Spin-Off der größten Science Fiction Serie der Welt sind.

Perry R. sei Dank!

Ich muss mal gerade was aufschreiben, was wahrscheinlich nur peripher mit Perry Rhodan zu tun hat, aber doch schon irgendwie. Gestern Abend ist nämlich ein Traum in Erfüllung gegangen.

Vielleicht erinnert sich noch jemand an meine Geruchsunsicherheiten im letzten Monat. Weil ich einen hübschen Titel für diesen Artikel suchte, gab ich die Worte „Geruch“ und „Liedtext“ in die Suchmaschine meines Vertrauens ein und landete bekanntlich bei einer Platte von Hannes Wader.

Hannes Wader ist jetzt vielleicht nicht unbedingt mehr so der Mehrheitsmusikgeschmack, aber mein Leben haben seine Lieder ein gutes Stück lang begleitet. Jedenfalls habe ich einen Tag nach Verfassen des oben genannten Artikels die CD „Wader singt Bellman“ gekauft und komme nicht mehr davon los. Ich höre das gute Stück rauf und runter. Meine musikbegeisterte Frau muss ich mit meiner Freude wohl so sehr angesteckt haben, dass sie wiederum die Suchmaschine ihres Vertrauens anwarf und mir einen Konzerttermin am 8.2.2017 in Bonn unter die Nase hielt: „Hannes Wader – Abschiedstour“. Dazu die magischen Worte: „Kauf dir ne Karte. Los!“

Herr I. kauft also eine Karte, just in diesem Augenblick ruft sein in Italien lebender Bruder an, man kommt ins Quatschen, Herr I. merkt, dass er seinem Bruder ewig nichts mehr zum Geburtstag geschenkt hat, erinnert sich aber an legendäre Partys, an denen zu mitternächtlicher Stunde Hannes-Wader-Lieder gesungen wurden, und kauft prompt eine zweite Karte.

So ist also in gewissem Sinne einem Herrn R. zu verdanken, dass die beiden Herren I. endlich vereint dem Abschiedskonzert eines Herrn W. lauschen durften und sich gemeinsam einen Traum erfüllten.

Bäämm! Soll noch einer sagen, Perry Rhodan wäre keine Kultur.

Unerwarteter Fund

Ich gebe zu, ich liebe Autogramme. Das mag im Zeitalter von Selfies zwar schlimm altmodisch sein, aber da mache ich mir keine Gedanken. In manchen Dingen kann ich schrecklich altmodisch sein. (Seit wann gibt es Telephone ohne Kabel? Skandal!)
Am liebsten sammle ich sie selber – als Andenken an ein tolles Konzert, eine packende Lesung, als Widmung in einem Buch, das mir wichtig ist.
Ich mag aber auch die Autogramme, die mir völlig unverhofft zufliegen. Einfach so, völlig unageahnt. So geschehen letzte Woche, als ich für wenig Geld den berühmt-berüchtigen Weltraumatlas in sehr gutem Zustand auftat.
Und was war auf der ersten Seite? Genau!

Autogramm von William Voltz im Perry Rhodan Weltraumatlas

Ich freu mich gerade einfach.

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