von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Kategorie: Lesungen

Ich höre Autoren gern zu, wenn sie etwas vorlesen. Selbst Rhodan-Autoren lesen ja von Zeit zu Zeit laut, und wenn ich Zeit habe, gehe ich hin.

Perry Rhodan und der Mottenmann

Ein Besuch bei Käpt’n Book 2019

Mit Käpt’n Book zelebriert die Region Bonn seit dem Jahr 2003 ein Lesefest für Kinder und junge Erwachsene. Lesungen, Workshops, Theatervorstellungen und ein buntes Rahmenprogramm sollen Kindern die Schönheit von Literatur näherbringen oder ihnen im Rahmen einer Lesung ermöglichen, einmal einen wirklich richtigen und echten Autor zum Anfassen zu erleben.

Wer mehr über diese tolle Veranstaltung wissen möchte, findet hier alle Veranstaltungstermine und -orte auf einen Blick. Wer sich jetzt fragt, was ein alter Sack wie ich bei so einem Festival tut, den verweise ich gerne auf meine Sammlung von ???-Büchern und auf die Biografie des Expokraten Christioph Dittert, oder wie man ihn im Weltraum nennt, Christian Montillon.

Dieser Christoph Dittert, der ja schon mein Heimatdorf belesen hat, trug im Rahmen von Käpt’n Book aus seinem neuen Kinderdetektivroman „Die drei ??? und der Mottenmann“ vor. Da das ganze ausgerechnet in der Stadtbücherei Brühl zelebriert wurde, durften Volker und ich natürlich nicht fehlen. Nach einem kleinen Mittagessen, bei dem mir Christoph endlich beantwortete, wie man ausgerechnet in Hymnologie promovieren kann, folgte eine kurzweilige Lesung in der Kinderabteilung der Bücherei. Neben einer großen Zahl kleiner Detektivfans war auch eine Fraktion von erwachsenen Kassettenkindern vertreten und eben auch zwei Abgesandte des Perryversums.

Wir hatten eine Menge Spaß in Rocky Beach, der Heimatstadt der ???, und konnten auch eine winzige Neuigkeit zur aktuellen und zur kommenden Miniserie erfahren. Das obligatorische Perryfoto mit beklopptem Grinsen durfte nicht fehlen.

Christoph Dittert, Martin Ingenhoven und Volker Hoff machen komische Gesichter

Raumschiff des Mächtigen

Nett ist auch der Busfahrer – ein subjektiver Rückblick auf die Silberedition 104

Es ist schon ein paar Tage her, seit ich mit dem dritten Hörbuch aus dem PAN-THAU-RA-Zyklus durch bin, aber wie das so ist – es gibt Dinge im Multiversum, die wichtiger sind als Raketenhefte. Aber nun ist die Zeit da. Wohlan, also!

Das steht drin

Das Alles-Rad dreht sich munter weiter, Voltz übt Religionskritik durch die Blume, kosmisches Gerümpel wird enthüllt und im Perryversum gibt es jetzt einen Ritterorden ohne Lichtschwerter, oder zumindest Andeutungen auf einen solchen. Der Rest der Handlung plätscherte so vor sich hin und an mir vorbei.

So ist es verpackt

© Eins A Medien GmbH, Köln

Da ich auch beim dritten Hörbuch dieses Zyklusses auf einen Datenträger fürs Regal verzichte, steht mir nur das Downloadcover zur Verfügung. Das jedoch finde ich sehr gelungen, bietet es doch einen Ausschnitt des Titemotivs von Heft 946 in wirklich schöner farblicher Bearbeitung. Gefällt mir deutlich besser als das Original und auch das zentrale Motiv – Raumschiff über Vulkankrater – kommt deutlich besser zum tragen, als auf dem ursprünglichen Heftroman. Gefällt mir ausgesprochen gut.

So hat es mir gefallen

Nach einem wirklich starken Vorgängerband konnte mich die Nummer 104 nur mäßig überzeugen. Nicht, dass ich etwas konkretes am Hörbuch auszusetzen habe, aber die Handlung hat mich nur beiläufig fasziniert. Sie war nett, mehr aber auch nicht.

Ich bin gespannt, wie sich dieses Ritter-der-Tiefe-Dings entwickelt, findes es aber ganz unbedarft erst einmal ein wenig komisch, dass zwei Jahre nach Star Wars Episode 4 auch im Perryversum ein Wächterorden aus Rittern installiert wird.

Da ich aber lieber über die guten Dinge schreibe, sei mir als Schlusssatz erlaubt: Die PAN-THAU-RA macht all das richtig, was mit OLD MAN damals schief gelaufen ist, aber noch ist nicht die Zeit für einen umfassenden Zyklusrückblick.

