von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Schlagwort: 2017 (Seite 1 von 5)

Happy Birthday, Heftehaufen

Wohlan, mit ein wenig feiertäglich-feriöser Verspätung gratuliere ich meinem kleinen Blog mal zum Geburtstag. Am 2. Januar 2017 habe ich den ersten Blogpost verfasst. Zeit, ein wenig zurückzuschauen und zu spekulieren, was noch so kommen kann.

Am Ende des ersten Textes habe ich eine Art kleiner Agenda verfasst. Mal schauen, wie sich das mit dem aktuellen Zustand so deckt:

Ich schrieb dereinst:

  • Wo mich der Weg hinführt? Keine Ahnung.
  • Wie lange die ganze Aktion dauert? Zwischen zehn und zwanzig Jahren sollte alles drin sein. 
  • Werde ich am Ende ankommen? Das weiß ES. Wenn überhaupt jemand.
  • Warum mache ich das? Weil es mich fasziniert, in ein paar Jahren zurück zu blicken.
  • Warum mache ich das nicht? Um Inhaltsangaben oder Rezensionen zu schreiben, davon gibt es genug. 

Wo hat mich der Heftehaufen hingeführt? 
Eigentlich wollte ich ja nur in Ruhe lesen und ab und dann was erzählen. Das hat so jetzt nicht geklappt. Vielmehr habe ich durch die Bloggerei nicht nur eine Tür in eine neue literarische Welt aufgestoßen – klar, das auch. Aber wichtiger waren die Begegnungen, die sich ergeben haben, die Menschen, die ich kennengelernt habe. Manches waren nur sehr flüchtige Begegnungen, wie der Mensch, der mir auf einem Kölner Parkdeck die fehlenden 500 Hefte für kleines Geld in den Kofferraum geladen hat.
Manche Begegnungen entwickelten sich so, wie ich es nie gedacht hätte. Stellvertretend seien hier nur Stefanie, Ralf und Volker erwähnt.
Dann gibt es noch so viele andere Menschen, die mich fasziniert haben, die ich schon getroffen habe oder noch treffen will, die Ulrichs, Udos, Emmys, Gerhards, Lothars, Björns, Norberts, Alexandras … es sind so faszinierend viele. Damit habe ich nicht gerechnet, als ich angefangen habe. Danke euch allen für den Austausch, die Anregungen, eure Meinungen, auch wenn ich jetzt nicht jeden Einzelnen aufgezählt und garantiert 2600 Menschen vergessen habe. Perry-Fans sind schon eine verdammt faszinierende Menschengruppe.
Und dann gibt es da noch die Profis. Menschen wie Kai, Madeleine, Christoph, Bernd, Philine-Marie, Madlen, Klaus, Klaus, Michael … Menschen, die für mich 2011 noch in einer völlig anderen Sphäre schwebten, meinem kleinen Projekt aber derartig viel Interesse entgegenbrachten, dass es mich schier umgehauen hat.
Die Höhepunkte waren dann sicherlich der augenzwinkernd so genannte BrühlCon und der Besuch in Rastatt.
Derweil schrauben wir mit Neugier, Spannung und Faszination am 2. BrühlCon.

Wie lange wird mein Projekt dauern?
Das Pensum von einem Heft pro Tag hat sich, trotz anfänglicher Zweifel, auch unter erschwerten Bedingungen, wie Urlauben oder wenig erquicklichen Zyklen, als ganz gut erwiesen. In knapp über 7 Jahren sollte ich also bei Band 2600 angekommen sein, dem Punkt also, an dem ich damals eingestiegen bin. Aber, die Zukunft ist ungewiss, kein Plan wird so umgesetzt, wie er geschmiedet wird. Lassen wir uns überraschen. Und wenn ich fertig bin, ist da ja immer noch Atlan.

Werde ich am Ende ankommen?
An mir soll es nicht liegen, ich zieh das durch. Ich bin Feuer und Flamme. Ich will wissen, was zwischen Band 369 und Band 2600 passiert. Aber die Wege der Chaotarchen sind unergründlich.

