von Einem, der auszog, um 3000 Perry-Rhodan-Romane zu lesen

Schlagwort: Schönes (Seite 1 von 15)

Perry Ben Nemsi

Von geänderten Lesegewohnheiten, Realweltmalästen und einem kurzen Universenwechsel

Tach Terranerinnen und Terraner! Ob ich noch lese, wurde ich kürzlich in einem Kommentar gefragt. Und ob ich hier noch schreibe.

Klar lese ich noch und schreiben tu ich hier auch noch, wenn auch deutlich weniger hochfrequent. Doch was ist passiert?

Um es kurz zu machen, Corona geht mir auf den Sack Geist. Und zwar massiv. Ich finde es derzeit wirklich anstrengend, für meine Kinder Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen zu müssen. In einer Zeit, in der ich selber Scheißangst habe und die uns alle echt Kraft kostet. Es belastet mich zunehmend, immer nur darüber nachzudenken, was im Moment (und vermutlich noch längere Zeit) gerade nicht unbesorgt geht. Klar, das mögen Luxusprobleme sein, aber ich erinnere mich schon an Touren zum Neusiedler See und einen unbeschwerten Sommer mit dem MdI-Zyklus.

Um nicht komplett bekloppt zu werden, suche ich deshalb gezielt nach zwei Arten von Erlebnissen:

  • Zeug, das man jetzt aktuell machen kann.
  • Zeug, an dem ich als Kind Freude hatte.

Und wenn es um Literatur aus meiner Kindheit geht, komme ich um einen Autor nicht drumherum: Karl May.

Mein Vater hatte und hat mit Sicherheit die größte und großartigste Sammlung an Karl May Büchern die ich mir vorstellen konnte und kann. Ich wusste als Kind nicht nur die üblichen Dinge (den Namen von Winnetous Pferd, Halefs vollen Namen und so Zeug), sondern mein Vater brachte mir auch viel über Sammlungsaufbau, verschiedene Auflagen und die Überarbeitungsgeschichte des May’schen Werkes bei. (Ich mein, welches zehnjährige Kind, weiß, dass die Fehsenfeld-Ausgabe auch Freiburger Erstausgabe heißt und sich textlich von der blauen illustrierten Ausgabe aus dem gleichen Verlag unterscheidet. Oder die Silberlöwen-Bände als Bruch in Mays Werk gelten. Vermutlich hatte ich immer schon einen Hang zu Nerdwissen.)

Nun gut. Kürzlich stelle sich mir die Frage, ob mich der Mayster noch würde faszinieren können. Zufällig (ja Volker, es gibt keine Zufälle) fiel mir der Band “Durch die Wüste” in einer wunderbaren Ausgabe des Weltbild-Verlages in die Hände.

Durch die Wüste, Karl May – Weltbild-Verlag 2002

Dieser Band unterschied sich mit seinem quietschbunten Pappeinband so sehr von allen Ausgaben, die ich bisher kannte, dass ich einfach nicht dran vorbeigehen konnte. Mich am bunten Einband erfreuend, wuchsen meine Zweifel. Es gab Zeiten, um die Jahrtausendwende herum, da konnte ich keinen Karl May in die Hand nehmen, schon gar nicht das Orientzeugs. Am schlimmsten in all seiner Schwülstigkeit jedoch: Weihnacht.

Egal, am selben Abend noch steckte ich meine Nase ins Buch, bemerkte erfreut, dass es sich um den Text der historisch-kritischen Ausgabe handelt, verziert mit den Illustrationen der tschechischen Ausgabe. Herrlich anzusehen erst einmal, wunderbar lebendige Abbildungen:

Durch die Wüste, Karl May – Weltbild Verlag, 2002

Tja, und was soll ich sagen? Karl May funktioniert noch oder wieder bei mir. Die Sprache wunderbar geschraubt, die Handlung episodenhaft einfach (in bester MdI-Manier ;)), die Charaktere schön spleenig, und über das Religionsgesummsel kann ich wunderbar weglesen (“Ist es wirklich wahr, Sihdi, dass du ein Giaur bleiben willst …”)

Und wenn wir mal ehrlich sind, sPerry und Kara sind jetzt nicht so schrecklich weit auseinander. Ob Heft- oder Zeitschriftenroman – beides schnelle und recht preiswerte Lektüre für einen breiten Geschmack. Das eine 60 Jahre alt mit Raketen, das andere140 Jahre mit Kamelen. Kein großer Unterschied. Nur ein Crossover kann ich mir schwer vorstellen. Wobei: Hadschi Gucky Omar Ben Hadschi Atlan Abbas Ibn Hadschi Tolot Algossarah – das hätte doch was.