Bis dahin, gehabt euch wohl!

Das größte Abenteuer

Andreas Eschbach enthüllt Kindheit und Jugend des unsterblichen Terraners

Pünktlich zu Tag 788 meiner kleinen rhodanistischen Lesereise erscheint mit Andreas Eschbachs „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ ein 850 Seiten dicker Wälzer, der die Geschichte erzählt, wie es tatsächlich dazu kam, dass nicht die Herren Armstrong und Aldrin zuerst den Mond betraten, sondern Perry Rhodan und seine Kumpels Bull, Manoli und Flipper.

Ich konnte den Roman bereits in München erwerben und habe lange überlegt, ob ich zu dieser Großtat etwas schreibe. Da sie mich aber eine Woche lang beschäftigt hat, gehört ein kurzer Bericht selbstverständlich in mein Lesetagebuch.

Was steht drin?

Versteckt in den Heftromanen, nachzulesen in der Perrypedia, steht so einiges, was bisher über die Kindheit des Risikopiloten mit den bayrischen Vorfahren bekannt war. Eschbach nimmt all diese kleinen Bausteine und setzt sie vor dem geschichtlichen Hintergrund des Wettlaufs zum Mond auf faszinierende Weise zusammen. Endlich ist die Frage ein für alle Mal geklärt, wie Perry Rhodan wirklich und in echt und überhaupt als allererster Mensch auf dem Mond landen konnte und dort selbstverständlich auf Außerirdische getroffen ist.

Wie ist es verpackt?

Perry Rhodan – Das größte Abenteuer © Fischer TOR

Das größte Abenteuer kommt als hochwertiges Hardcover mit Schutzumschlag auf den Lesetisch. 850 Seiten sind nichts, was man mit in die Badewanne nimmt, sind aber sonst gut zu handhaben. Auf dem Cover grüßt ein Mensch im Raumanzug, der so gar nichts mit den Raumanzügen zu tun hat, die der kundige Rhodanist von Johnny Bruck, Dirk Schulz oder Arndt Drechsler kennt. Dies mag vordergründig wahrscheinlich der Tatsache geschuldet sein, dass man den unrhodanistischen Eschbachfan nicht mit all zu abgedrehtem Pulp-Charme überfallen will. Aber im Grunde gibt das Cover einen deutlichen Hinweis, in welche Richtung uns der Autor über die nächsten 850 Seiten mitzunehmen gedenkt: nach Cape Canaveral und das Apolloprogramm der NASA.

Wie hat mir „Das größte Abenteuer“ gefallen?

Als ich hörte, dass Andreas Eschbach ein Prequel zu meiner täglichen kleinen Weltraumreise verfassen sollte, war ich nicht ganz unbegeistert, aber doch auch ein wenig skeptisch, was da kommen würde. Diese Prequelgeschichten scheinen ja spätestens seit Star Wars Episode I groß in Mode zu sein, und es gibt genug Beispiele dafür, dass dieses Unterfangen nicht immer gut geht. Aber Meister Eschbach hat ja nun doch deutlich Ahnung von dem, was er sich da vorgenommen hat. Also überwog schnell die Freude.

Johnnes Rüster hat in seiner Vorstellung des Buches im Literaturhaus München ein schönes Bild gewählt: Das größte Abenteuer bewegt sich zwischen Dagobert Duck, Forrest Gump und der Saturn V.

Johannes Rüster verdeutlich den Umfang des Rhodan-Prequels

Anders als Don Rosa gelingt es Eschbach, die Kindheit eines Mythos schlüssig zu erklären, ohne diesen zu zerstören, er lässt seinen Helden wie Forrest Gump auf allerlei bekannte Persönlichkeiten treffen und liefert eine eindrucksvoll recherchierte Version des Apolloprogramms, um diese dann in die rhodanistische Parallelwelt abbiegen zu lassen. In abgewandelter Form erscheint dieser wundervolle Vortrag im Perry Rhodan Report der Heftnummer 3004. Da freue ich mich schon drauf.

Genau diese Mischung aus Mythos und Realität ist es, die mir an „Das größte Abenteuer“ so ausnehmend gut gefallen hat. Eschbach verwebt die bekannten rhodanistischen Fakten mit einer lebendig dargebotenen Szenerie der realen Vereinigten Staaten von Amerika in den 1960er Jahren und flicht immer mal wieder eine kleine Schelmerei am Rande ein. (Dass Rhodans Vorfahren aus dem bayrischen Scheernsting stammen, ist dabei nur die offensichtlichste, viele weitere sind im Text versteckt, besonders einige kleine Querverweise zu PR 3000.) Hier hat mir das Buch großen Spaß gemacht, und viel mehr als auf die Begegnung mit den Arkoniden habe ich der Stelle entgegengefiebert, an der Eschbachs Geschichte endgültig die bekannte Zeitlinie unseres Universums verlässt.