Warum mache ich das?
Ja klar, will ich irgendwann zurückschauen. Aber das wäre zu kurz gegriffen. Es macht mir mittlerweile einfach unglaublichen Spaß, in die verschiedenen Welten einzutauchen.
Da ist zum einen die tägliche Romanwelt, die mich fü 90 Minuten in irgendeine andere Galaxie bringt. Das ist fein.
Dann ist da noch die Aura, die die alten Hefte ausstrahlen. So ein Heftroman aus den 60er oder 70er Jahren – da gehört für mich einfach das angegilbte Papier und die Werbeseiten dazu. Die Leserkontaktseite, Slogans von Preisausschreiben … all das ganze Zeug neben dem eigentlichen Romantext. Das schafft kein ebook.
Letztens sinnierte ich mit meinem besten Freund über den Loch Lomond Whisky. (Den neuen grünen, nicht dieses Getränk aus der blauen Tube) Mir schmeckt er hervorragend, er findet ihn kurz vor Brennspiritus. Bis wir drauf kamen, dass das muffig-scharfe Aroma dieses Getränks hervorragend zu Geruch und Haptik der alten Hefte passt.
Wobei, und das muss ich kleinlaut zugeben, ich zum Zelten meinen Tolino mitnehme. Der ist klein und wasserdicht – und hat eine Displaybeleuchtung.

Warum mache ich das nicht?
Ja gut, das mit den Inhaltsangaben und Rezensionen ist so eine Sache. So ein Zyklusrückblick ist schnell mal eine Rezension. Und die Rubrik “Tellerrandlesen” ist Rezension in Reinform. Aber wo käme ich hin, wenn ich mich sklavisch an einen Plan halte würde. Das wäre nicht ich. (Funfact: Der am häufigsten gelesene Artikel ist der mit meinen Gedanken zu Band 2900, also eine lupenreine Rezension.)Ich plane für Olymp sogar eine Serie mit kurzen Videorezensionen. Aber das ist Zukunftsmusik, das dauert noch ein paar Tage.
Das ist übrigens auch so ein Ding, womit ich nicht gerechnet habe. die Filmerei und der Youtubekanal. Das steckt zwar noch in den Kinderschuhen, ist aber definitiv ein Ding, das ich 2018 noch ein wenig ausbauen will.

Und was ist für 2018 geplant?
Tjahaaaa, in diesem Jahr stehen ja noch zwei Cons an, Köln und Garching. Und mit Brühl haben wir auch noch was in der Leitung, das aber noch ein wenig Reifezeit braucht.
Außerdem hoffe ich, in diesem Jahr endlich mal die Stammtische in Mannheim und Köln zu besuchen, was dieses Jahr aus einer Vielzahl von Gründen nicht geklappt hat. Manchmal ist die Schlagzahl einfach so hoch, dass die Bremse her muss. Aber 2018 ist ja noch lang…
Die Frankfurter Buchmesse und den dortigen Con habe ich natürlich auch auf dem Schirm, mag und kann mich da aber noch nicht festlegen.
Volker und ich planen außerdem, die Interviewserie auf Youtube auszubauen. Die Cons bieten da sicher eine gute Gelegenheit, die ein oder andere Person zu befragen. So zwei drei Ideen spuken uns da noch im Kopf rum. Mal schauen, was wird.
Na und natürlich: die Leserei. Ein Heft pro Tag ist weiterhin die Maßgabe. Parallel dazu liegen hier auch noch eine Menge Bücher, die mal mehr oder weniger mit dem Unsterblichen zu tun haben. Ein ganz großes Leseziel ist immer noch das opus magnum von George R.R. Martin.
Und neben all dem gibt es ja noch das ganz normale Leben, das dieses Jahr schon faszinierende Haken geschlagen hat. Und 2018 zeichnen sich schon die ersten spannenden Positionsbestimmungen und Richtungsentscheidungen ab. Mal schauen, was da an Turbulenzen wartet. Aber mit nem guten Romanheft wird das shcon klappen. Ich hab ja noch ein paar.

Und jetzt ihr! Warum lest ihr meinen Krempel überhaupt. Was interessiert euch, was fehlt euch, was fasziniert? Die Kommentarfunktion ist offen. Nur zu, ich freu mich drauf.

Ein Besuch in der Zentrale – Bilder

Am 30.11.2017 waren Volker und ich in der Perry Rhodan-Redaktion. Den Text zur folgenden Fotostrecke gibt es hinter diesem Link.