Also, als Antwort auf die Frage: Ja, ich lese noch, wobei Perry gerade relativ bewusst Pause macht und ja, ich schreibe noch, so oft es eben geht. Und das ist leider im Moment seltener.

Bis dahin und demnächst im Weltraum

Ad Astra

Martin

Der Unsterbliche wird 60!

Ein Blick auf meine Jubiläumslesewoche

60 Jahre, 3134 Hefte der Hauptserie, 260 NEO-Romane und dazu noch etliche andere Publikationen – in Summe 5000 Druckerzeugnisse, so hört man dieser Tage aus der Perry-Rhodan-Redaktion. Nachgezählt habe ich nicht, aber immerhin 4 dieser Erzeugnisse in einer Woche genossen. Das lohnt doch mal einen kleinen Tagebucheintrag. Im einzelnen handelte es sich um

  • Unternehmen Sternenstaub, Heft 3134 der Erstauflage
  • Gestrandet in der Zeit , Heft 260 PR NEO
  • Aufbruch in die Weiße Stadt, Story 1 der Reihe “Galacto City”
  • Perry Rhodan Sonderband, Das Heft zum 60. Jubiläum
Die Publikationen der Perry Rhodan Jubiläumswoche – (c) VPM, 2021

Mein Wiedereinstieg in die aktuelle Handlung

Ganz traditionell begann ich mit dem Jubiläumsband “Unternehmen Sternenstaub“, verfasst vom Co-Expokraten Wim Vandeman. Für mich persönlich markierte das Heft einen Wiedereinstieg in die aktuelle Handlung nach sehr langer Zeit; entsprechend hoch war meine Spannung.

Im Zentrum des Geschehens steht der heimliche Held der Serie, Reginald Bull. Er treibt sich in seiner Heimat Queens herum, vielmehr lässt er sich treiben. Dabei begegnet er allerlei Gestalten der Nacht und einem Boten der Chaotarchen. Ich stimme Markus Gersting vollumfänglich zu, der den Roman schlichtweg ein Meisterwerk nennt.

Ich würde mein Fazit gern so formulieren: Wim Vandeman, ich will ein Kind von dir! Und zwar eins mit mindestens 500 Seiten, in dem du dich in deinem eigenen Universum austoben kannst. Es wäre mir eine Freude.

Mal wieder einen Blick ins Neoversum werfen

Weiter ging es mit “Gestrandet in der Zeit” von Lucy Guth. Auch dieses Heft markierte einen Wiedereinstieg in die aktuelle NEO-Handlung nach gut 200 Bänden mehr oder weniger Leseabstinenz. Zugleich, so verrät es der Einband, stellt der Band den Einstieg zur Staffel “Arkons dunkle Zeit” dar. Und was erwischt mich? Ein Zeitreiseabenteuer! Himmel, wie ich die Dinger liebe – NICHT!

Aber halt, es war nicht der Zeitreiseaspekt, der mich mit dem Romanbeginn hadern lies, vielmehr plätscherte die Handlung um eine 10.000 Jahre in die Vergangenheit zurückgeschleuderte NEO-SOL mit Thora Rhodan da Zoltral an Bord so vor sich hin. Ein paar Gedanken hier, ein bisschen Unsicherheit da – zum Zyklusauftakt hätte ich mir ein größeres Feuerwerk erwartet. Lucy Guth zündete das Feuerwerk gegen Ende, als die SOL an eine arkonidische Patrouille gerät und ihr Dasein als Zeitreiseobjekt verbergen muss.

Alles in allem kein schlechter Auftakt, aber auch nicht unbedingt der Knaller, den ich mir für einen Staffelauftakt gewünscht hätte. Der Roman bietet von allem etwas, aber von nichts konsequent was – es gibt ja die abgedroschene Formulierung “nicht Fisch, nicht Fleisch”. Die beschreibt den Roman für mich ganz gut. Aber schauen wir mal, wohin sich das ganze noch entwickelt.

Etwas fürs Sammlerherz

Um die Printprodukte zügig einsortieren zu können (ich hatte letzte Woche auch einen gewissen Aufräumdrang bezüglich meiner Bücher und Hefte) nahm ich mir den Perry Rhodan Sonderband vor. Das Heft zum 60. Jubiläum darf natürlich in keiner Sammlung fehlen, ist doch klar. Klaus N. Frick beschrieb den Inhalt als “magazinig”, entsprechend gespannt war ich auch hier.