Zu Beginn des Romans lässt sich Eschbach viel Zeit, die Familiengeschichte der Rodens, die dann zur Familie Rhodan wurde zu schildern, stellt Perry einen Jugendfreund an die Seite und lässt die beiden allerlei spannende Episoden gemeinsam erleben. All das geschieht in der Sprache eines Chronisten, der sich für Rhodanisten schnell als alter Bekannter entpuppt. Die geschilderten Episoden sind dabei weniger der Science Fiction, als vielmehr dem Entwicklungs- oder gar historischen Roman zuzuordnen. Schließlich begegnen Rhodan und sein afroamerikanischer Kumpel Leroy dem Menschenrechtler Martin Luther King, Rosa Parks hat selbstverständlich ihren Auftritt und gegen Ende des Romans gerät Rhodan in die Pariser Studentenproteste.

Ein wenig störend fand ich den kurzen Abschnitt über die Individualverformer, der aber für unrhodanistische Leser notwendig ist, um das Auftreten Ernst Ellerts verstehen zu können. Es wäre interessant zu erfahren, wie dieser Abschnitt auf Leserinnen und Leser wirkt, die das Buch vornehmlich als Eschbachfans lesen.

Fazit

Perry Rhodan – Das größte Abenteuer ist ein Roman, in dem sich Raketenheft, Entwicklungsroman und historische Erzählung treffen. Beinharte MdI-Fans werden hier mehr über den Unsterblichen erfahren, als sie jemals in 3000 Heftromanen gelesen haben und vermutlich lesen wollen. Freunde lang angelegter Spannungsbögen werden genau so ihre Freude an diesem Buch haben, wie Menschen, die sich vom Spiel mit historischen Details verzaubern lassen können. Da wird die Begegnung mit den Arkoniden schon fast zu Nebensache. Denn die kennen wir ja schon. Andreas Eschbach hat mich mit seinem gelungenen Prequel bestens unterhalten.

Sagenhaftes vom NEO-Autor

Ich musste zugegebenermaßen sehr tief kramen, bis ich heute morgen meine Exemplare zum Signieren gefunden hatte. Schließlich stammen die beiden einzigen Beiträge zu Perry Rhodan NEO von Christian Humberg aus den Jahren 2012 und 2013. Mit Flucht ins Dunkel (Band 28) und Geister des Krieges (Band 35) durfte der Autor beim Vorstoß nach Arkon dabei sein.

Freunden der Raketenliteratur dürfte die Prometheus-Trilogie aus dem Star Trek Universum ein Begriff sein, Heftromanfreunde werden die Sternenfaust kennen, aber Christian Humberg gehört auch zur verschwindend kleinen Minderheit der Rhodan-Autoren, die Kinderbücher schreiben.

So war es mir Ehre und Freude zugleich, Christian Humberg mit seiner Reihe „Sagenhaft Eifel“ heute in den Grundschulen in Wehr und Wassenach begrüßen zu dürfen.

„Sagenhaft Eifel“ ist eine Kinderbuchreihe, in der der Autor uralte Volkssagen aus der Eifel mit einer spannenden Internatsgeschichte kombiniert. Ohne erhobenen Zeigefinger erfahren junge Leser in diesen Büchern eine Menge über ihre Heimat und können sich an Spukschlössern, schrulligen Lehrern und pupsenden Vulkanteufelchen erfreuen. Feine Mischung, wie ich finde.

Unsere Dorfkinder hatten mal wieder eine Menge Spaß (nachdem ich ihnen im letzten Jahr schon den Expokraten persönlich auf den Hals gehetzt hatte), und ich bin in den Genuss zweier signierter NEOs für meine Sammlung gekommen.

Christian Humberg erzählt …

… signiert …

… und schreibt Raketenhefte.

P.S.: Von mir aus könnte die verschwindend kleine Minderheit kinderbuchschreibender Rhodanautoren ja durchaus noch Zuwachs bekommen.

Der Expokrat in der Lokalpresse

Im September war Christoph Dittert bei uns in Wassenach für eine Lesung zu Gast. Ich berichtete. Da die Mühlen hier auf dem Dorf deutlich langsamer mahlen, ist die Sache jetzt in der Lokalpresse angekommen.
Nach kurzer Rücksprache mit dem Verlag Linus Wittich kann ich hier den Artikel aus der Olbrück-Rundschau vom 25. Oktober 2017 zeigen. Wer ihn lesen mag, kann auf der Verlagsseite das PDF abrufen.