Eindrücke aus der Druckerei:

Hier rutschen fertig gefaltete Perry Rhodan NEO-Blöcke aus der Maschine

Der Stoff aus dem die Träume sind – zentrale Farbtanks für alle Druckmaschinen

Zukunftsmusik

Daraus werden einmal Heftklammern

Frisch gedruckte Titelbilder für Heft 2939

Einblicke in die Redaktion:

Geburtstagsglückwünsche unter Superhelden

Klaus N. Frick hat in seinem Büro extra für Chaos gesorgt.

Herzlicher Empfang durch den Unsterblichen und seinen Redakteur

Verrückte mit Dame im Turmzimmer:

Der Aufgang zum berühmten Turmzimmer

Posen mit der Social Media Königin



Tief im Archiv:

Herr Rhodan zum Hören

Spontane Heftnachlieferungen werden von hier bedient

Gucky und Sohn

Ich bleib da.

 

Ein Besuch in der Zentrale

“Dann musst du wann hier los?!” Die Gesichtszüge von Frau und Kind entglitten sichtlich, als ich freudestrahlend verkündete, die Perry Rhodan-Redaktion besuchen zu dürfen – bin ich doch familienintern eher als Morgenmuffel bekannt.
Aber für ein Treffen mit dem Unsterblichen, oder zumindest mit den Menschen, die mir die Abenteuer des Unsterblichen wöchentlich präsentieren, ist meine Morgenroutine eher nachrangig.

Und so kam es, dass am 30.11. um 6:10 in der Dunkelheit der Eifeler Winternacht mein Freund Volker Hoff vor mir stand, um einer Einladung der Perry Rhodan-Redaktion nach Rastatt zu folgen. Über Volkers Aufstehzeit schweige ich mich hier aus, er ist um Längen eiserner, als ich …
Nach vierstündiger Autofahrt durch Eis und Schnee erreichten wir Rastatt, die Perle der Oberrheinischen Tiefebene! Vermutlich liegen die Perlen da, wo wir nicht waren, denn die Verlags- und Druckereigebäude von VPM stehen recht unspektakulär an einer Ausfallstraße. Hätte uns jemand erzählt, dass hier Stahlröhren produziert werden, wir hätten es geglaubt.

Wo in diesem Riesenkomplex befindet sich bitte die Zentrale. Also nicht die Zentrale, sondern die Zentrale aller Zentralen, die Perry Rhodan Zentrale?
Langes Umherirren war nicht nötig, da uns sogleich Philine-Marie Rühmann freundlich begrüßte. Nach einer kurzen Taschenablage in den zu dieser Zeit noch wenig besetzten Redaktionsräumen wurden wir gleich in die Druckerei geführt, wo unter anderem gerade die flammneuen Neos aus der Druckmaschine liefen.

War es früher üblich, Heftromane in den Druckereien großer Tageszeitungen außerhalb der Stoßzeiten zu drucken, so schießt der Unsterbliche heute aus den Maschinen einer eigenen Druckerei, die von Heftromanen bis zu Hochglanz-Motorsportmagazinen das komplette VPM Programm sowie externe Aufträge produziert.

Alexander Goldberg, Leiter der Abteilung Disposition und Auftragsmanagement bei VPM nahm uns in Empfang und die Chemie stimmte auf Anhieb. Wir durften nahezu zwei Stunden jeden Winkel der Druckerei erkunden und sämtliche Fragen loswerden, die uns spontan in den Sinn kamen (10578 Stück) oder sorgfältig vorbereitet waren (2 Stück). Drei technikbegeisterte Menschen redeten sich in Rage, waren hin und weg ob des Gebotenen und Philine-Marie Rühmann war sichtlich fasziniert von uns. Immer wieder sah ich sie im Augenwinkel, wie sie lächelnd die ein oder andere Nachricht ins Netz entließ. Ganz die Social Media-Königin eben.

Nach zwei Stunden Technik, war es Zeit für eine Pause im Gedenken an den Heiligen Franziskus – der Bruder Leib wollte versorgt werden. Also ab in die Kantine, wo wir bei lecker Essen dann endlich die komplette Perry-Rhodan Redaktion kennenlernten, gemeinsam aßen, tranken und über phantastische Literatur plauderten.