Das Heft bietet neben Vor- und Geleitworten von Klaus Frick und Wim Vandeman eine Vorstellung des Perry Rhodan Autorenteams seit Beginn der Serie. Dazu kommen ein paar Gedanken zur Exposee-Erstellung von Christian Montillon und mein persönliches Highlight – ein launiger Text von Johannes Rüster zum berühmten Rotweinfoto der beiden Seriengründer. Ein Fest sondersgleichen! Danke Johannes!

Den Hauptteil bildet der Vollständige Text von Band 1 “Unternehmen Stardust”. Nett für Serieneinsteiger, aber wirklich interessant wird das ganze erst im direkten Zusammenspiel mit den beiden zusätzlich abgedruckten Expos der beiden allerersten Hefte. Faszinierende Einblicke und ein rundum faszinierendes Heft. Ein schönes Geschenk für die Serie und ein kleiner, feiner Zuwachs für die Sammlung. Herzlichen Dank!

Neues vom Star-Gastautor

Den Abschluss der Jubiläums-Lesewoche bildete der “Aufbruch in die Weiße Stadt” von Andreas Eschbach. Die Geschichte bildet den Auftakt zur Reihe “Galacto City” die tief in der Vergangenheit der Serienhistorie angesiedelt ist und uns mit in die Gründungszeit der Stadt nimmt, die einmal Terrania heißen wird.

Eschbach erzählt uns von Tin Can, alias Vince Tortino, jenem Kinderfreund Rhodans, der mich schon in “Perry Rhodan – Das größte Abenteuer” fasziniert hat. Tin Can ist immer noch auf der schiefen Bahn unterwegs und wird von seinem Gangsterkumpel Logan, ebenfalls alt bekannt, an den Goshunsee geschickt, um dort ein krummes Ding zu drehen. Garniert wird das ganze noch mit einer kleinen Liebesgeschichte und von Andreas Eschbach zu einem herrlich kurzweiligen Lesevergnügen verrührt.

Versuch eines Fazits

Pünktlich zum Ende eines unrhodanistischen Sommers feierte der Alte von Terra Geburtstag. Mein Freund Volker sagt immer “Es gibt keine Zufälle im Leben”, und ich fürchte, er liegt auch diesmal wieder richtig. Die vier Publikationen der Rhodan-Jubiläumswoche haben es geschafft, in mir das Feuer des unsterblichen wieder zu entzünden, wussten sie doch jede auf ihre Weise zu überzeugen. Wie es mit dem Chaotender weitergeht, lässt mich nicht kalt, ob ich bei Neo an Bord bleibe, wird sich weisen und Galactocity transportiert genau die Frühzeitatmosphäre der Serie, die bei modernen Erzählungen so schwer zu treffen ist.

Schlussbemerkung

Nein, ich habe keine Rezensionsexemplare bekommen, wurde von keinem Verlagsmitarbeiter genötigt, diese Zeilen zu verfassen, sondern mache dies aus schierer Freude zu meinem Hobby und muss deshalb auch nichts als Werbung kennzeichnen, denke ich, da ich auch an keinem Partnerprogramm von irgendjemandem teilnehme. Amen!

Vision Terrania im Kleinen

Russische Ausgabe des ersten Perry Rhodan Silberbandes

Dem ein oder anderen Wanderer im Perryversum wird der Name Mikhail Bocharov vielleicht ein Begriff sein. Mikhail lebt in Kursk und ist begeisterter Fan unserer Raketenheftserie. Auf Twitter folgen wir uns schon etwas länger und für den Heftehaufen hat Mikhail vor kurzem eine Übersetzung angefertigt. Vor kurzem habe ich ein Päckchen nach Kursk geschickt: Tee und ein paar Bücher. Und gestern konnte ich mich riesig über ein ähnliches Paket aus Kursk freuen. Mikhail hat mir den ersten Silberband auf Russisch besorgt. Leider kann ich das Buch genauso wenig lesen, wie meine japanische Ausgabe, aber ich finde es ein tolles Zeichen für Völkerverständigung im Kleinen. Da sag noch mal jemand, das Internet sei Böse und Perry Rhodan Schund. Ohne Rhodan und das Internet hätten wir zwei keinen Kontakt. Und wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja doch noch, den ein oder anderen Satz zu lesen. Bis dahin hilft uns deepl.com.

Lieber Mikhail, danke für dieses tolles Geschenk.