Der Expokrat und das Detektivunternehmen – Christoph Dittert las uns was vor (Quelle: Olbrück rundschau Nr. 53/43, 25.10.2017)

Wie mir der Expokrat mal eine Pommes stahl

Wassenach ist ein winziges Dorf in der Osteifel, unmittelbar am Laacher See und unweit von Andernach, dem Geburtsort Renier Bievres gelegen. Es ist nicht nur die Heimat des Heftehaufens, sondern hat auch eine kleine feine Grundschule, die gestern hohen Besuch bekam.
Niemand anderes als der Expokrat persönlich las den Wassenacher Kindern gestern aus seinen Werken vor. Der Altersgruppe angemessen, verzichtete Christian Montillon aber auf Tiuphoren, Atopen und Thoogondu. Vielmehr las er als sein alter ego Christoph Dittert aus einem aktuellen Drei-Fragezeichen Fall.

Christoph Dittert liest vor dem Foto eines Hantelraumers

Gebannt lauschten die Schülerinnen und Schüler „Im Bann des Drachen“, einer ???-Folge, in der es die drei Juniordetektive nach Shanghai verschlägt. Christoph garnierte seine Lesung mit einigen Urlaubsfotos, sodass für die Kinder ein lebendiges Bild des Schauplatzes und seiner atemberaubenden Architektur entstand.
Immer wieder streute der Autor kleinere Anekdoten seiner eigenen Erlebnisse in Shanghai ein. Höhepunkt waren hier sicherlich die Tütchen mit Hühnerkrallen, die von außen ein wenig an Gummibärchen erinnerten.
Nach einer ausgiebigen Fragerunde zum Leben eines Autors und den drei Detektiven konnte sich jedes Kind noch über eine Autogrammkarte freuen.

Danke noch einmal, Christoph, dass du meiner Einladung gefolgt bist. Wochenlang vorher gab es unter den Kindern kaum ein anderes Thema, als das eigene Detektivbüro. Und als ich nachmittags dann unseren Garten betrat, wurde dort auch schon wieder fleißig ermittelt.
 
Aber Herr Haufen wäre nicht Herr Haufen, wenn da nicht noch die ein oder andere rhodanistische Überraschung passiert wäre.

Einige Tage vor der Lesung kündigte Christoph mir an, dass er Björn Berenz mitbringen würde. Der ehemalige Multimediaredakteur des Unsterblichen hat weiland selbst einen Heftroman für die Miniserie Perry Rhodan Arkon veröffentlicht.
Natürlich habe ich mir die Chance auf ein Autogramm nicht nehmen lassen:

Perry Rhodan Arkon 7 – Welt der Mediker

»Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt« 
Welt der Mediker – signiert von Björn

Eine weitere wundervolle Überraschung hatte sich schon per Facebook angekündigt. Stephanie ist vom kleinen Kometen extra in die nebelige Bergwelt gefahren, um der Lesung zu lauschen. Das fand ich fein.

Nach der Lesung hatte sich der Nebel auch bei uns gelichtet, sodass wir die Sonne genießen konnten (Foto: Björn Berenz)

Wer übrigens den Tag aus Stephanies Sicht lesen möchte, sollte mal im kleinen Kometen vorbeischauen.

Ja und was ist jetzt mit den Pommes frites?

Da ich die Lesung zwischen Schule und Autor vermittelt hatte, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, Christoph im Namen des Schulelternbeirates zum Essen einzuladen. Nach der Lesung trafen sich also die beiden Autoren, einige Lehrerinnen und die beiden Blogger zum gemeinsamen Mittagessen im örtlichen Gasthof. Christoph saß mir gegenüber, und gerade als ich meine Pommes frites bekam, setzte der Herr Expokrat sein Grinsen auf und meinte: „Guck mal da oben ist ein Ablenkvogel.“
Ratet, wer so doof war, auf den ältesten Trick der Welt reinzufallen, zur Zimmerdecke zu schauen, nur um anschließend eine Pommes im Mund des Expokraten verschwinden zu sehen …

Nach dem Essen zeigten Björn (der nur ein paar Käffer weiter wohnt) und ich den beiden Touristen Stephanie und Christoph noch kurz ein paar Naturschönheiten und spazierten am Ufer des Laacher Sees entlang.

Ein kleiner Blick über den Laacher See
Ob Christoph seine Idee in die Tat umsetzt, und auf dieser Bank einen Roman schreibt? (Foto: Stephanie Braun)

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