Dann betraten wir die Zentrale – die sagenumwobene Perry Rhodan-Redaktion. Was auf außenstehende, emotional unbelastete Menschen vermutlich wie eine Ansammlung schmuckloser Räume in einem grauen Bürotrakt wirkt, übte auf Volker und mich sofort Magie aus. Hier also, zwischen den Regalen voller Planetenromane und Silberbände auf den riesigen Schreibtischen voller Druckvorstufen und Korrekturfahnen entsteht der Stoff, der uns träumen lässt.
Aber bevor auch nur ein Ansatz von Ehrfurcht aufkommen konnte, verwickelte und Klaus Bollhöfener, der Mann fürs Marketing in ein Gespräch, in dem schnell klar wurde: Der Kerl ist ein echter Fan. Er liebt, was er tut. Wäre Philine Marie Rühmann nicht irgendwann dazwischen gegangen, einer von uns dreien hätte Frühstücksbrötchen holen müssen.

Davor bewahrte uns nur die Aussicht, das legendäre Turmzimmer betreten zu dürfen. Ein eigenes Zimmer in den VPM-Gebäuden, das ausschließlich dem Perryversum vorbehalten ist, Hort unermesslicher Schätze und Schauplatz so mancher Autorenkonferenz.
Heute wirkt es ein wenig ungenutzt, denn viele Konferenzen finden in anderen Räumen oder Hotels mit modernerer Infrastruktur statt. Aber der Geist Rhodans schwebt über den Tischen. Ein kleines Museum zur größten fortlaufenden Heftromanserie der Welt, das wäre eine angemessene Nutzung. Vermutlich stünde der Personalaufwand hierzu in keiner vernünftigen Relation zu eventuellen Besuchszahlen. So bleibt der Raum eine Art Legende, und wir sind uns der Ehre durchaus bewusst, die uns da zuteilwurde.

Museal, ging es weiter, als Philine-Marie Rühmann uns in den Keller führte. Hinter einer Drahtgittertür und einigen Regalen voller Ratgeber und Gartenbücher aus dem Moewig Verlag liegt ein Schatz neben anderen. Wir befinden uns in einem der beiden Archive der Perry Rhodan-Redaktion. Von hier stammen die Hefte, die im Reklamationsfall schnell und unbürokratisch an Abonnenten geliefert werden, hier liegen Bücher und CDs, die als Belegexemplare verschickt werden. Dahinter dann Regalreihen voller Merchandise-Produkte aus vergangenen Tagen, Pappaufstellern und Plakaten von WeltCons. Gucky liegt hier friedlich neben einigen Flaschen Vurguzz, Originalgemälde Seite an Seite mit Druckvorstufen bekannter Risszeichnungen. Einzig ein Brucksches Original war nicht zu entdecken. Die ruhen vermutlich im Speicherarchiv. Sollte jemals jemand benötigt werden, um das alles mal zu katalogisieren und zu archivieren – ich heb dann mal die Hand.

Zurück in den Redaktionsräumen nahmen sich Madlen Bihr und Klaus N.Frick ausgiebig Zeit für uns. Klaus N. Frick ist auch so einer, wo du damit rechnen musst, am nächsten Morgen Brötchen holen zu müssen. Der Mann kennt jede Menge Geschichten und erzählt sie gern. Zugleich ist er ein aufmerksamer und intensiver Zuhörer, der mit spürbarem Interesse unsere Pläne zum 2. BrühlCon aufnahm und produktiv kommentierte.
Nach Philine-Marie Rühmann nahmen sich auch Klaus N. Frick und Madlen Bihr noch die Zeit für kurze Interviews. Bei dieser Gelegenheit verriet Klaus Frick uns auch seinen zweiten Vornamen.
Am Ende des Tages ließen Klaus Bollhöfener und Philine-Marie Rühmann es sich nicht nehmen, uns persönlich bis vor das Tor zu begleiten. Nur Spötter behaupten, dass die beiden das taten, um sicherzustellen, dass wir nicht heimlich im Archiv übernachten, um mit Plüschguckys zu kuscheln.

Ein Besuch in der Perry Rhodan-Redaktion – das hätte mir vor einem Jahr auch noch keiner erzählen brauchen. Ich hätte es ohnehin nicht geglaubt. Aber wir waren tatsächlich da und wurden mit einer herzlichen Gastfreundschaft empfangen, von der wir noch lange erzählen werden.
Ich habe an dem Tag Menschen erlebt, die vor Energie und Ideen sprudeln. Die viel mehr vorhaben, als sie tatsächlich aus wirtschaftlichen Zwängen heraus umsetzen können. Menschen, die mit Begeisterung bei der Sache sind, und alles daran setzen, Kurs 4000 einzuschlagen. Fans, wie Volker und ich, nur eben so eine Art Profi-Fans.