Die LKS reißt es raus

Das gute an so einer Sommererkältung ist ja die Zeit zum Lesen, die man auf Sofa oder Bett unweigerlich hat. Dass mich der Altmutantenzyklus nicht so wirklich vom Hocker haut (um es mal freundlich zu sagen), ist eher nebensächlich. Schließlich sind das ja nur 30 Hefte. Der anstehende Zyklusrückblick wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Aber selbst bei eher mäßiger Handlungsführung erfreut mich die Leserkontaktseite immer wieder mit einigen schönen Perlen der Leserbriefkunst. Beispiele Gefällig? Bitte sehr: Heft 582 – Die Mutantenfänger.

Atlans Liebesleben scheint ja echt ein Aufhänger zu sein. Immerhin haben seine Gefährtinnen einen ellenlangen Lexikonartikel, und auch mancher Leser lässt sein Kopfkino heißlaufen:

“Atlan und die übrigen Unsterblichen brauchen ab und zu Mädchen (nicht als Ehefrauen!) Atlan hat seit 1000 Jahren keine. Hat er eigentlich mit Mirona Thetin aktiv geschlafen oder nur passiv? (Quelle: PR 582, Verlag Pabel Moewig, 1972)

Neben der Frage, was denn “passives miteinander Schlafen” sein könnte, hat mich das Ausrufezeichen zutiefst erheitert.

Echt mal, jetzt … Ehefrauen im Perryversum? Die gibts da nur auf der Anzeigenseite, wenn auch nicht in Heft 582. Da waren diesmal nur “Das Erfolgsbuch für Männer” und das Spezial-Arzneimittel “Sexvital” zu finden.

 

 

Willkommen im neuen Heftehaufen

Ich hatte ja schon vor einiger Zeit laut darüber nachgedacht, meinen Blog von Google umzuziehen.

Nun ist es soweit, willkommen im Heftehaufen 2.0. Die Inhalte sind übertragen, dem Datenschutz nach bestem Wissen und Gewissen Genüge getan (Ja, aktuell bietet Blogger immer noch keinen AVV an.), jetzt gilt es, all die netten Kleinigkeiten einzustellen. Das wird bestimmt noch ein paar Tage dauern, aber das läuft ja auch nicht weg.

Ich freue mich über jeden, der meine Rhodanistische Lesereise auch hier drüben unter heftehaufen.de begleitet. In den nächsten Tagen werde ich dann auch unter heftehaufen.blogger.com eine Umleitung einrichten, sodass alle dann hier drüben landen. (Solltest du über Blogger hergekommen sein, und dich wundern, warum plötzlich alles ganz anders ist, habe ich die Umleitung vermutlich schon eingerichtet.)

Auch wenn noch nicht alles fertig ist, freue ich mich über konstruktive Rückmeldungen, was ich unbedingt übernehmen sollte, oder im Zuge des Umzugs neu einbauen oder weglassen kann. Für mich gehören auf jeden Fall die Liste meiner Lieblingshefte und der (nicht immer ganz aktuelle) Ticker zum jeweiligen Lesestand dazu. Vielleicht bietet WordPress hier ja eine elegante Alternative. Mal schauen.

Es bleibt spannend, wir lesen uns.

Mit Volldampf in Richtung 3000

Schon seit einiger Zeit gibt die Perry Rhodan-Redaktion ja den Kurs 3000 vor. Logisch, wenn im Frühjahr 2019 das 3000. Heft der längsten fortlaufenden Erzählung der Menschheitsgeschichte vorgelegt wird.
Natürlich gab es auf dem GarchingCon eine entsprechende Veranstaltung. Wim Vandeman beherrscht die Kunst, 50 Minuten lang höchst unterhaltsam nichts zu sagen. Ein echter Genuss, aber eben mehr oder weniger nebulös.

Sehr viel konkreter, und aus der Sicht des Heftehaufenpflegers auch interessanter, waren da Klaus Bollhöfener und Sabine Kropp mit ihren Informationen zu den geplanten Publikationen rund um Band 3000. Ich saß im Publikum und ließ Twitter heißlaufen. (Anmerkung: Die folgenden Links verweisen auf mein Twitterprofil.) Für alle Nicht-Twitteraten hier eine kleine Liste der Ankündigungen:

Besonders freut mich, dass NEO bis Band 200 gesichert ist und dass Robert Corvus offenbar einen Beitrag zu einer flammneuen Trilogie leistet.

Man plaudert über die geplanten Neuerscheinungen rund um Band 3000

« Ältere Beiträge

© 2022 Heftehaufen

Theme von Anders NorénHoch ↑