Ein paar fotografische Eindrücke habe ich hier festgehalten.

Tellerrandlesen – Das blutende Land

Klaus N. Frick und Herr Rhodan

Es wird mal wieder Zeit, über den Tellerrand zu schauen. Diesmal liegen da allerdings weder Weltraum noch dystopische Welten. Vielmehr habe ich einen Abstecher in die Fantasy gemacht.
Normalerweise bin ich kein besonders großer Freund dieses Genres. Conans Abenteuer haben mich nie für sich gewinnen können und Tolkien hat mit seiner Ringtrilogie alles gesagt, was für sehr lange Zeit in der Fantasy wichtig war. Erst George Martin hat es meiner Meinung nach geschafft, sich vom Übervater freizuschwimmen und etwas Neues zu schaffen.
Wenn aber der Perry-Rhodan-Chefredakteur persönlich einen raushaut, dann will ich es wissen.
Wie tickt die Phantasie des Mannes, der mir mit seinem Team wöchentlich ein Raketenheftchen ins Haus schickt.

Worum geht es?

Das blutende Land von Klaus N. Frick zeigt uns das Land Patloren, das vom Imperium der Eskoher besetzt ist. Gegen einen fiesen imperialen Statthalter samt seiner ebenso widerlichen Gespielin tritt der Bauernjunge Sardev an. Dabei wird Sardev nicht nur in die heraufziehende Rebellion der Patlorenier gegen die eskohischen Herrscher verwickelt, sondern gerät auch in die Fänge eines Magiers, der mit dem Jungen fürchterliche Experimente anstellt, um den Krieg gegen die Rebellen zu gewinnen.

Wie hat es mir gefallen?

Wenn man die Fantasy zwischen Tolkien und Martin aufspannt, bewegt sich Klaus Frick ganz eindeutig in der Nähe von Westeros. Das Auenland ist weit weg. Begangene Gräueltaten werden mit voller Härte geschildert, ohne dass diese Szenen überhandnehmen. Es herrscht nun mal Krieg in Patloren, und der ist Scheiße. Klaus N. Frick nimmt da zum Glück kein Blatt vor den Mund.
Geschickt finde ich, die entscheidende Schlacht eher am Rande darzustellen und dafür lieber das Schicksal Sardevs in den Fokus zu nehmen. Das erspart dem Leser eine Menge Darm und Gekröse, ohne dass die Geschichte an Düsterkeit einbüßt.
Bei all dem ist die Geschichte geradeaus erzählt und verliert sich nicht in den genretypischen Verwicklungen und Endlosszenarien. Sehr fein.

Kann ich das Buch empfehlen?

Mein Exemplar mit Signatur

“Das blutende Land” ist hart, schonungslos und definitiv nichts für
Menschen, die in der Fantasy gern putzige kleine Elfen und Feen haben.  Wer aber westeros’sche Bildgewalt haben möchte, ohne gleich zehn muskelermüdende Schinken lesen zu müssen, der ist in Patloren ganz gut aufgehoben.

Die Details

Titel: Das blutende Land
Autor: Klaus N. Frick
Erscheinungsjahr: 2017
Umfang: 537 Seiten
Verlag Droemer-Knaur
Preis: 12,99 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-426-52106-9

Und sonst so?

Vor einiger Zeit schon hat Klaus N. Frick eine Erzählung verfasst, die im selben Kosmos, aber zeitlich nach “Das blutende Land” spielt. Ich habe das Hörbuch hier, tu mich mit dem Sprecher allerdings etwas schwer. Ich werde berichten.
Ach ja: Ich habe mein Exemplar selbst gekauft und bekomme für diesen Artikel nur meine Freude am Schreiben als Lohn.

Eindrücke aus dem Turmzimmer der Perry Rhodan Redaktion

Als Volker und ich heute in der Perry Rhodan Redaktion eingeladen waren, hatten wir auch die Gelegenheit, das sagenumwobene Turmzimmer heimzusuchen. Mit Philine-Marie Rühmanns Hilfe habe ich ein kleines FB-Livevideo gesendet, dass ich später noch einmal auf Youtube veröffentlicht habe.

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Die Phantome von Epsal – der Stoff für Band 4000?

Kurz vor Weihnachten hat die Redaktion noch mal einen rausgehauen, mit dem sicherlich viele Fans nicht mehr gerechnet haben: Die Serie Perry Rhodan Extra erwacht aus dem Winterschlaf.
Was als einmalige Publikation im Jahr 2004 gedacht war, eine Sonderpublikation zur laufenden Serie mit einer kleinen Dreingabe, schien im Jahr 2012 mit dem Plejadenspiel sein stilles Ende gefunden zu haben.
Nun, nach fünfjähriger Ruhepause durfte Michael Marcus Thurner die Serie mit dem Roman “Die Phantome von Epsal” wiederbeleben.

Was steht drin?

Es ist kaum zu glauben, dass über den Planeten Epsal so gut wie nichts bekannt ist. Schließlich gehören die etwas schrankförmigen Bewohner dieses Planeten seit Ewigkeiten fest ins Perryversum. Michael Marcus Thurner hatte also eine Menge Freiheiten beim Ausmalen ihrer Heimatwelt.
Zu Beginn zeigt der Autor uns den Unsterblichen von seiner staatsmännischen Seite, wie er sich auf einer Konferenz auf Epsal zwischen unterschiedlichsten Fraktionen zu langweilen droht.
Aber es dauert nicht lange, bis ein Attentäter auftaucht und die Konferenz ordentlich platzen lässt. Herr Rhodan, das ist mit Sicherheit kein Spoiler, überlebt die ganze Sache, taucht ab und macht sich an die Aufklärung der Hintergründe.
Hierzu unternimmt er mit einigen Verbündeten eine rasante Reise durch wilde epsalische Landschaften, kommt den Tätern immer näher, und am ende ist doch alles ganz anders.
Aufgelockert wird das Ganze immer wieder durch kleine Einsprengsel der planetarischen Chronik aus der Frühzeit der epsalischen Kolonisierung, die selbstverständlich ebenfalls eine Bedeutung für die Auflösung der Geschichte haben.
Wer mehr über den Inhalt wissen möchte, kann sich hier eine etwas längere Pressemitteilung durchlesen.

Insgesamt eine spannende, unterhaltsame und flüssig zu lesende Erzählung mit dem typischen Thurner-Humor.

Was ist drumherum?

Copyright by Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt

Perry Rhodan Extra Nr.16 umfasst 98 Seiten ohne Illustrationen, Extras oder Leserbriefe, geht also in seinem Umfang deutlich über ein gewöhnliches Romanheft hinaus.
Verpackt ist der Text in einem Hochglanzumschlag, wie er mittlerweile für Sonderpublikationen und Miniserien üblich zu sein scheint. Die Rückseite und die beiden inneren Umschläge ziert jeweils Verlagswerbung für die neue Website, die Erstauflage und eine Übersicht der laufenden Perry-Rhodan-Publikationen.
Das Covermotiv zeigt den Unsterblichen höchstselbst, in einer Umgebung, die mich an einen gewissen Sumpfplaneten aus einer weit entfernten Galaxis vor langer Zeit erinnert.
Der Perry-Rhodan-Schriftzug knüpft mit seinem roten Querbalken gestalterisch an die Miniserien Terminus und die kommende Olympserie an. Offenbar eine neue Designvorgabe, mit der Sonderpublikationen deutlich von der Erstauflage abgehoben werden sollen. Gefällt mir.

Ein schöner, hochwertig gestalteter Heftroman, leider ohne eine Extra-typische Beigabe.

Woran hatte ich beim Lesen meine Freude?

Michael Marcus Thurner bedauert in seinem Werkstattbericht zum Roman, dass er in der zweiten Hälfte einige Szenen kürzen musste, die ihm wichtig waren. Diese Kürzungen sind dem Roman zwar anzumerken, tragen für mich aber zum besonderen Charme dieser Geschichte bei. So lässt der Autor sich in der ersten Hälfte alle Zeit der Welt, die epsalische Gesellschaft gründlich auszuleuchten, und so den berühmten Planeten und seine noch berühmteren Bewohner greifbar zu machen.

Wunderbar sind die epsalische Dackelplage und die epsalischen Dampfschweine. Ich bin froh, dass jemand mit dem Humor eines Michael Marcus Thurner hier ans Werk durfte.
Außerdem lernt der Leser eine Menge über die epsalische Militärakademie und die Innenpolitik des Planeten. Faszinierend.

Die zweite Romanhälfte ist vom Tempo und vom Setting her deutlich abgesetzt. Rhodan verlässt den Staatsempfang und schlägt sich durch die epsalischen Sümpfe. Noch mehr Dackel, noch mehr Dampfschweine. Großartig, diese Schilderung einer Welt mit der doppelten Erdanziehungskraft.
Die erhöhte Gravitation ist es auch, die terranische Siedler einst zu dicken Schränken machte. Auf die Frage, wie sich Menschen so schnell an eine neue Umwelt anpassen können, bietet der Roman eine ebenso logische wie erschreckende Erklärung, die wichtiger Bestandteils des Plots ist, und deshalb hier nicht näher beleuchtet wird. (Kleiner Hinweis: Die Phantome spielen hier eine nicht ganz unbedeutende Rolle.)
Wer also wissen möchte, warum ich es witzig fand, dass ein Herr Namens Khan genau die Position auf Epsal einnimmt, die Thurner ihm zuweist, muss schon selber lesen. Es lohnt.

Perry Rhodan war und ist immer auch ein Spiegel seiner Zeit. Wäre die
Serie das nicht, übte sie sicherlich weit weniger Faszination auf mich
aus, als sie es tut. Dabei bezogen die Autoren in den seltensten Fällen
offen Stellung zu einem Thema. Um einmal einen berühmten Begriff von
K.H. Scheer abzuwandeln: Es gab meist nur “Schleichpolitik”.
“Die
Phantome von Epsal” knüpft an diese Tradition an, wird aber ungewohnt
deutlich. Schon lange war keine Perry-Rhodan-Szene mehr so politisch,
wie der Streit zwischen Galaktikern und epsalischen Nationalisten, die
ihren Planeten aus internationalen Verträgen und Staatenbünden
herauslösen wollen. Großes Kino, Herr Thurner. Und vielen Dank für ein klares Statement in Form eines ach so banalen Heftromans.

Michael Marcus Thurner lässt seiner überbordenden Phantasie freien Lauf und schafft einen faszinierenden Planeten, der lange bekannt aber doch unglaublich unbekannt ist. Dabei schreckt er auch vor heiklen Themen nicht zurück.

Sind “Die Phantome von Epsal” ein Einsteigerroman? 

Ich habe “Die Phantome von Epsal” unter der Prämisse gelesen, ob sich er der Roman zum anfixen von Neulesern eignet. Die sehr prominent platzierte Verlagswerbung lässt auf eine solche Zielgruppe schließen.

Die spannende Romanhandlung selbst ist absolut anfängerfreundlich und kommt ohne jeden kosmologischen Überbau aus. Der berühmte Sense of wonder ist zwar da, fiel aber wohl der Kürzung etwas zum Opfer. Aus Einsteigersicht ist das zu verschmerzen, schließlich gibt es ja dann noch die Erstauflage. Und da ist mit den Sprossen ja gerade genug Wunderbares unterwegs.
Ein bisschen unglücklich finde ich die Nummerierung als Band 16. Hier hat man vermutlich die Altfans im Auge gehabt, die sich über eine Fortsetzung des Extra-Serie freuen. Einen potentiellen Neuleser könnte die Nummerierung eher abhalten. Hier wäre ein zusätzlicher Hinweis, dass es sich um einen abgeschlossenen Einzelroman handelt, sicherlich hilfreich gewesen, denn das aktuelle Extra hat durchaus das Potential, Leser für Band 4000 zu gewinnen. Zusammen mit Trivid halte ich Epsal für den derzeit besten Einstiegspunkt ins Perryversum.

In den alten Heften, die ich gerade verschlinge, schiebt sich ja alle fünf Minuten ein Epsaler durch die Szene. Und vor diesem Hintergrund freue ich mich einfach, dass auch die Heimatwelt dieser faszinierenden Wesen endlich einmal beleuchtet wird.

Volker, der Zeitreisende, hat sein Heft auch schon gelesen. Natürlich trifft der Roman bei ihm auf einen ganz anderen, erfahreneren Hintergrund. Lest doch mal rein!

Der Heftroman wurde mir freundlicherweise von der Perry-Rhodan-Redaktion zur Verfügung gestellt.

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